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WRC Rallye Kroatien 2022: Endbericht Kalle Rovanperä im Toyota GR Yaris Rally1 bei der Rallye Kroatien 2022
Motorsport Images

WRC Rallye Kroatien 2022: Kalle Rovanperä siegt dramatisch!

In einem dramatischen Finale sichert sich Kalle Rovanperä den Sieg bei der Rallye Kroatien und baut damit die WM-Führung aus: Evans' Attacke verpufft

Toyota-Pilot Kalle Rovanperä hat am Sonntag die Rallye Kroatien, dritter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2022, gewonnen und damit seine Führung in der WM-Wertung ausgebaut. Nachdem er die Rallye über weite Strecke dominiert hatte, musste sich Rovanperä den Sieg bei der letzten Wertungsprüfung gegen Ott Tänak (Hyundai) erkämpfen, nachdem ihn der Este bei der vorletzten WP von der Spitze verdrängt hatte.

Bei der Powerstage war Rovanperä aber 5,6 Sekunden schneller als Tänak und hatte damit im Ziel nach 20 Wertungsprüfungen 4,3 Sekunden Vorsprung vor dem Hyundai-Piloten. Für Rovanperä war es insgesamt der vierte Sieg in seiner WRC-Karriere und nach der Rallye Schweden der zweite in dieser Saison.

Thierry Neuville (Hyundai) rettete trotz eines Abflugs bei der Powerstage Position drei vor Craig Breen (Ford) ins Ziel. Fünfter wurde nach einer enttäuschenden Rallye mit mehreren Reifenschäden Elfyn Evans (Toyota), Sechster sein Markenkollege Takamoto Katsuta.

Rovanperä von Beginn an vorne

Auf Gesamtrang sieben kam mit Yohan Rossel (Citroen) der Sieger der WRC2-Wertung ins Ziel. Mit Kajetan Kajetanowicz, Emil Lindholm und Nikolai Gryasin (alle Skoda) komplettierten drei weitere WRC2-Piloten die Top 10.

Bei Regenwetter und entsprechend rutschigen Bedingungen hatte Rovanperä die Rallye am Freitag dominiert und sich mit sechs Bestzeiten bei acht WP eine souveräne Führung herausgefahren. Doch trotz eines Rückstands von 1:23 Minuten gab sich Tänak nicht geschlagen, robbte sich am Samstagvormittag in kleinen Schritten an den Finnen heran - und hatte Glück.

Bei der elften WP verlor Rovanperä durch einen Reifenschaden über 54 Sekunden, zeitweilig betrug sein Vorsprung auf Tänak nur noch 13,0 Sekunden. Doch bei den letzten Prüfungen am Samstag und und ersten beiden am Sonntag zog der Finne wieder auf 28,4 Sekunden davon.

Tänaks Reifenpoker geht im Regen auf

Dann wurde das Klassement bei der vorletzten WP auf den Kopf gestellt. Tänak hatte auf Regen gepokert und neben zwei Regenreifen vier weiche Trockenreifen eingepackt, während Rovanprä und viele andere Rivalen harte Pneus gewählt hatten.

Und Tänaks Poker wurde in Form eines heftigen Regenschauers belohnt. Auf den nassen Straßen hatte er mit den weichen Reifen deutlich mehr Haftung, nahm Rovanperä 29,8 Sekunden ab und lag vor der letzten WP plötzlich um 1,4 Sekunden in Führung. Doch Rovanperä hatte noch einen Pfeil im Köcher, holte sich bei der Powerstage mit der Bestzeit doch noch den unter dem Strich verdienten Sieg zurück und nahm die Maximalpunktzahl von 30 mit.

"Wir haben wirklich hart gepusht und ich denke, wir haben es an diesem Wochenende verdient. Das war mit Sicherheit der härteste Sieg in meiner Karriere", sagt der Finne. Tänak war mit Platz zwei nicht unzufrieden. "Ich bin kein Risiko eingegangen, und Kalle ist offensichtlich gut gefahren. Wir haben um den Sieg gekämpft, aber nur wegen cleverer Entscheidungen und der Reifenwahl", sagt er.

Neuville mit Abflug bei der Powerstage

Neuville hätte das Podiumsresultat bei der Powerstage fast noch weggeworfen. In einer Linkskurve war der Belgier von der Straße gerutscht und im Graben eingeschlagen. Dabei ging nicht nur der rechte Vorderreifen seines Hyundais platt, sondern auch die Funkverbindung im Cockpit fiel aus.

"Das war mein Fehler. Der harte Reifen hatte keinen Grip, ich bin beim Bremsen einfach geradaus gerutscht", sagt Neuville. "Wir hatten an diesem Wochenende viele kleine Probleme, aber am Ende hatten wir das nötige Glück."

Der Ausrutscher bei der Powerstage wäre für Neuville fast die negative Krönung einer schwierigen Rallye gewesen. Am Freitagmittag war der Belgier aufgrund eines Defekts an der Lichtmaschine vier Minuten zu spät bei einer Zeitkontrolle erschienen, zu der Neuville und Beifahrer Martijn Wydaeghe den Hyundai die letzten 800 Meter schieben mussten.

M-Sport muss Lehrgeld zahlen

Aufgrund des Problems und der Verspätung war Neuvielle auf der vorhergehenden Verbindungsetappe deutlich zu schnell gefahren - mit bis zu 156 km/h bei erlaubten 80. Dafür erhielt er unter anderem eine Minute Strafzeit.

Abgesehen von Breen zahlte M-Sport in Kroatien Lehrgeld. Pierre-Louis Loubet musste seinen Puma schon bei der zweiten WP nach insgesamt drei Reifenschäden abstellen. Kurz danach verunfallte sein Landsmann Adrien Fourmaux und beschädigte das Chassis seines Autos. Bei der achten WP zum Abschluss des Freitags verlor dann Gus Greensmith nach zwei Reifenschäden mehr als zehn Minuten und damit die Chance auf ein Top-10-Resultat.

Auch die anderen Hersteller kamen bei den schwierigen Bedingungen nicht ungeschoren davon. Esapekka Lappi (Toyota) touchierte bei der ersten WP einen Stein an der Innenseite eine Kurve, beschädigte dabei die rechte Vorderrad-Aufhängung des Autos und musste den Tag aufgeben.

Rovanperä baut WM-Führung aus

Hyundai-Junior Oliver Solberg war am Samstagmorgen bei der neunten WP abgeflogen und rückwärts eingeschlagen. Dabei entzündeten sich Teile des Autos am heißen Auspuff. Solberg und Beifahrer Elliott Edmondson blieben aber unverletzt.

In der Fahrerwertung führt nach drei von 13 geplanten Rallyes Rovanperä mit 76 Punkte vor Neuville, der 47 Zähler auf dem Konto hat. Breen verbesserte sich mit nun 30 Punkten auf WM-Rang drei. Bei den Herstellern führt Toyota mit 126 Punkten vor Hyundai (84) und M-Sport (80).

Weiter geht es in der WRC-Saison 2022 in vier Wochen (19. bis 22. Mai) mit der Rallye Portugal, der ersten Schotterrallye der Saison. Dann wird für M-Sport wieder der neunmalige Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb an den Start gehen.

Motorsport-Total.com

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