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Rallye-WM: News

Nannini und Kubica: Gleiches Schicksal

Alessandro Nannini erinnert sich an die harte Zeit seines Motorsport-Comebacks, er kann die Situation von Robert Kubica gut nachvollziehen.

Unmittelbar nach seinem schweren Rallye-Unfall am 6. Februar 2011 in Italien hätte wohl niemand damit gerechnet, dass Robert Kubica drei Jahre später um Spitzenpositionen in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) mitfahren würde. Doch genau dies tut der Pole am Steuer seines Ford Fiesta RS WRC von M-Sport und lässt sich dabei vom Handicap seines beim Crash im Frühjahr 2011 schwer verletzten rechten Arms nicht ablenken.

Einer, der Kubicas Situation sehr gut nachvollziehen kann, ist Alessandro Nannini. Der Italiener verlor am 12. Oktober 1990 - kurz vor Abschluss seiner bis dato erfolgreichsten Formel-1-Saison - den rechten Unterarm. Ursache war ein Hubschrauberunglück vor seinem Elternhaus in Siena.

Die Folge: Bei einem Formel-1-Rennen trat der damalige Benetton-Pilot, der für die Saison 1991 bereits einen Ferrari-Vertrag in der Tasche hatte, nie wieder an. Doch im Tourenwagensport (Italienische Meisterschaft, DTM und ITC für Alfa Romeo) sowie im Langstreckensport (GT1-WM für Mercedes) brachte es Nannini mit dem wieder angenähten Arm zu respektablen Erfolgen
Heute ist Nannini 54 Jahre alt, lebt nach wie vor in Siena und nennt eine Kette von Straßencafés sein eigen. Der Italiener erinnert sich noch gut an sein erstes Rennen nach dem Hubschrauberunfall, den Saisonauftakt der Italienischen Tourenwagen-Meisterschaft 1992 in Monza.

"Man kann sich nicht vorstellen, welche Emotionen plötzlich wieder hochkamen. Ich fühlte mich wie ein Kind, das gerade vor seinem ersten Rennen in der Formel Abarth steht. Als wir die erste Kurve anbremsten, biss ich die Zähne zusammen und rammte die Türen derjenigen, die mich überholen wollten", grinst Nannini im Gespräch mit MotorsportRetro.com.

"Niemand glaubte daran, dass ich nach dem Unfall in den Rennsport zurückkehren würde - weder die Ärzte noch meine Familie. Ich aber war nicht bereit aufzugeben. Ich wusste, dass ich es schaffen kann", erinnert sich der Italiener an seine Genesungsphase im Jahr 1991.

Kubica erging es im Zuge seiner eigenen Rekonvaleszenz-Phase ähnlich. Die Rallye-Einsätze des Ex-Formel-1-Piloten aus Polen beobachtet Nannini mit großem Interesse. Der Italiener kann nachvollziehen, mit welchem Ehrgeiz Kubica antritt und erinnert sich nochmals an sein eigenes Comeback: "Zweiter zu werden schmerzt. Man kann aber nicht von Unzufriedenheit sprechen, wenn man bedenkt, dass es ein Wunder ist, überhaupt noch Rennen zu fahren."

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