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Sensationssieg von Panizzi!

Burns (Peugeot) out, Sebastien Loeb (Citroen) verliert in letzter Sekunde den Sieg an Panizzi (Peugeot), Märtin (Ford) holt Platz drei.

Manfred Wolf

Die Positionen schienen bereits bezogen, doch auf der letzten Sonderprüfung überschlugen sich die Ereignisse: Sebastien Loeb verlor seinen bereits sicher scheinenden Sieg an Gilles Panizzi.

Die dritte Etappe im Zeitraffer

Als sich der Rallye-Tross an diesem Sonntag in aller Früh in Bewegung setzte, hatte der Himmel über Spanien seine Pforten geöffnet, Regen und damit nasse Asphalt-Straßen erwarteten die Teams.

Und das kam für Petter Solberg und dessen Subaru-Teamkollegen Tommi Mäkinen ganz offensichtlich gerade recht: Der Norweger eröffnete die letzte Etappe mit einer Bestzeit auf SP 17 (11,55 Kilometer „St. Bartolomeo“), war dabei 2,2 Sekunden schneller als Mäkinen.

Die Pirelli-Reifen schienen im Regen das Nonplusultra zu sein: Erster Verfolger des blauen Duos war Carlos Sainz – und der verlor schon 16,5 Sekunden.

Damit rückte Solberg in der Gesamtwertung von Platz zehn auf Platz acht nach vor und manövrierte sich damit in die Punkteränge. Ganz vorne blieb trotzdem alles beim Alten: Sebastien Loeb baute seinen Vorsprung auf seinen härtesten Verfolger Markko Märtin auf 27 Sekunden aus, Gilles Panizzi hielt Platz drei.

Kurioses Ergebnis auf der folgenden, nur knapp fünf Kilometer langen SP „La Roca“: Peugeot-Privatier Roman Kresta fuhr die beste Zeit vor Mäkinen und Solberg.

Richard Burns fliegt ab

Richtig dramatisch wurde es dann auf der 19. Sonderprüfung: Richard Burns verabschiedete sich mit einem Unfall. Auf der 35 Kilometer langen SP „Viladrau“ flog er mit seinem Peugeot von der Straße, Fahrer und Beifahrer Robert Reid blieben glücklicherweise unverletzt.

Bei Subaru lief es hingegen weiterhin ganz besonders gut: Solberg und Teamkollege Mäkinen knallten eine Fabelzeit nach der anderen auf den Asphalt und kletterten damit auch in der Gesamtwertung immer weiter nach vor. Nach SP 19 war Solberg schon Sechster.

Marcus Grönholm hatte als Dritter und bester Nicht-Subaru-Pilot bereits 40 Sekunden Rückstand. Erst auf SP 20 hatte sich die Konkurrenz halbwegs erfangen: Bei der zweiten Durchfahrt der SP „St. Bartolomeo“ war Ford-Pilot Markko Märtin Schnellster.

Tommi Mäkinen bewies auf ebendieser Prüfung einmal mehr, dass er in diesem Jahr das Pech gepachtet hat: Nach Technik-Problemen fiel nicht nur seine Startkontrolle aus, er musste auch auf die manuelle Getriebefunktion umschalten.

An der Spitze tat sich indes auch Einiges: Zwei Prüfungen vor Schluss konnte Loeb seinen Vorsprung ausbauen, Gilles Panizzi (Peugeot) ging an Markko Märtin vorbei, der wieder mit Nackenschmerzen zu kämpfen hatte.

Während die kurze Sonderprüfung „La Roca“ beim zweiten Befahren keine Veränderung für das Gesamtklassement brachte, kam der Paukenschlag auf der letzten SP.

Dramen auf der letzten Sonderprüfung

In den Headquarters der Servicezone dürfte es nicht nur einem Teamchef die Sprache verschlagen haben, als die Zeiten eintrudelten, vor allem bei Citroen dürfte es viele ungläubige Gesichter gegeben haben.

Zuerst bekam Carlos Sainz Probleme mit dem Motor seines Xsara, verlor fast eine Minute und fiel von Platz vier auf sieben zurück. Doch damit nicht genug: Auch Youngster Sebastien Loeb patzte, riss 40 Sekunden auf und vergab damit in letzter Sekunde den Sieg und die Chance auf die alleinige WM-Führung.

Einen kümmerte das alles nicht: Gilles Panizzi fuhr mit seinem Peugeot Bestzeit und sicherte sich damit den Sieg, 13 Sekunden vor Loeb. Dritter wurde Markko Märtin, er verpasste den zweiten Platz nur um lächerliche sechs Zehntelsekunden.

Märtins Teamkollege Francois Duval wird Vierter, der junge Belgier profitiert zwar vom Sainz-Fehler, zeigt nichtsdestotrotz erneut eine solide Leistung und etabliert sich immer deutlicher im Team von Ford.

Fünfter dann schon „Regenheld“ Petter Solberg, Sechster wird Marcus Grönholm vor Carlos Sainz, auf Platz acht kommt Tommi Mäkinen ins Ziel. Colin McRae (Citroen) als Neunter und Philippe Bugalski (Citroen) komplettieren die Top-Ten.

Der WM-Krimi

Die Ausgangssituation vor dem letzten WM-Lauf in Großbritannien könnte damit kaum dramatischer sein: Doppelführung für Citroen durch Sebastien Loeb (63 Punkte) vor Carlos Sainz (ebenfalls 63 Zähler).

Unmittelbar dahinter liegt Petter Solberg, der sich mit seinem sensationellen Schluss-Tag bei der Catalunya die WM-Chancen erhalten hat, er hält bei 62 Zählern.

Trotz seines Ausfalls noch immer mit WM-Chancen: Richard Burns, der mit 58 Punkten der letzte potentielle Rallye-Weltmeister 2003 ist – Markko Märtin ist mit 49 Punkten schon zu weit zurück.

Endstand Rallye Catalunya (inoffiziell):

1. PANIZZI-PANIZZI, Peugeot, A8, 3h55'09"400 (97.3 km/h)
2. LOEB-ELENA, Citroen, A8, + 00'13"00
3. MARTIN-PARK, Ford, A8, + 00'13"60
4. DUVAL-PREVOT, Ford, A8, + 00'55"40
5. SOLBERG-MILLS, Subaru, A8, + 01'10"80
6. GRONHOLM-RAUTIAINEN, Peugeot, A8, + 01'29"10
7. SAINZ-MARTI, Citroen, A8, + 01'33"00
8. MAKINEN-LINDSTRÖM, Subaru, A8, + 01'55"10
9. McRAE-RINGER, Citroen, A8, + 03'15"20
10. BUGALSKI-CHIARONI, Citroen, A8, + 05'13"60
11. ROBERT-BEDON, Peugeot, A8, + 05'28"10
12. GARDEMEISTER-LUKANDER, Skoda, A8, + 05'58"20
13. KRESTA-TOMANEK, Peugeot, A8, + 06'09"50
14. HIRVONEN-LEHTINEN, Ford, A8, + 09'05"90
15. PONS-JULIA, Mitsubishi, N4, + 18'41"60

WM-Stand

Fahrer:


1. Sebastien Loeb 63
2. Carlos Sainz 63
3. Petter Solberg 62
4. Richard Burns 58
5. Markko Martin 49
6. Marcus Gronholm 46
7. Colin McRae 40
8. Gilles Panizzi 27
9. François Duval 26
10. Tommi Makinen 24
11. Harri Rovanpera 18
12. Toni Gardemeister 9
13. Didier Auriol 4

Hersteller

1. CITROËN 147
2. PEUGEOT 142
3. SUBARU 93
4. FORD 89
5. SKODA 21
6. HYUNDAI 12

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