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Rallye: EXKLUSIV
Harald Illmer

Julian Wagner: „Habe mich beruflich weiterentwickelt“

Als Vizestaatsmeister 2019 hatte Julian Wagner 2020 Großes vor - doch dann kam die Pandemie. Wie geht es unserer Rallye-Hoffnung in Zeiten wie diesen? motorline.cc hat nachgefragt...

Noir Trawniczek

Österreichs Rallyefans konnten bei der Rallye Monte Carlo mit Hermann Neubauer und Johannes Keferböck mitfiebern - nahezu zeitgleich jedoch mussten sie die Absage der Rebenland-Rallye und die Verschiebung der Lavanttal-Rallye hinnehmen. Die Coronavirus-Pandemie diktiert immer noch das Geschehen - tapfer versucht Georg Gschwandner, mit der Blaufränkischland-Rallye der Pandemie zu trotzen. „Wenn sie stattfindet, werde ich auf alle Fälle zuschauen kommen“, sagt Julian Wagner.

Dem ORM2WD-Staatsmeister 2017 hat die Pandemie einen „Riesenstrich durch die Rechnung“ gemacht. Mit Baumschlager Rallye Racing (BRR) wurde er 2019 in seiner ersten gemeinsamen , als Lernjahr vorgesehenen Saison gleich einmal Vizemeister. Doch dann kam 2020, seit der Jännerrallye gab es keine Rallye mehr in Österreich. Mittlerweile habe sich vieles geändert: „Ich habe mich beruflich weitergebildet und hatte die Möglichkeit, gemeinsam mit meinem Vater Friedrich die Firma Hinterleitner zu übernehmen. Er ist dort weiterhin für den Verkauf zuständig, ich leite die Werkstatt.“

Dass Raimund Baumschlager für Julian in seinem BRR-Team mehr als nur eine Pilotenrolle vorgesehen hatte und ihn sich sogar als seinen Nachfolger vorstellen konnte, bestätigt Julian: „Ja, wir hatten einen längerfristigen gemeinsamen Plan.“ Zugleich räumt Julian ein: „Mir ist die Firma mit meinem Vater sehr wichtig und in so fern kommt mir Corona sogar entgegen - zurzeit wäre es so, dass ich mich bei einem groß angelegten Rallyeprojekt entscheiden müsste, worauf ich den Fokus lege.“

Müssen die Fans nun befürchten, dass Julian seine Karriere beendet? Julian winkt ab: „Nein, es ist ja beides machbar. Ich werde immer für den Rallyesport brennen, aber es ist mir gerade in schweren Zeiten wie diesen wichtig, dass man die Firma behalten kann.“ Für eine volle ORM-Saison sei das Budget zwar noch nicht vorhanden, bei einem allfälligen ORM-Auftakt könne man aber mit Julian rechnen. Und in welchem Auto? Mit welchem Antrieb? Julian lacht: „Mein Hauptthema war immer Skoda, da hat es ja auch ein Update gegeben.“ Mit den ebenfalls bei BRR zur Verfügung stehenden VW Polo GTi R5 habe er sich noch nicht auseinandergesetzt, dass Raimund Baumschlager und Philip Kreisel den elektrischen Fabia zünden werden, begrüßt Julian: „Das macht unsere Meisterschaft nur attraktiver - gerne würde ich gegen Hermann (Neubauer), Simon (Wagner) aber auch Raimund oder Manfred Stohl fahren.“ Noch sei aber nicht absehbar, wann die ORM ihren lang ersehnten Restart erleben wird: „So lange es einen Lockdown gibt, wird es wegen der geschlossenen Gastronomie nicht möglich sein.“ Erst wenn der Lockdown beendet wird, „können sich Firmen erholen und erst dann kann man auch sehen, in wie weit Sponsoren weiterhin den Rallyesport unterstützen können. Da muss man es dann auch verstehen, wenn eine Firma das eigene Überleben im Fokus hat.“

So wie auch die Firma Hinterleitner, geleitet von Vater und Sohn Wagner - wenn also Rallyefans ein Auto kaufen oder in Reparatur geben wollen, könnten sie dort, im oberösterreichischen Steyr auch dem Sport etwas Gutes tun. Julian lacht: „Ja, dann sollten sie zu uns kommen.“ Eines verspricht Julian so oder so: „Die Wagner-Brüder werden immer im Motorsport vertreten sein - und sie werden immer auch, so weit es finanziell möglich ist, danach trachten, mitzufahren.“

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