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Am Ende fehlten nur 20 Kilometer!

Die schnellen und harten Sonderprüfungen der Arctic Lapland Rallye setzten dem Fahrwerk des Ford Escort RS Cosworth zu: 20 Kilometer vor dem Ziel flog das rechte Vorderrad davon. Bis dahin jedoch erfreuten sich Alex Strobl und Cathy Schmidt an dem großen Abenteuer und zeigten den Organisatoren, dass auch „foreign drivers“ anständig Gas geben können…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Taneli Niinimäki

Eine idyllische Feuerstelle im tiefverschneiten Wald rund um das finnische Rovaniemi – gemeinsam mit zwei Vertretern der Rallye-Organisation mussten Alex Strobl und Cathy Schmidt dort auf das Team warten, denn das große Abenteuer Arctic Lapland Rallye endete für die einzigen Österreicher vorzeitig – dabei hätten nur noch läppische 20 Kilometer gefehlt! Auf der allerletzten, satte 52 Kilometer langen Sonderprüfung sorgte eine Welle für das vorzeitige Ende, bei der Landung wurde das rechte Vorderrad des Ford Escort RS Cosworth ausgerissen.

Cathy Schmidt erzählt: „Ich habe das Rad fliegen gesehen!“ Und Alex Strobl ergänzt: „Wir hatten gerade einen schönen Flow, als es passierte. Am Samstagvormittag hatten wir bereits einen Reifenschaden, ebenfalls rechts vorne – wir müssen schauen, ob es da einen Zusammenhang gibt. Prinzipiell sind diese Prüfungen für ältere Autos eine große Belastung, die neuen Fahrwerke halten viel mehr aus.“

Knüppelharte Prüfungen

Trotz des Ausfalls zeigten sich Alex und Cathy überglücklich, dieses Abenteuer bestritten zu haben. Und schließlich fehlten am Ende nur die besagten 20 Kilometer. Alex Strobl gerät ins Schwärmen: „Es sind traditionsreiche Sonderprüfungen, die für ihre gnadenlose Härte wohlbekannt sind – auf einer 30 Kilometer langen Prüfung standen links und rechts an die 15 gestrandete Autos. Da wird einfach abgestellt und ein Pannendreieck davor gelegt - so lange niemand verletzt ist, wird dort nicht abgebrochen, da muss man als Fahrer einfach damit klarkommen, dass eben Fahrzeuge am Rand herumstehen.“

‚Foreign Drivers‘ geben Gas

Alexander Strobl und Cathy Schmidt starteten in der Klasse 13 für 4WD-Fahrzeuge mit ausländischen Piloten. In dieser sind sechs Teams gestartet, Strobl eröffnete gleich einmal mit der zweitschnellsten Zeit – und das mit dem dienstältesten Auto dieser Klasse. Nach SP2 lagen Strobl/Schmidt sogar in Führung – am Ende des ersten Tages belegten die beiden Platz drei der Klasse und wurden somit auch in der Gesamtstartreihenfolge vorgereiht. Strobl lacht: „Ich denke schon, dass die Organisatoren uns Touristen als ‚bad drivers‘ einschätzen, daher mussten wir am Freitag sehr weit hinten starten und auch das eine oder andere Auto überholen. Sie gaben uns auch am Freitag einen Fünf-Minuten-Abstand, weil sie offenbar geglaubt haben, dass wir das brauchen.“

Mit den Rentieren auf Besichtigung

Vor dem Ausfall am Samstagnachmittag belegten Alex Strobl und Cathy Schmidt den guten dritten Klassenrang, wobei sie beim Reifenschaden viel Zeit einbüßten. Strobl sagt: „Natürlich haben wir auch auf die Zeiten geschaut und am Anfang lief es ja auch prächtig – aber letztendlich sind wir froh, dass wir diese schöne Rallye beinahe zu Ende gefahren sind, es ist einfach ein großartiges Erlebnis, hier zu fahren.“

Dieses Abenteuer begann schon mit der für Österreicher doch ungewohnten Besichtigung – schließlich wurden von 250 SP-Kilometern lediglich 20 Kilometer mehrmals befahren, die 230 Kilometer wurden allesamt nur einmal in Angriff genommen. Außerdem gab es noch weitere ungewohnte Details, wie Cathy Schmidt lachend erzählt: „Es gab Rentiere. Eines lief auf der Straße direkt vor uns her, es lief immer und blickte zurück, ob wir noch da waren. Es lief nicht in den Wald rein, sondern blieb auf der Straße, weil man dort am besten weiterkommt. Das war schon süß!“

Trotzdem freute sich das Duo an der Feuerstelle auf das große Abendessen, bei dem es neben Bier auch Rentierfleisch zu genießen gab….

„Nur das Rad wollte nicht mehr“

Teamchef Eeru Räikkönen, dessen Printsport Racing Team bei der Kultrallye eine Vielzahl an Teams betreute, hatte dennoch Zeit und Muße, den österreichischen Arctic Lapland-Rookies wertvolle Tipps zu geben, wie Alex Strobl berichtet: „Es war eine große Freude, mit Eeru zu arbeiten! Er hat uns wirklich nützliche Tipps gegeben. So riet er uns, auf der vorletzten Prüfung die Reifen zu schonen, sodass wir auf der abschließenden 52 Kilometer-Prüfung noch genügend Gripp haben. Daran haben wir uns auch gehalten, die Reifen waren noch gut beieinander!“ Lachend fügt Alex hinzu: „Nur das Rad wollte leider nicht mehr…“

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