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Rallye-ÖM: Castrol-Rallye

Oh Josef!

Bei der Castrol-Rallye präsentierten sich die Porsche in solcher Form, dass für die Pointingers aller Einsatz nicht reichte, um zu gewinnen.

Die Protagonisten Johannes Huber und vor allem Christian Rosner agierten fraglos großartig, aber zwei Zylinder weniger spürt man eben deutlich, vor allem, wenn es bergauf geht. Bei der Castrol Pölstal Judenburg-Rallye nicht selten der Fall. Dabei hat es lange Zeit zumindest gegen Johannes Huber/Wolfgang Viakowsky ganz gut ausgesehen – Christian Rosner und Harald Gottlieb freilich gaben schon zu Beginn klar zu verstehen, dass sie unter normalen Umständen diesmal niemand besiegen könne – auch ein noch so beherzt driftender Pointinger nicht. Keine Rede natürlich vom Aufgeben, außerdem könnte man sich zumindest ein wenig mit Johannes Huber beschäftigen, da zeigten sich noch sehr gute Chancen.

Anfangs hatten Sepp und Gertrude Pointinger mit ihrem Escort den Porsche der Ecurie Vienne sogar sehr gut im Griff, während der gesamten ersten Etappe lagen sie an der sicheren zweiten Stelle. Richtig eng wurde es ab der achten Prüfung, da trennte Pointinger und Huber nur noch eine halbe Sekunde. Auf der zehnten Prüfung schlug Johannes Huber schließlich zu und verdrängte die Pointingers auf Platz Drei. Aber nur um 0,3 Sekunden! Dennoch:

Ab hier hatte sich das Blatt gewendet, die Chancen, sich den zweiten Platz noch einmal zurückzuholen, schwanden für das Ford-Team aus Mauerbach immer mehr. Ein letzter verbissener Versuch, auf dem verregneten Rundkurs Pöls einen Großangriff zu starten, bewirkte lediglich das Gegenteil von dem, was er bewirken sollte: Sepp Pointinger wollte zu viel, Ehefrau Gertrude, der das enorme Tempo auf der regennassen Strecke nicht geheuer war, drängte beim Anfahren des Linksabzweiges beim SP-Start zum Nachlassen.

Sepp gehorchte nicht, bremste spät und dafür umso heftiger, und da blockieren leicht die Räder. Der Escort verlor den Halt, geriet in die Wiese, und dort war erst recht jedes Anbremsen wirkungslos. Statt sich in die richtige Richtung zu bewegen, schlitterte der Escort geradeaus weiter und kam erst auf der Wiese des Gegenhanges zum Stehen, wohin sich normalerweise nie ein Rallyeauto verirrt. Physikalische Trägheit der sich bewegenden Masse, könnte man sagen.

Auswirkungen hatte das im Wesentlichen nur für das Verkehrsschild, das genau an der Stelle des Ausritts stand und umgestoßen wurde. Technisch war so weit alles in Ordnung, auch wenn die Front leicht mitgenommen war. Und der Angriff auf Huber, der war natürlich misslungen. Die letzte Prüfung lief nur noch neutralisiert, es wäre wahrscheinlich ohnehin nichts mehr zu holen gewesen.

Aber trotzdem: Es war eine Rallye mit dem typischen „Spirit of Pointinger“, der nichts an Kampfgeist vermissen läßt, denn auch der dritte Platz wurde hart erarbeitet. Dass es überhaupt so lang möglich war, zumindest einen der tonangebenden Porsche-Piloten hinter sich zu lassen, ist erstaunlich genug. Nebenbei dürfen sich Sepp und Gertrude Pointinger auch als erfolgreichstes Ford-Team der Castrol Pölstal Judenburg-Rallye bezeichnen, oder auch als erfolgreichstes Nicht-Porsche-Team.

Wesentlich ist dabei auch, dass der Escort wieder einmal – wie fast immer – sehr gut gehalten hat, was der professionellen Vorbereitung zu verdanken ist. Und den Mechanikern Gerhard Gebharter und Wolfgang Wohlschläger, die das Auto während der Rallye weiterbetreut hatten. Nun gilt es erst einmal, die lange Sommerpause zu nützen, denn die zweite Saisonhälfte, in der einige Meisterschaftsentscheidungen fallen werden, wird mit Sicherheit ziemlich heiß.

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