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Veszprém-Rallye 2017

Volvos bei der Veszprém-Rallye 2017

Fünf Volvos aus Österreich waren bei der Veszprém-Rallye 2017 am Start. Über die Ausfälle tröstete die familiäre Atmosphäre hinweg.

Fotos: Joy Schneider; Werner Schneider

Vier Volvos des MCL 68 wollten bei der Veszprém-Rallye 2017 im Elch Cup punkten. Hinzu kam mit Karl Rumpler, der jedes Schlagloch der Rallye beim Namen kennt, ein echter Gradmesser. 14 Köpfe umfasste der MCL-68-Tross in die Puszta. Stefan Fehringer feierte sein Debüt auf der linken Seite eines Rallyeautos, und für die MCL-68-"Küken" Gregor Steiner und Rebecca Halbmayr war es die erste Rallye in Ungarn überhaupt. Pünktlich zum Beginn der Rallye setzten kurze, aber heftige Regenschauer den Sonderprüfungen einigermaßen zu. Als die Volvos starteten, waren bereits 50 Allradfahrzeuge über die Strecke gefahren, dementsprechend tief waren die Spurrillen.

Dramen gleich zu Beginn

Georg Gschwandner und Manfred Cerny wurden gleich zu Beginn von einer defekten Benzinzufuhr gestoppt – mitten auf SP 1 blieb der 240er einfach stehen. Die Mechaniker tauschten in der Nacht die komplette Pumpeneinheit, legten neue Kabel, aber der Wagen wurde auch am zweiten Tag mit den Erschütterungen nicht fertig und blieb abermals zu Beginn der Auftaktprüfung stehen. Norbert Tomaschek legte einen fulminanten Start hin, jedoch zerbrach auf der zweiten SP des ersten Tages zuerst die Hinterachsaufhängung, und nach kurzer Zeit entschied sich die Kardanwelle dafür, nicht mehr alleine die Achse halten zu wollen.

Stefan Fehringer wurde im ersten Regrouping darauf aufmerksam gemacht, dass sich unter seinem Auto ein kleiner Ölsee bildete; Grund war eine abgeschliffene Ablassschraube des Differenzials. Er konnte seinen Volvo aber von den Mechanikern wieder flott machen lassen, startete am zweiten Tag eine sensationelle Aufholjagd und war fallweise sogar schneller als Routinier Karl Rumpler. Die flotte Fahrweise forderte dann aber vor der letzten Sonderprüfung leider doch ihren Tribut in Form einer abgerissenen Treibstoffleitung.

Fehringer: "Ich war mit meiner ersten Rallye als Fahrer vollauf zufrieden. Die Volvo-Familie kenne ich ja schon aus meiner Beifahrerzeit. Es ist einfach Rallyespaß pur gewesen und war sicher nicht meine letzte Rallye. Ich spare schon auf den nächsten Einsatz in Ungarn."

Jugend forscht

Völlig unbeeindruckt von der Härte der Strecke und den Dramen um sie herum spulten Gregor Steiner und Rebecca Halbmayr ihr Programm ab. Besichtigt wurde teilweise gemeinsam mit den Volvo-Kollegen, da und dort gab es freilich auch Tipps der Kollegen für die Ungarn-Neulinge. Das Duo hatte kein einziges Problem und steigerte sich von Sonderprüfung zu Sonderprüfung. Steiner/Halbmayr wurden Zweite in der Volvo-Klasse und Erste im Elch Cup.

Steiner: "Es war erst meine dritte Rallye und meine erste Auslandsrallye, für mich zählt nur Erfahrung zu sammeln und den Grenzbereich des Volvos zu erforschen. Das Schönste ist: In der Volvo-Familie geht es völlig offen zu, jeder hilft Dir, wo er kann, keiner versucht einen Vorteil für sich herauszuholen, jeder freut sich für jeden und ist auch traurig, wenn der andere aufgeben muss. So lernen wir Jungen am besten, auf was es bei solch schwierigen Rallyes in der Vororganisation und während der Rallye ankommt. Danke, danke, danke an das ganze Team und meine Beifahrerin, welche einen super Job gemacht hat."

Ein Highlight vor dem Start

Für alle Volvo-Fahrer und -Mechaniker gab es am Freitag vor der Rallye noch hohen Besuch im Service. Gschwandner: "Es gab eine nette Begebenheit, die auf jeden Fall Erwähnung finden sollte. Hinter dem GP-Racing-Service stand das Service von BRR mit dem großen Red-Bull-Motorhome. Wir hatten geplant, um 17 Uhr Richtung Hotel aufzubrechen. Da kam Raimund Baumschlager einfach so zu uns ins Service spaziert, begrüßte uns, fing sehr nett mit uns ins Plaudern an. Er erzählte uns viele nette Anekdoten, seine Sicht verschiedenster Rallyeangelegenheiten."

"Vor allem unsere Jungen dachten, der Papst persönlich stehe vor ihnen. Die Wahrheit, finde ich allerdings, ist: Raimund Baumschlager ist ein absolut geerdeter, 'ganz normaler Mensch', ein absolutes Vorbild nicht nur den Sport, sondern auch die Menschlichkeit in diesem Sport betreffend. Vor allem für unsere jungen Rallyefahrer sind solche Begegnungen immens wichtig und auch ich habe mich darüber sehr gefreut. Wir fuhren dann erst um 19 Uhr ins Hotel. Trotz einiger Ausfälle steht unter dem Summenstrich auch nach diesem Wochenende: Wir sind Familie, wir haben Spaß!", so Gschwandner.

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