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Rallye: News

Vom ewigen Titelkandidaten zum Edelwasserträger

Ein Interview mit Citroen-Teamchef Olivier Quesnel gibt Antwort auf die Frage, was dort von Hirvonen erwartet wird - nämlich Punkte holen, als klare Nr. 2.

Bei Citroen hat sich in der abgelaufenen Saison viel getan. Es gab den Stallkrieg zwischen Sebastien Loeb und Sebastien Ogier, dazu auch Stallorder und man musste gegen Ford kämpfen.

Schließlich gewann Loeb seinen achten WM-Titel in Folge. Anschließend wurde bekannt gegeben, dass Ogier frei ist und man stattdessen Mikko Hirvonen von Ford verpflichtet hat.

Citroen hat schon in der zweiten Saisonhälfte voll auf die Karte Loeb gesetzt, der aber in absehbarer Zeit seine Rallye-Karriere beenden wird.

Trotzdem hat man das Naturtalent Ogier aus seinem Vertrag entlassen, obwohl er wie Loeb fünf Siege in diesem Jahr gefeiert hat. In den vergangenen Wochen gab es außerdem Gerüchte, wonach Sportchef Olivier Quesnel seinen Hut nehmen muss. Bei einer Pressekonferenz in Versailles verlor er trotz Nachfragen kein Wort darüber. Dafür nahm Quesnel Stellung zu anderen kontroversen Themen der letzten Monate.

Speziell Ogier hatte für viel Gesprächsstoff gesorgt. "Citroen hat ihm gesagt, dass er frei ist. Das bedeutet genau das, was es heißt. Man muss sich an den Saisonstart erinnern. Loeb wollte am Jahresende aufhören. Zu Diesem Zeitpunkt hatte Ogier ein sehr gutes Angebot von Ford", wird Quesnel von der GPWeek zitiert. "Wir mussten Ogier halten, falls Loeb wirklich aufgehört hätte."

"Ogier ist sich mit uns einig geworden, aber für weniger Geld als ihm Ford angeboten hatte. Er wollte aber den gleichen Status wie Loeb haben. Als wir dann nach Sardinien kamen, sagte Loeb, das er weitermachen will. Ab diesem Zeitpunkt war die Situation anders." Im Klartext heißt dass, das Ogier ab diesem Zeitpunkt die Nummer zwei war.

Den Unmut darüber äußerte der jüngere der beiden Franzosen in Deutschland. Er wurde von Citroen hinter Loeb zurückgepfiffen, aber dieser hatte einen Reifenschaden. Ogier übernahm die Führung und gewann mit den Worten, dass es doch noch Gerechtigkeit in diesem Sport gibt. Citroen stieß dies dieses Verhalten sauer auf. "Für mich kann ich nur sagen, dass Ogier in Deutschland einen Fehler gemacht hat", kommentiert Quesnel.

"Er hatte keinen Grund dafür das zu sagen, was er gesagt hat. Ich weiß, dass er jung ist und solche Dinge passieren können. Er hat wie Loeb fünf Siege geholt. Wir verabschieden uns mit schönen Gedanken von Ogier."

Statt dem talentierten Franzosen wird nun Hirvonen der Teamkollege von Loeb. Zweimal unterlag der Finne dem Dauerweltmeister im Titelshowdown.

Warum hat Citroen einen ehemaligen Konkurrenten geholt? "Wenn man sich die letzten drei Jahre ansieht, dann hat er praktisch immer WM-Punkte geholt. Das hilft dem Team natürlich für den Herstellertitel", sagt Quesnel.

"Loeb ist nun achtfacher Weltmeister. Das kann man von Mikko nicht behaupten. Mikko ist sehr schnell, sehr stark und fliegt normalerweise nie von der Straße. Wenn man sich Mikkos Qualitäten ansieht, dann wird man sehen, dass die Paarung Loeb/Hirvonen für Citroen gut ist."

Im Klartext heißt dass, dass Loeb die klare Nummer eins ist und auf Sieg fährt, während Hirvonen den Wasserträger spielt und im Idealfall hinter Loeb als Zweiter ins Ziel kommt.

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