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Ausgeglichener Krimi in Niederbayern

Die Niederbayern-Rallye im bayrischen Außernzell – vorletzter Lauf der ARC 2016 – bot ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Spitzenpiloten.

Fotos: Daniela Bingart, db-rallyephoto

Die Protagonisten: Ruben und Petra Zeltner mit ihrem schwarzen Porsche 997 GT3 sowie Rainer Noller/Stephan Kopczyk, ebenfalls in einem Porsche 997 GT3. Von den zehn Sonderprüfungen gingen jeweils fünf auf das Konto dieser beiden Teams, die Abstände lagen teilweise im Zehntelsekundenbereich – selbst auf der Sonderprüfung Schnelln, mit 24 km die längste Prüfung dieser Rallye, die in beiden Durchgängen Rainer Noller knapp für sich entscheiden konnte.

Nach rund 100 gefahrenen SP-Kilometern setzten sich Ruben und Petra Zeltner mit nur 6,1 Sekunden Vorsprung durch und wiederholten ihren Gesamtsieg aus dem letzten Jahr – nach einigen kleineren Problemen bei den vorhergehenden Rallyes ein schöner Erfolg für die beiden, der ihnen auch sichtlich Spaß gemacht hat. Auch Noller/Kopczyk, die sich sehr gut mit den Zeltners verstehen, die Serviceplätze zusammenlegen und in den gleichen Hotels übernachten, zeigten sich angesichts dieses wirklich spannenden Duells hochzufrieden.

Dahinter entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Jürgen Geist (BMW M3) und Daniel Fischer (Subaru Impreza), der durch einen technischen Schaden am BMW auf SP 6 zu Gunsten des Ungarn entschieden wurde. Dieser brachte im Anschluss seinen dritten Gesamtrang nach Hause – vor Moufang/Walch (BMW M3) von der veranstaltenden Rallye IG Außernzell im AvD, vor Köhler/Hägele (BMW M3 Compact), Linnbach/Linnbach und Janota/Novak (CZE), beide auf einem Porsche 997 GT3.

Tolle Leistungen einiger österreichischer Piloten: Michael Kogler bewegte sich mit seinem auf diesen Highspeed-Prüfungen leistungsmäßig unterlegenen Citroën DS3 R3T in den Top 5 der Rallye, bis er sich bei einem größeren Ausritt rund 50 Sekunden einfing, glücklicherweise ohne jedoch anzuschlagen; trotzdem ein hervorragender achter Gesamtrang in diesem Klassefeld. Für Reini Sampl sprang in seinem adaptierten Audi TTS ein zehnter Gesamtrang und Klassensieg in der M1, die erstmals außerhalb Österreichs ausgeschrieben wurde, heraus.

Ex-Gruppe-N-Weltmeister Andreas Aigner bot mit seinem BMW 650i die erhoffte und erwartete Show. Tolle Zeiten, vor allem auf der zwei Mal gefahrenen Monsterprüfung Schnelln (mit einer dritten und einer vierten Gesamtzeit), dazu der bärige Sound des V8-Motors, begeisterten die Fans. Durch einen kleinen technischen Defekt auf der Verbindung zwischen SP 1 und 2 kassierte er allerdings satte 2:10 Minuten. Zu den Fahrzeiten der Sonderprüfungen gerechnet bedeutete dies immer noch den zwölften Gesamtrang; eine Top-5-Platzierung wäre für Aigner auf diesen schnellen Prüfungen aber durchaus realistisch gewesen.

Riesig gefreut hat sich Gottfried Kogler, Vater von Michael Kogler und damit Teil zwei des Koglerschen Rallyeunternehmens. Gestartet in der deutschen Gruppe H16, die er locker gewann, konnte er einen schönen 15. Gesamtrang für sich verbuchen. Die Austrian Rallye Challenge 2016 bleibt bis zum letzten Lauf, der Herbstrallye Dobersberg, spannend: Daniel Fischer führt wieder knapp vor Michael Kogler und dem Junioren Marvin Lamprecht, der in Niederbayern den 28. Gesamtrang belegte.

Es gab auch prominente Ausfälle – um nur einige zu nennen: Manfred Seidl (Subaru Impreza) und Stephan Wild (BMW M3), beide jeweils mit einem technischen Defekt; das Ehepaar Weileder mit ihrem BMW 320iS, vor dieser Rallye auf dem zweiten Platz der Niederbayerischen Rallyemeisterschaft gelegen; Anton Werner im wunderschönen Audi Quattro, nach SP 9 auf dem achten Platz gelegen, schied auf der letzten Prüfung durch einen Ausritt aus.

Trotz dieser und anderer Ausfälle wurde die Niederbayern-Rallye ihrem Ruf als ausfallsträchtige Rallye in diesem Jahr nicht gerecht. Immerhin erreichten von den 62 Gestarteten 50 Fahrzeuge das Ziel in Außernzell.

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