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ERC/ORM: Jännerrallye 2013

BMW M3 und Youtube-Channel auf Hochtouren!

Die Jänner-Rallye 2013 präsentierte sich zu ihrer ersten ERC-Ausgabe von ihrer selektivsten und härtesten Seite. Schnee, Matsch, Eis und jede Menge Erde auf den Straßen verlangte den im Mühlviertel antretenden Rallye-Piloten alles ab.

Niki Glisic und Josef Kral mussten sich jedoch zuerst mit anderen Sorgen beschäftigen, jeder auf seine eigene Art und Weise. Josef Kral (alias „Stara Liska“) las seinen Schrieb zum ersten Mal auf Deutsch anstatt auf Tschechisch vor.

Niki Glisic wiederum haderte in den ersten drei Sonderprüfungen noch mit der Handhabung seiner Prothese. Zu sehr musste sich der Pilot noch auf das manuelle Kuppeln und Schalten mit seinem computergesteuerten „C-Leg II“ konzentrieren.

Doch genau diese außergewöhnlichen Umstände sollten bald eine Kehrtwende einleiten und das Team zu Höchstleistungen antreiben. Glisic wurde folglich immer unzufriedener und grantig auf sich selbst und setzte ab SP 4 alles auf eine Karte. Nach dem Motto „Alles oder Nichts“ schaltete der Mühlviertler Lokalmatador in seinem Kopf einen Schalter um und ließ seinen M3 fortan fliegen.

Tausenden von Rallyefans stockte der Atem als der Publikumsliebling sein Fahrzeug den Höfnerberg quer bergab Richtung der mittlerweilen berühmten Pierbacher Kehrenkombination treiben ließ. Seither laufen Dank zahlreich angereisten Medienvertretern und Rallyefans die Youtube-Server auf Hochtouren, unzählige „Glisic-Drifts“ wurden bereits im Internet für die Ewigkeit festgehalten.

„Bei meiner Fahrerei bin ich immer sehr selbstkritisch und weiß auch genau was ich will. Wenn’s dann aber mal nicht so läuft wie ich mir das vorstelle, dann stauen sich bei mir Energien, die aber dann auch irgendwann mal wieder raus müssen. Und genau das hat mir dann aber letztendlich geholfen, dass mir dann doch noch der Knopf aufgegangen ist. Trotz Heckantrieb wären mir am Liebsten schneeverschneite Straßen gewesen. Andererseits konnten wir aber auf Grund der heurigen Straßenverhältnisse mit dem Gaspedal Großteils auf Volllast fahren, was natürlich dann auch eine schnellere Fahrweise und höhere Driftgeschwindigkeiten mit sich bringt, und das taugt mir. Besonders weiß ich auch zu schätzen, dass ich mich nach diesem Wochenende sogar bei zwei Copiloten bedanken darf. Einmal für die hoch professionelle und lustige Zusammenarbeit im Cockpit mit Josef Kral und gleichzeitig auch bei meinem Stamm-Copilot Alfred Glaser, welcher dieses Wochenende wieder mal seine volle menschliche Größe bewiesen hat. Trotzdem ihm bei dieser Rallye auf Grund des Reglements ein eigener Start verwehrt wurde, steckte er seinen Kopf nicht, wie es wohl andere Piloten machen würden, in den Sand, sondern sprang über seinen Schatten und stand uns während der gesamten Veranstaltung selbstlos mit Rat und Tat zur Seite. Von der richtigen Reifenwahl bis hin zum technischen Support, - auf meinen Fredl war und ist verlass“, bedankt sich der Perger Rallyepilot Niki Glisic bei seinem Team.

Sichtlich beeindruckt zeigt sich nach diesem Wochenende auch Josef Kral: „In vielen Kurven und Passagen haben wir vorher schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass sich gewisse Fahrmanöver noch irgendwie ausgehen könnten, aber unser M3 hat trotzdem immer wieder durch gepasst. Ich betreibe den Rallyesport jetzt schon seit 30 Jahren, aber so eine Fahrt wie mit Niki habe ich noch nie erlebt. Egal ob auf Eis oder Asphalt, wir sind permanent quer gefahren. Bei so einer Fahrweise riskiert man viel und permanent. Fehler wie z.B. Dreher oder Abflüge können da schon mal passieren, glücklicher Weise haben wir dabei aber immer alles gut überstanden. Einen Schrieb nicht in seiner eigenen Muttersprache vorzulesen ist schon schwierig, besonders bei einer so alles abverlangendem Rallye wie es die Jänner-Rallye ist. Auch Niki ist jetzt eine Erfahrung reicher, die Sonderprüfung Königswiesen habe ich ihm sogar auf Tschechisch angesagt! Besonders beeindruckt haben mich auch die Reaktionen und Begeisterungsstürme der Zuseher. Dass Niki mittlerweile ein internationaler Publikumsliebling ist habe ich gewusst, aber was dieses Wochenende hier abgegangen ist, das muss ich schon tatsächlich als „Kult“ bezeichnen! Es war für mich wirklich eine Freude und Ehre hier mit dabei gewesen sein zu dürfen.“

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