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Teil 2 des Manfred Stohl-Interviews

Manfred Stohl im ausführlichen Gespräch mit motorline.cc. Teil 2: Über die Idee eines Erdgas-S2000, die ÖM und wer heuer Weltmeister wird.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Daniel Fessl, rallyofnations, Stohl Racing, Photo4

Im Rahmen des Pirelli Star Driver Shootouts gab Manfred Stohl nicht nur Autogramme, er fand auch Zeit für ein längeres Gespräch mit motorline.cc. Hier der zweite Teil.

Manfred Stohl & die Idee eines Erdgas-S2000

Gerüchte gibt es – Stohl Racing könnte 2010 einen CNG Super 2000-Boliden zum Einsatz bringen. Was ist dran an diesen Gerüchten? Stohl antwortet offen: „Ich kann sagen, dass es durchaus eine schöne Gedankenspielerei ist, so etwas zu machen – doch bis zum heutigen Zeitpunkt ist davon noch nichts realisiert worden. Denn es geht um die Finanzierung, da ein solches Projekt sehr kostspielig wäre. Wenn ich einen Gruppe N-Motor in die Luft jage, ist das zwar nicht erfreulich, aber leistbar – wenn ich einen Super 2000-Motor in die ewigen Jagdgründe befördere, schaut die Lage ein bisschen anders aus.“

Konkret ist: „Wir haben ein Super 2000-Auto in der Firma – das liegt aber daran, dass ich als Firma gezwungen bin, mit der Zeit zu gehen. Ein Betrieb wie Stohl Racing muss einen S2000 haben. Wir arbeiten uns auf das Thema ein, wir testen, die Mechaniker arbeiten sich ein.“

Manfred Stohl und der Super 2000 – das war keine Liebe auf den ersten Blick, ganz im Gegenteil: „Als ich zum ersten Mal eingestiegen bin - im Jahr 2008, im Rahmen der IRC-Rallye in Portugal - ist mir die Lade runter gefallen und ich war bitterlich enttäuscht, da bin ich gerade aus dem WRC ausgestiegen. Während der Rallye jedoch hatte ich den totalen Spaß, das Auto hat mir sehr gut gefallen – daran hat sich auch nichts geändert. Das S2000-Auto ist eine geile Angelegenheit – aber es ist leider zu teuer.“

Bei Stohl Racing steht also ein Peugeot 207 S2000, neben dem Skoda Fabia S2000 gehört dieser Bolide zu den besten. Was geschieht damit? Stohl antwortet: „Wir haben sehr viele Kunden im Ausland, speziell in Italien. Aber es wird sich vielleicht auch auf nationaler Ebene etwas bewegen. Und es interessiert mich auch selber – ich will einfach bereit sein, wenn morgen ein Sponsor kommt und sagt: ‚Ich will, dass du einen IRC-Lauf in Tschibutti fährst oder den neuen S2000-Cup der WRC!’ – dann bin ich da! Ich habe das Auto, ich habe die Kenntnisse, meine Mechaniker auch – wir wollen einfach bereit sein. Letztlich muss das Auto für mich ein Geschäft sein, es muss sich refinanzieren.“

Einmal mehr muss sich Manfred Stohl dann zweiteilen – in den Piloten, und den Teambesitzer. Stohl nickt: „Ja, aber der Fahrer Manfred Stohl kann theoretisch auch Kunde bei Stohl Racing werden, das ist durchaus möglich. Wenn es ein Sponsor finanziert.“

Manfred Stohl & die ÖM 2009

In der Rallye-ÖM liegt Manfred Stohl immer noch auf dem zweiten Gesamtrang – in einem Erdgasboliden. Stohl sagt: „Unser Ziel war ein Top 3-Platz in der Meisterschaft – das werden wir wahrscheinlich erreichen. Natürlich stecken wir uns jetzt das Ziel, den Andreas Waldherr hinter uns zu halten. Das wird nicht leicht, aber schauen wir mal, es ist alles möglich.

Mit dem bisher erreichten ist Manfred Stohl zufrieden: „Auch wenn die eine oder andere Rallye nicht so erfolgreich war, weil die dem Paket nicht so entgegengekommen ist. Aber wir hatten eine sensationelle Leistung bei der Jänner-Rallye am zweiten Tag, die Lavantal-Rallye war super, Marburg war den Verhältnissen entsprechend auch eine schöne Rallye für uns – und in Summe sind wir zufrieden. Wichtig ist, dass die Sponsoren ihr Feedback haben und auch sie zufrieden sind.“

Mit dem CNG-Antrieb befindet sich Stohl Racing nach der Regeländerung wieder in einer Entwicklungsphase – doch die Schritte werden immer kleiner: „Es ist wie immer im Leben: Es wird im nächsten Jahr schwer, das zu steigern. Die Luft wird sehr, sehr dünn. Wir würden sehr darauf hoffen, dass uns die OSK ein bisschen entgegenkommt – aber das spielt es nicht, also müssen wir mehr kämpfen.“

Manfred Stohl und die Rallye-WM

Die Weltmeisterschaft beobachtet Manfred Stohl immer noch sehr genau –wer wird Weltmeister? Stohl antwortet: „Ich sage noch immer Loeb. Ich bin ein Mensch, der seine Meinung nicht ändert.“

Bei der kommenden Spanien-Rallye droht WM-Leader Mikko Hirvonen nicht nur der anerkannte „Asphaltkönig“ Loeb, denn erstmals wird auch Petter Solberg im C4 sitzen und auch Dani Sordo und Sébastien Ogier könnten für Hirvonen eine Gefahr darstellen.

Theoretisch könnten in Spanien also vier Citroen-Piloten vor Hirvonen landen, womit er seinen Vorsprung von fünf WM-Punkten auf einen Schlag los wäre, oder? Manfred Stohl antwortet: „Ja, genau – das ist das Thema! Im besten Fall wird Hirvonen Dritter. Und damit liegt nur noch ein Punkt zwischen den beiden – und Loeb hat in Australien auch gewonnen, denn der falsche Stabi ist lächerlich – aber okay, so sind die Regeln und dass er die Strafe erhalten hat, ist auch normal.“

Stohl fügt hinzu: „Ich würde mir einen Hirvonen wünschen, der über sich hinaus wächst. Wenn Citroen will, und sie werden wollen müssen, kann Petter in Spanien eine wichtige Rolle spielen. In England glaube ich eher nicht – dort wird es ein reines Duell Loeb gegen Hirvonen. Wenn der Hirvonen jetzt clever ist, fährt er in Spanien auf Platz drei. Schaut, dass er Platz drei erkämpft – denn das wird schon schwer genug. Dann muss er in England über sich hinaus wachsen und dann kann er Weltmeister werden. Denn der Ford funktioniert in England am allerbesten – und das ist die Chance von Hirvonen.“

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