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Rallye: News

Wagner und Zauner stürmen zum EM-Titel

Karl Wagner und Gerda Zauner haben ihr Ziel erreicht: Die Verteidigung des Europameister-Titels in der Kategorie 3 der historischen Rallye-EM.

Fotos: Profilracing

Nach Klassensiegen bei der Rallye Costa Brava, der Rallye San Remo und der Akropolis-Rallye, sowie dem zweiten Platz bei der Rally oft the Lakes in Irland reiste das Porsche-Team aus Wien zur allesentscheidenden Rallye Elba. Dichter Nebel in den Bergen und die durch das Salzwasser sehr rutschigen Asphaltstraßen forderten Karl Wagner und seiner Lebensgefährtin Gerda Zauner alles ab.

Doch schlussendlich konnte das Porsche-Duo mit dem Porsche 911 3,0 SC erneut im Kreise der übermächtigen Lancia 037 und Renault 5 Turbo, sowie der bärenstarken 911 RS mitmischen und die Kategorie 3 (Fahrzeuge der Baujahre 1976 – 1981) klar gewinnen. Somit sind Karl Wagner und Gerda Zauner nach Punkten uneinholbar und dürfen sich bereits zwei Rallyes vor dem Saisonende über den EM-Titel freuen.

„In diesem Jahr wurden die Rallyes mit Koeffizienten belegt, was uns sehr entgegenkam. Wir haben uns die Rallyes ausgesucht, wo wir am meisten rausholen konnten – der Plan ist voll aufgegangen“, so Wagner. „Wir wussten, dass die Verteidigung des Titels möglich ist, doch heuer war es weniger spannend als letztes Jahr, als wir bis zur letzten Rallye fighten mussten.“

„Wer später bremst ist eben länger schnell“

Auf die Frage, wie es möglich ist mit dem vergleichsweise schwach motorisierten Porsche 3,0 mit übermächtigen Gegnern wie den kompressorbefeuerten Lancia 037 mitzuhalten meinte Wagner: „Wer später bremst ist eben länger schnell.“

„Es war nicht so spannend wie in der letzten Saison und wir wussten, dass wenn wir nicht ausscheiden, es klappt und wir den Titel verteidigen können“, freut sich auch Gerda Zauner. „Es war herrlich in Griechenland und Irland zu fahren, das waren sicherlich die Saisonhighlights dieses Jahres.“ Auch für Karl Wagner war die Akropolis das Highlight schlechthin: „Vor der Kulisse der Akropolis zu starten wie vor 20 Jahren, danach in Elba durch die kleinen Ortschaften zu brettern, begleitet von der schier unglaublichen Begeisterung der italienischen Fans – es war wie eine Zeitreise in die goldenen Jahre des Sports, einfach unglaublich.“

Doch ein Erlebnis wird den beiden lange in Erinnerung bleiben. Als das schnelle Paar aus Wien in Irland auf der „Molls Gap“, der Königsprüfung der Rally of the Lakes eine Bestzeit in den Asphalt brannte, verstanden die irischen Fahrer die Welt nicht mehr. „Ich habe Karl vor der Rallye ein abnehmbares Lenkrad gekauft. Nach der Molls-Gap-Prüfung stieg er aus und nahm das Lenkrad herunter, als plötzlich ein irischer Fahrer sich zu meinem Fenster beugte und meinte: ´You are a really fast woman´.“ Der irische Fahrer hatte übersehen, dass der Porsche aus Österreich nicht Rechtsgesteuert ist, wie auf den britischen Inseln üblich und dachte, Gerda Zauner wäre die Pilotin des Porsche – „Wir haben Tränen gelacht“ erinnert sich Zauner.

Was für viele Rallyefahrer ein Ding der Unmöglichkeit ist, ist bei Karl Wagner und Gerda Zauner Realität: Die beiden sind auch außerhalb des Cockpits ein Paar. „Ich finde es toll mit meinem Partner diesen Sport auszuüben. Klar streiten wir auch manchmal, aber im Rennwagen schmelzen wir zusammen und es zählt nur noch der Sieg. Ich habe in meinem Leben noch nie Leistungssport gemacht, aber es ist eine ständige Lernphase, auch für uns Unternehmer. Man trainiert vor allem seine Flexibilität, denn jede Rallye ist anders, jede Sonderprüfung ist anders“, so Gerda Zauner über das Geheimnis ihres Erfolgs.

Vorfreude auf die Startnummer 1

Der letzte Streich in der Saison 2014 folgt Mitte Oktober (17. – 18.) in Ungarn. Bei der Mecsek-Rallye werden Wagner/Zauner erstmal mit der Startnummer 1 antreten. „Eigentlich ist es nichts Besonderes, aber durch unseren letztjährigen Gesamtsieg bei der Mecsek-Rallye dürfen wir dieses Jahr als Erster in die Prüfungen starten. Irgendwie freut man sich eben, das erste Mal mit der Nummer 1 in die Rallye zu starten“, erklärt Karl Wagner.

Somit schafften Karl Wagner und Gerda Zauner, was noch kein österreichisches Rallyeteam vor ihnen zustande brachte: Zwei Europameister-Titel in Folge zu holen. Der Eintrag im Buch der goldenen Erinnerungen ist dem schnellen Paar aus Wien damit sicher.

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