RALLYE

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Absolutely phantastic

Wer bei einer Rallye ein solches Ergebnis schafft wie Bernd Rothensteiner und Xaver Hiebner bei der BP Ultimate-Rallye, kann sich wahrlich zufrieden mit seiner Leistung schätzen.

Sie waren die stärksten Verfolger der dominierenden Porsches und lieferten sich mit Konrad Friesenegger einen knallharten Schlagabtausch, der ihnen den dritten Platz bei den Historischen und den Sieg in ihrer Klasse sicherte. Alles in allem: Eine großartige Vorstellung.

Das Beste kam diesmal nicht zum Schluß – obwohl natürlich auch da die Leistung und die Haltungsnoten gestimmt hatten – sondern zu Beginn, nämlich genau dort, wo die meisten Interessierten live dabei waren (einschließlich Fernsehen): Auf der Super Stage im Magna Racino bei Ebreichsdorf wußte Bernd Rothensteiner schon beim ersten Durchlauf zu beeindrucken und glänzte mit einer drittschnellsten Zeit bei den Historischen.

Vor ihm nur der norwegische Porsche-Star Jensen Valter und – besonders erstaunlich – Alois Nothdurfter mit dem ältesten Wagen im Feld (Ford Cortina Bj. 1965). Der zweite Durchlauf brachte eine zweitschnellste Zeit, wiederum hinter Jensen Valter, und als Zweitbester startete Bernd Rothensteiner auch in die Freitages-Etappe am Wechselgebiet.

Dort ging es dann nicht mehr so kurvenreich dahin wie am Magna Racino, und auch der Untergrund änderte sich: Durchgehend trockener Asphalt, also klassische Porsche-Bedingungen. Hier waren die Porsche-Stars Christian Rosner, Jensen Valter und Johannes Huber in ihrem Element, und auch Opel-Mann Konrad Friesenegger zeigte sich in bester Verfassung. Der Angriff kam dann nachts, sodaß aus dem fünften Platz nach der ersten Freitages-Prüfung ein ziemlich eindeutiger vierter Platz vor dem Beginn der Samstages-Etappe wurde. Zwei drittschnellste und danach zwei zweitschnellste Zeiten – nur Christian Rosner war schneller – demonstrierten die fahrerische Klasse von Bernd Rothensteiner nachdrücklich.

Am Samstag gelang es zwar relativ leicht, die neuerlichen Angriffsversuche von Konrad Friesenegger abzuwehren, den immer größer werdenden Vorsprung der führenden Porsches vermochte Bernd Rothensteiner jedoch nicht in den Griff zu bekommen. Dazu bestand die Rallye einfach aus zu vielen Vollgas-Partien, und Vollgas mit einem Porsche bringt einfach mehr als Vollgas mit einem Escort. Lediglich der Ausfall des Führenden Christian Rosner, der von der Strecke abgekommen war, brachte Bernd Rothensteiner einen Platzgewinn, aber auf diese Weise zu einem besseren Ergebnis zu kommen, macht eigentlich keinem Fahrer wirklich Freude. Ähnlich verhält es sich mit dem Ausfall von Mitfavoriten Josef Pointinger, der sich schon im Magna Racino einen schweren Radaufhängungsschaden zugezogen hatte und sich damit sehr vieler Chancen beraubt hatte.

An Gegnern hat es jedoch nicht gefehlt, und ein dritter Platz bei einem historischen Rallye-Europameisterschaftslauf, als bester Nicht-Porsche-Fahrer hinter Jensen Valter/Erik Pederson und Johannes Huber/Wolfgang Viakowsky, ist mit Sicherheit ein überzeugender Leistungsbeweis. Hier müssen wohl auch ein paar Worte über die großartige Arbeit der Mechaniker Walter Mistelbauer und Christian Zeinzinger verloren werden, die dank ihrer sorgfältigen Vorbereitungsarbeit die Grundlagen zu einem störungsfreien sportlichen Wettkampf geschaffen haben. Ergebnis: Das Auto - übrigens ein gewöhnlicher Achtventiler, nicht ein Seshzehn-Ventiler, wie irrtümlich behauptet (den hatte lediglich das Auto der Rallye Alpi Orientali) – machte während der gesamten Rallye keine Schwierigkeiten.

Die positive Grundstimmung schlägt jedoch jäh um, wenn die Sprache auf die Siegerehrung kommt: Hier fiel bereits der Empfang der Rallye-Teilnehmer in Krumbach negativ auf, wo der Sprecher größte Schwierigkeiten hatte, die Ergebnisse korrekt wiederzugeben. Die Frustration hierüber wurde aber noch bei weitem übertroffen, als zwar Fahrer und Beifahrer in den allerheiligsten Bereich des Magna Racino hinein durften, nicht aber das hauptsächlich aus Mechanikern bestehende Begleiterteam. Dabei war doch in der Ausschreibung die Rede davon, daß die „Crew“ geladen wäre.

Das Team fühlte sich damit um seine verdiente Ehrung gebracht: Verständnis dafür, daß – so Bernd Rothensteiner – kleinkarierte Veranstalter an den Eintrittskarten der Teilnehmer sparen, während Möchtegern-VIP’s in der „Belle Etage“ Champagner schlürfen, mochte es keines aufbringen. Der an sich aus sportlicher Sicht einwandfreie Rallye-Event kam so etwas in den Geruch, eine „Wald- und Wiesen-Veranstaltung“ zu sein.

Bernd Rothensteiner weiter im O-Ton: „Die FIA sollte sich überlegen, ob sie eine Rallye, deren Macher den für den Sport bedeutenden Menschen (Rallye-Mechaniker etc.) so wenig Wertschätzung entgegenbringen, weiter im Kalender der historischen Rallye-Europameisterschaft haben möchte“.

Damit ist zu befürchten: Dies war Bernd Rothensteiners letzte Rallye in Österreich für längere Zeit.

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