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Hattrick für Hermann Gaßner

Auch beim dritten Lauf zu den ADAC Rallye Masters hießen die Sieger Hermann Gaßner und Siggi Schrankl auf ihrem Mitsubishi Lancer (Gruppe A).

  • Hier finden Sie Fotos der Hessen-Rallye.

    Das Duo aus Bayern feierte auf der Zielrampe der Hessen-Rallye Vogelsberg in Schlitz mit dem dritten Sieg in Folge einen lupenreinen Hattrick. Maik Steudten belegte in einem weiteren Gaßner-Lancer hinter Markenkollege Jan Becker den dritten Platz. Nachwuchs-Hoffnung Florian Auer tat es seinem Mentor und Teamchef Hermann Gaßner gleich und sicherte sich den dritten Gruppe-N-Sieg in Folge. Klaus Osterhaus komplettierte mit Platz sechs die sehenswerte Teamleistung der bayerischen Tuning-Schmiede. Hermann Gaßner führt die Masters-Tabelle mit den maximal möglichen 120 Punkten vor seinem 22jährigen Teamkollegen Florian Auer (90) souverän an. Auf Platz drei folgt mit dem 21jährigen Rudi Hachenberg ein weiterer Youngster.

    Rund um Schlitz im Vogelsberg gab Gaßner von Anfang an das Tempo vor. Auf sieben der neun anspruchsvollen Wertungsprüfungen markierte er die schnellste Zeit. Nur am frühen Samstag gab er durch eine falsche Reifenwahl zwei Bestzeiten ab. Schon den Auftakt-Rundkurs in Willofs gewann er unter Flutlicht vor den begeisterten Fans. Co Siggi Schrankl kommentierte gewohnt trocken: „Der fährt, als wenn es ihm pressiert.“ Die Verfolger hatten keine Chance. Jan Becker haderte mit einem nicht optimal funktionierenden Turbolader. Der Hamburger kämpfte verbissen, fuhr immer am Limit und sicherte sich noch den zweiten Platz.

    Auch Maik Steudten musste sich seinen dritten Platz hart erkämpfen: „Eine tolle Rallye, die durchwachsenen Witterungsverhältnisse machten die anspruchsvollen Wertungsprüfungen der Vogelsberg zu etwas ganz Besonderem.“ Er quetschte seinen Lancer aus wie die berühmte Zitrone, um sich der Verfolger zu erwehren. Der Finne Erkki Koskelo musste sich letztlich mit Rang vier zufrieden geben. Nach einer falschen Reifenwahl rutschte Michael Neuschäfer-Rube zum Schluss noch von Platz vier auf die siebte Position.

    Spannung gab es auch in der Gruppe-N-Wertung, wenn auch bei den Seriennahen wie bislang immer am Ende Florian Auer die Nase vorn hatte. „So kann es weitergehen,“ strahlte der Bayer auf der Zielrampe, „es war ein Pokerspiel mit der Reifenwahl, aber es hat immer optimal gepasst.“ Klaus Osterhaus, Initiator der Diesel Masters, griff diesmal selbst ins Lenkrad eines Gaßner-Lancer und stritt sich munter mit Auer um den Divisionssieg. Der 19jährige Stefan Schneppenheim feierte einen sehenswerten Einstand bei den Turbo-Allradlern. Er lies durch eine Gesamtbestzeit auf der ersten Samstagsprüfung aufhorchen. In der letzten Prüfung erkämpfte er sich dann noch den dritten Platz vom stark fahrenden Dänen Karl-Aage Jensen (Subaru Impreza). Für Rudi Hachenberg „lief es einfach nicht“, dazu vergriff er sich mehrfach in der Reifenwahl. Mit dem fünften Platz verteidigte er aber seinen dritten Rang in der Masters-Wertung.

    „Jetzt kommt Horst“, hieß es für alle Teilnehmer der Diesel-Division. Horst Rotter stieg bei der Hessen-Rallye in die Diesel Masters ein und tat dies, wie vom Routinier gewohnt, schnell und spektakulär. Im brandneuen Opel Astra GTC markierte er zusammen mit Co Volker Schmid direkt zu Beginn die Diesel-Bestzeit auf dem Zuschauerrundkurs in Willofs. Der Traum vom Durchmarsch endete in der ersten Samstagsprüfung. Vier Minuten kostete eine blockierende Handbremse. Doch ab dann markierte Rotter alle Bestzeiten und fuhr noch bis auf Platz drei nach vorn. An der Spitze lag Lokalmatador Siggi Steinacker im VW Golf TDI, bis ihn die Technik ausbremste. Das Diesel-Podium war dennoch fest in hessischer Hand: Markus Moufang siegte im BMW 120d vor Markenkollege Christian Wohlfahrt und Horst Rotter.

    In der Division 5 (Gruppe N bis 2000 ccm) bleibt es weiterhin spannend. Mit Lokalmatador Jörg Schuhey (Opel Astra) gab es nach Stefan Schneppenheim (Peugeot 306) und Lars Mysliwietz (Honda Civic) den dritten Sieger im dritten Lauf. In der Masters-Tabelle punktete Mysliwietz am zuverlässigsten und rangiert punktgleich mit Konstantin Keil auf Platz fünf. Auch in der Division 6 (Gruppe N bis 1600 ccm) gab es bereits den dritten Lauf-Sieger. Nach den Junior Cup Piloten Konstantin Keil und Niels Kunze fuhr diesmal der Westerwälder Christian Pütz im Citroën C2 vorne weg. Mit Keil auf Rang fünf und Pütz auf Rang sieben sind zwei Vertreter dieser Division auch in den Top-Ten der Masters-Wertung zu finden.

    In einem prickelnden Sekundenduell wechselten sich Konstantin Keil (VW Polo) und Niels Kunze (Citroën Saxo) bei der Vergabe der Bestzeiten innerhalb der Junior Cup Wertung ab. Vom Start weg übernahmen Kunze/Schwendy die immer sehr knappe Führung. Mit einer Fabelzeit in Niederaula bei der Keil/Hosse mit dem kleinen Polo die 17. Zeit im Feld der 89 Starter markierten, schoben sich die Nordhessen an die Cup-Spitze. Auf der letzten Prüfung riskierte Kunze alles - und landete neben der Strecke.

    „Aber wir sind erst abgeflogen, als wir die Zielzeitnahme schon passiert hatten,“ erklärte der Berliner. Mit einem verbeulten Saxo und einer krummen Hinterachse fuhr er über die Zielrampe und sicherte sich mit Platz zwei wichtige Punkte. Hinter Keil und Kunze fuhr Florian Niegel im Suzuki Ignis auf den dritten Platz der Youngster Wertung. Der Sachsendorfer feierte zudem den zweiten Sieg in Folge im Suzuki Rallye Cup. Mit dem fünften Platz in der Suzuki-Wertung verteidigte der 18-jährige Christian Riedemann hinter Keil, Kunze und Niegel den vierten Platz der Cup-Wertung.

    Hermann Gaßner: „Drei Siege in Folge, das hört sich sehr gut an. Es ist vor allem eine gute Basis für die weitere Saison. Für die ersten beiden Prüfungen am Samstag hatte ich einen nicht optimal funktionierenden Reifensatz erwischt. Mir gefällt auch unsere Teamleistung richtig gut mit vier Gaßner-Lancern unter den ersten Sechs.“

    Endstand nach neun WP (138,80 km)

    Rallye Masters
    1. Hermann Gaßner/Siggi Schrankl
    Mitsubishi Lancer, 1:21:39,8 Stunden
    2. Jan Becker/Stefan Eichhorner
    Mitsubishi Lancer, + 0:56,8 Min
    3. Maik Steudten/Thomas Fuchs
    Mitsubishi Lancer, + 1:15,7 Min
    4. Erkki Koskelo/Seppo Espoo
    Mitsubishi Lancer, + 1:30,3 Min
    5. Florian Auer/Markus Peter
    Mitsubishi Lancer, + 1:50,8 Min.
    6. Klaus Osterhaus/Uwe-A. Mausbeck
    Mitsubishi Lancer, + 2:12,8 Min.
    7. Michael Neuschäfer-Rube/Jörg Seitz
    Mitsubishi Lancer, + 2:16,3 Min.
    8. Stefan Schneppenheim/Hans-J. Grimberg
    Mitsubishi Lancer, + 3:00,0 Min.

    Junior Cup
    1. Konstantin Keil/Bernd Hosse
    VW Polo GTI, 1:33:57,9 Stunden
    2. Niels Kunze/Michael Schwendy
    Citroën Saxo VTS, 1:34:07,3 Stunden
    3. Florian Niegel/Bianca Vogt
    Suzuki Ignis, 1:35:46,1 Stunden

    Zwischenstand Masters
    1 Gaßner/Schrankl Mitsubishi Lancer 1 120
    2 Auer Florian Mitsubishi Lancer 4 90
    3 Hachenberg/Wüstenhagen Mitsubishi Lancer 4 56

    Zwischenstand Junior Cup
    1 Konstantin Keil VW Polo GTI 16V 55
    2 Niels Kunze Citroën Saxo VTS 35
    3 Florian Niegel Suzuki Ignis Sport 27

    Nächster Meisterschaftslauf: Rallye Sulinger Land am 5. Mai.
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