RALLYE

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Mehr sein als scheinen

Auch bei seiner siebenten Rallye in diesem Jahr lässt sich Willi Rabl Junior auf keine Experimente ein und setzt weiterhin auf den leistungsmäßig eher unspektakulären, dafür aber höchst zuverlässigen VW Golf V TDI.

Kein Wunder, hat sich dieser Weg in der laufenden Saison doch als deutlich erfolgreicher als erwartet herausgestellt: Ausfall gab es noch keinen einzigen. Auf diese Weise schaffte es Willi Rabl sogar, sich in der Alternativ-Meisterschaft bis auf den fünften Platz vorzukämpfen, vor Stars wie Vorjahres-Meister Ing. Michael Böhm, der immer wieder Pech mit der Technik hatte. Zuverlässigkeit ist eben schon der halbe Erfolg.

Seriöse Planung wird bei Willi Rabl großgeschrieben, was nicht heißt, daß seine Saison monoton gewesen wäre, schließlich muß er viel durch fahrerischen Einsatz wettmachen. Es gab schon Kurven, wo er so quer um die Ecke gekommen war, daß er nur durch Zuschauerhilfe aus einem Graben befreit werden konnte. Das Herantasten an das technisch mögliche Tempo verlief oft sehr abenteuerlich, aber im Lauf der Zeit bekam Willi Rabl eine beeindruckende Sicherheit, und da lässt sich dann auch die Schnelligkeit relativ gefahrlos erhöhen.

Daß man mit vergleichsweise wenig PS auch viel Spaß haben kann, hat Willi Rabl immer wieder erleben dürfen, wenngleich auch eindeutig erkennbar ist, daß es gegen die teilweise Kitcar-artigen Konkurrenzfahrzeuge schon extrem schwer ist, ganz zu schweigen vom Mitsubishi Lancer Evo VI von Beppo Harrach. Voriges Jahr war es trotz des Erfahrungsrückstandes noch leicht möglich, einen dritten Platz in der Tageswertung der OMV-Waldviertel-Rallye zu schaffen, mit dem gleichen Auto wie jetzt. Aber die Beteiligung war halt nicht die gleiche: Wesentlich geringer als jetzt. Der fünfte Platz bei der BP Ultimate-Rallye 2006 war mindestens genauso hart erkämpft – alles ist relativ.

Aber wie man schon gesehen hat, kann man auch mit fünften und sechsten Plätzen in der Meisterschaft eine ganz gute Figur machen. Platz Fünf von 18 Mitbewerbern ist für diese Motorisierung kein schlechtes Ergebnis, eine geringe Option auf Platz Drei in der Endwertung ist noch vorhanden. Aber auch wenn es so bleibt, wie es ist, ist es sehr in Ordnung.

Derweilen wartet schon die nächste spannende Aufgabe: Die ARBÖ-Steiermark-Rallye könnte Willi Rabl und Martin Brunner einige Chancen bieten, Motorleistung zählt hier nicht in erster Linie. Zwar ist es ihr erster Start in Admont, aber es sollte eine Veranstaltung sein, wo das im Lauf der Saison Gelernte gut umsetzbar ist, mit Streckenteilen, die von allem ein bisschen was enthalten. Eine Fahrerstrecke, in jedem Fall. Gleichgültig, ob es regnet oder nicht, es sind die Fähigkeiten des Fahrers gefordert.

Wie weit das Ergebnis davon beeinflusst wird, lässt sich wie immer im Voraus nicht feststellen. Die Erdgas-Diesel-Elite wird vollständig erscheinen, wenn man von Seppi Stigler und dem Team Windischbauer absieht, es gibt unzählige Favoriten und Geheimfavoriten. Aus sportlicher Sicht nicht unbedingt ein Nachteil – und irgendwie auch eine zusätzliche Motivation für jeden Teilnehmer.

Eines ist klar: Langweilig wird diese Rallye für Willi Rabl und Martin Brunner ganz sicher nicht.

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ARBÖ Rallye Steiermark: Vorschau Rabl jr.

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