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"Es gibt viele Möglichkeiten..."

Raimund Baumschlager nimmt im motorline.cc-Interview zu dem Ende von Red Bull Skoda Stellung und erklärt, wie es nun mit Andreas Aigner weitergeht.

Michael Noir Trawniczek

Red Bull Skoda hat am Mittwochvormittag den Rückzug aus der Rallye-WM erklärt. Red Bull-Schützling Andreas Aigner steht damit ohne Cockpit da. Raimund Baumschlager und Armin Schwarz, die Aigner im Rahmen der Red Bull Driver Search entdeckt und aufgebaut haben, versuchen nun für 2007 das bestmögliche Paket zu schnüren. Im motorline.cc-Exklusivinterview erklärt Baumschlager, welche Möglichkeiten sich anbieten und warum die Entscheidung rasch getroffen werden muss.

Raimund, was sagst du zum Ende von Red Bull Skoda?

Das ist eine Entscheidung, die wir akzeptieren müssen und auch können. Da passiert auch nichts im Bösen, das ist auch alles abgesprochen.

Bei dem Abendessen am letzten Wochenende in Cardiff habt ihr erklärt, ihr würdet bereits die Beschlüsse wissen, ihr musstet aber klarerweise auf die Bekanntgabe von Skoda warten. Von der Mimik her habt ihr so gewirkt, als würde es sicher weiter gehen...

Schau, warum sollten wir sauer oder traurig sein? So etwas passiert in diesem Geschäft tagtäglich. Und es ist ja nichts Schlimmes passiert. Skoda richtet sich ganz einfach anders aus und daher gibt es halt diese Unterstützung in der Form nicht mehr, weil man es sich nicht leisten kann. Das war ja auch ein Riesenbetrag, den Skoda beigesteuert hat. Es war eine ganz normale Überlegung, eigentlich von beiden Seiten.

Und wie geht es jetzt mit dem Andreas Aigner weiter?

Mit dem Andi geht es auf jeden Fall weiter, das ist klar.

Versucht ihr nun den Andi in einem anderen Team unterzubringen oder schaut ihr, dass es wieder mit deinem BRR-Team weitergeht?

Da gibt es sehr viele Gespräche. Und es sind derzeit alle Varianten möglich. Es sind rundum Plätze frei und wir schauen gemeinsam mit den Sponsoren, vor allem mit Red Bull, was unter dem Strich dann unserer Meinung nach die gescheiteste Lösung wäre. Da müssen wir auch relativ schnell entscheiden. Für die Rallye Monte Carlo ist am 13. Dezember Nennschluss - wenn man dort fahren will, muss man recht bald eine Entscheidung treffen.

Aber ihr versucht, dass ihr wieder mit deinem Team antreten könnt, sodass die Crew beisammen bleibt, aber eben statt Red Bull Skoda eben ein - vielleicht, nur als Beispiel - Red Bull Ford-Team entsteht? Was hältst du vom Ford Focus WRC 2006 - das wäre ja kein schlechtes Auto, oder?

(lacht) Ja mei - fahren tun sie alle schnell. Man muss auch bedenken, dass der Andreas noch in der Ausbildung steckt. Er ist noch nicht so weit, dass du ihn zu einem Mikko Hirvonen oder einem Marcus Grönholm setzen kannst. Das dauert noch ein bisschen. Man muss schauen, dass er noch ein Jahr Zeit bekommt, um sich weiter entwickeln zu können. Dass man nicht den Fehler begeht, den man schon einmal mit Hirvonen begangen hat, der halt einfach ein bisschen zu früh in einem absoluten Topteam gesessen ist. Das muss man jetzt alles abwägen und schauen, welche Möglichkeiten wo bestehen - es geht auch darum, dass der Andi sehr viel zum Fahren kommt. Das ist ganz wichtig, dass er Meter machen kann.

Aber das Ziel ist, weiter mit deinem BRR-Team anzutreten?

Ich trenne das schon sehr stark, ich kann das ja auch nicht alleine entscheiden. Das ist schon so, dass ich sage: Das eine ist mein Team, das andere ist die Förderung von Andreas Aigner. Das sind zwei Projekte - wenn sich da jedoch etwas vereinen lässt, tun wir das sicherlich gerne. Aber es muss auch für alle Seiten sinnvoll sein. Wir haben halt jetzt noch eine Woche Rätselraten vor uns, das geht uns genauso. Wir haben in Cardiff bereits mit vielen Teams gesprochen und warten jetzt auf deren Feedback. Im Grunde genommen ist unsere Situation ähnlich wie jene der OMV. Auch dort ist es so, dass der Sponsor sicher hinter dem Manfred Stohl steht und man versucht, die beste Lösung umzusetzen. Natürlich sind die Voraussetzungen unterschiedlich - weil der Manfred im Gegensatz zum Andreas ein kompletter Fahrer ist, der sicher keine Ausbildung mehr benötigt.

Eine gewisse Kontinuität wäre für Andreas sicher gut.

Ja, ich glaube schon, dass er einfach seine Leute, zu denen er Vertrauen aufgebaut hat, wieder um sich haben sollte. Und dass man die Ausbildung einfach fertig machen sollte.

Also spricht schon sehr viel dafür, dass ihr wieder gemeinsam als Team weitermachen solltet?

Gut, der Armin Schwarz und ich sind sowieso von Red Bull beauftragt, den Andi weiter zu begleiten.

Aber die Techniker deines Teams - da wird es ja sicher auch bereits eine gewisse Vertrautheit geben?

Ja klar, es wäre auch für uns selbst gut, wenn wir es selber machen könnten. Aber wie gesagt, das ist nicht zwingend und es ist nicht voneinander abhängig. Wenn es ein anderes gutes Angebot gibt, dann wird man auch über die Hürde springen und sagen: Gut, es muss nicht BRR sein. Wir müssen einfach abwarten und sehen, was kommt. Wir werden uns auf jeden Fall bemühen.

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