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Simon Long erklärt, wie die WM aufpoliert werden soll

Simon Long von der für die WM-Organisation zuständigen ISC erklärt, mit welchen Maßnahmen die Rallye-WM aufpoliert werden soll.

Michael Noir Trawniczek

Die Rallye-WM mutierte in letzter Zeit immer mehr zu einer Art von „Treppenwitz unter Motorsportjournalisten“. Ein Micky Maus-Feld, manchmal gefährlich nahe an einem einstelligen WRC-Starterfeld. Eine Junioren-WM mit drei Bewerbern. Eine Rallye Monte Carlo, die freiwillig auf den WM-Status verzichtet. Die Rallye-WM als Paradebeispiel für schlecht organisierten Motorsport auf höchster Ebene – so schlecht, dass es beinahe schon wieder lustig ist…

Doch jetzt möchten die Oberste Sportbehörde FIA und WRC-Organisator ISC das Gelächter mit neuen Ideen und Regeln ersticken. Die Hersteller, bis auf Citroen und Ford derzeit lieber in der IRC am Werk, sollen spätestens 2011 mit turbo-befeuerten Super 2000-Boliden in die WM zurückkehren, die Veranstalter sollen wieder mehr Freiheiten erhalten.

Mehrjahresverträge für etablierte Rallyes

Läuterung ist angesagt, die Monte-Ablehnung gab den Verantwortlichen offenbar zu denken. Das Rotationssystem, wonach jede Rallye nur alle zwei Jahre im WM-Kalender auftaucht, landet im Papierkübel. Simon Long von der ISC erklärt in einem Interview mit der offiziellen WRC-Website: „Der Fokus liegt nun in der Qualität, wir wollen die weltbesten Fahrer und Autos mit den besten Events kombinieren.“ Mit einigen etablierten Veranstaltern sollen mehrjährige Abkommen getroffen werden, sie sollen den Kern jedes WM-Kalenders bilden.

Mit der Beibehaltung eines Turbomotors entspreche man „den Bedürfnissen der Automobilindustrie und der Öffentlichkeit nach leistungseffizienten und aber auch kostengünstigeren Motoren“, sagt Long. Mit dem für 2010 gebildeten „WRC-Cup“ für Super 2000-Autos sollen die Hersteller schon im kommenden Jahr angelockt werden, bevor die WM 2011 mit turbo-betriebenen S2000-Boliden startet. Long verspricht: „Wir werden eine Reihe an Marketing- und PR-Aktionen vornehmen, um diesen Cup zu bewerben und wir werden ihn in die WRC-Promotion integrieren.“

“Wie bei der Tour de France“

Long gibt offen zu: „Das aktuelle Super Rally-System wirkt auf die Fans konfus und ist nicht leicht zu erklären.“ Das neue Bonuspunktesystem soll ausgefallene Fahrer motivieren, Tagessiege und Zusatzpunkte zu holen. „Es ist ähnlich wie das System der Tour de France“, sagt Long. Ob das neue Punktesystem durchschaubar ist oder ob es für noch mehr Verwirrung sorgt, wird sich weisen. Mit der neuen Weltrangliste für Rallyepiloten soll das Medieninteresse verstärkt werden: „Es gibt keinen Zweifel, dass eine solche Weltrangliste im Tennis oder Golf hilfreich war, das Interesse zu schüren.“

Generell wolle man sowohl Fans als auch Medien näher an den Sport heranbringen, sogar die Technische Abnahme soll öffentlich zugänglich gemacht werden. Das manchmal heikle Thema der Strategie im Zusammenhang mit der Startreihenfolge wird in den Plänen nur gestreift. Der Shakedown könnte zu einer Art Qualifying für die Startreihenfolge werden – doch dann stellt sich die Frage, ob der Sieger als erster auf die Strecke muss? Auch das leidige Zurückfallenlassen an den Freitagen, um am Samstag nicht als Erster auf die Strecke und den Schotter von den Straßen fegen zu müssen, wird in dem 13 Punkte-Plan nicht besprochen.

Als die Veranstalter der Kultrallye von Monte Carlo meinten, die Zusammenarbeit mit der IRC sei geradezu eine Erlösung gewesen im Vergleich zu der mit Zwängen behafteten Weltmeisterschaft, dürfte den WM-Verantwortlichen ein Licht aufgegangen sein. Künftig dürfen auch viertägige Events abgehalten werden, Nachtprüfungen sind möglich, die SP-Distanzen wurden nahezu freigestellt, insgesamt sind nun bis zu 500 Wertungskilometer möglich, außerdem sind auch Mischbeläge möglich, sogar innerhalb einer Sonderprüfung. Long sagt: „Wenn wir den Veranstaltern wieder mehr Freiräume bei der Gestaltung ihrer Events geben, verschafft uns das die Möglichkeit, uns mit einer weitflächigen Landschaft von Gemeinden, Plätzen und Fans zu verbinden. Die gemischten Beläge unterstreichen die Unvorhersehbarkeit und die große Herausforderung, die der Rallyesport mit sich bringt.“

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