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Rallye-WM: News

Gebührenerhöhung: GB-Lauf in Gefahr?

Wales will die Gebühren für die Nutzung von Waldstraßen deutlich erhöhen, weshalb auch der britische WM-Lauf in Gefahr sein könnte.

Die Großbritannien-Rallye sowie weitere Rallyes in Wales könnten auf der Kippe stehen. Eine neue Vereinbarung für die Verwendung von Waldwegen, die im Besitz der öffentlichen Hand sind, ist nicht zustande gekommen. Der Motorsportverband MSA und National Resource Wales (NRW) wollten einen solchen Vertrag für die Benutzung von Waldstraßen für den Rallyesport neu aushandeln, doch NRW verlangt angeblich um gleich 90 Prozent höhere Nutzungsgebühren als bisher.

Als Begründung für die höheren Gebühren wurden jene Kosten genannt, die für die Reparatur von Flurschäden sowie beschädigter Straßen nach Rallyeveranstaltungen anfallen. Der bisherige Vertrag läuft mit 31. Mai aus. Damit sind alle weiteren Events inklusive der Großbritannien-Rallye (28. bis 30. Okt. 2016) zunächst fraglich. Rally-GB-Manager Ben Taylor bestätigte, dass eine ernsthafte Gefahr für den WM-Lauf bestünde: "Wie jeder andere Veranstalter auch hätten wir Schwierigkeiten, die höheren Kosten zu tragen."

Obwohl die genaue Route noch nicht feststeht, würden wohl alle Prüfungen auf Land, das von NRW verwaltet wird, durchgeführt werden. Der Motorsportverband MSA konnte ähnliche Vertrage mit England und Schottland abschließen. Dabei wurden die Gebühren aber lediglich um 0,7 Prozent erhöht. Der frühere Co-Pilot Nicky Grist, der nun Rallyeveranstalter in Wales ist, sieht die hohen Forderungen seitens NRW als überzogen und unfair.

"Die MSA kann dieser massiven Gebührenerhöhung nicht zustimmen, denn damit wären die Kosten für Rallyes in Wäldern unrealistisch", betont er. "Viele haben jetzt schon Schwierigkeiten, die Antrittsgelder zu bezahlen. Wenn man jetzt die Waldgebühr mehr als verdoppelte, würden die Kosten durch die Decke gehen. Außerdem muss man sich fragen, warum sie [NRW; Anm.] die Gebühr dermaßen erhöhen wollen, wenn England und Schottland nur 0,7 Prozent mehr verlangen."

MSA-Schätzungen zufolge bringt der Rallyesport der walisischen Wirtschaft rund 15 Millionen Pfund (umgerechnet rund 19 Millionen Euro) pro Jahr. Auch WRC2-Pilot Elfyn Evans befürchtet, dass der Rallyesport in Wales nicht überleben würde, wenn die Gebühren derart steigen: "Momentan haben wir eine große Rallyeindustrie in Wales. Wenn wir all das verlieren, ist dann der Anreiz für die Rally GB noch vorhanden?"

Deswegen stellt Evans die entscheidende Frage in den Raum: "Würde es dann noch jene Teilnehmer an der [zeitgleich ausgetragenen; Anm.] nationalen Rallye geben, die den WM-Lauf realisierbar machen? Würden die Fans noch Interesse haben? Wenn sich keiner mehr dafür interessiert, und man diese Infrastruktur verliert, wird es Großbritannien treffen. Man muss das Gesamtbild im Auge haben", betont Evans. NRW hingegen sagt, dass 2015 Straßen im Wert von 665.000 Pfund (ca. 827.000 Euro) beschädigt würden. Die MSA zahlte dafür allerdings nur 339.000 Pfund (ca. 428.000 Euro) an Gebühren, also nur knapp die Hälfte.

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