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Blaufränkischland Rallye: Interview Gschwandner
Foto: GP Racing

Georg Gschwandner im Rallye Radio Interview: „Wir müssen zusammenhalten!“

Im ausführlichen Interview mit dem Rallye Radio erzählt Blaufränkischland-Veranstalter Georg Gschwandner von seiner schönen Kindheit auf griechischen Schotterwegen und Menschen wie Rudi Stohl als geerdetes Idol. Und: Warum Gschwandner gerade jetzt einen gemeinsamen Weg von Spitzen- und Breitensport beschwört...

Seit Georg Gschwandner das Blaufränkischland ins Herz geschlossen hat - und das Blaufränkischland ihn - erlebte der Neo-Veranstalter pandemiebedingt noch in jedem Jahr völlig unterschiedliche Voraussetzungen, doch davon entmutigen ließ sich Gschwandner nie: „Wir waren bei unserer ersten Ausgabe 2020 die letzte Rallye vor dem ersten großen Lockdown. 2021 waren wir auf breitem Felde die erste Rallye mit Covid19-Präventionskonzept und jetzt sieht es so aus, dass die Rallyeteilnehmer und Medienvertreter noch unter Covid-Bestimmungen anreisen - doch am Samstag beginnt quasi mit der ersten Sonderprüfung wie von der Bundesregierung verlautbart eine neue Freiheit. Eine Freiheit für die Rallyefahrer - und was uns aber ganz besonders freut: auch für die Zuschauer! Weil sie jetzt tatsächlich uneingeschränkt zuschauen dürfen - und das war ja bis vor zwei Wochen noch nicht fix - doch jetzt ist es so!“

Dass manche Fans angesichts der neuerlichen Absage der Jännerrallye die Blaufränkischland-Rallye als „Messlatte“ heranziehen und den Veranstaltern der Freistädter Kultrallye mehr oder weniger mangelhafte Motivation vorwerfen, findet auch Georg Gschwandner nicht okay: „Man kann eine Eintages-ARC-Rallye nie im Leben mit einer Jännerrallye oder einem anderen ORM-Lauf vergleichen..“ Es würde jeder Veranstalter den Gegebenheiten entsprechend entscheiden, ob er seinen Event mit Hilfe von Eintrittsgeldern sichert oder auch nicht: „Das ist bei jeder Rallye komplett anders - ich habe bei der Blaufränkischland-Rallye entschieden, dass sie ohne Zuschauer auskommen muss. Wir haben fünf Zuschauerzonen - dort wird Speis und Trank angeboten, das Geld kommt den mithelfenden Vereinen zugute...“

Doch völlig unabhängig von diesem bei jeder Rallye individuell aussehenden „Tauschgeschäft“ sei eine völlig zuschauerfreie Rallye in Tagen wie diesen schlicht nicht mehr möglich gewesen, wie Gschwandner erklärt: „2020 haben die Menschen die Maßnahmen rigoros unterstützt, doch die Einsicht hat im Laufe der Zeit abgenommen. Wenn die Behörde tausende Zuschauer verbietet, dann verbietet sie auch 100 oder 300 Zuschauer. Wenn mir vor der Pandemie jemand gesagt hätte, dass man zittern muss, dass schönes Wetter ist, weil dann Zuschauer kommen - dann hätte ich ihn für verrückt erklärt! Wir haben im Vorjahr den Leuten vermittelt, dass sie den Neustart der Rallye nur dann sichern können, wenn sie NICHT kommen.“

Rallyesport finanziell niederschwellig - eine Utopie?

Georg Gschwandner, der im Interview mit dem Blaufränkischland Rallye Radio powered by Advancis Austria einen Einblick in jene Zeit gibt, in der er einst als Kind bei Griechenland-Urlauben die Nähe zu Österreichs Rallye-Pionieren a la Rudi Stohl lieben lernte, hat sich stets für niedrigere Einstiegspreise ausgesprochen und immer wieder als Organisator von verschiedenen Rallye-Cups versucht, auch den „Normalverdienern“ einen leistbaren Quereinstieg zu ermöglichen.

In dem ausführlichen Interview findet Gschwandner lobende Worte dafür, dass die heimische Motorsportbehörde AMF mit dem Serienreglement M1 oder der Proto-Klasse versucht, die von der FIA propagierte R-Schiene mit leistbaren Zwischenstufen auszustatten - zugleich merkt Georg hinsichtlich der M1 an: „Wenn mir schon das Serienauto, das als Basis dienen soll rund 60.000 Euro kostet - dann tue ich mir wirklich schwer, das als ‚Einstiegsserie‘ zu betrachten...“

“Nur gemeinsam schaffen wir das...“

Dem herkömmlichen Sponsoring, wie man es vor nicht allzu langer Zeit noch im Rallyesport kannte, erteilt Georg Gschwander eine Absage: „Es braucht ganz besondere Herangehensweisen, das reine Vorhandensein von Sponsorenlogos auf dem Auto wird vom Konsumenten schon länger de facto nicht wahrgenommen. Wenn es aber eine Kampagne ist, die Menschen emotional anspricht und zudem zusammenbringt, ist das ein Mehrwert.“

Das Zusammenhalten ist wie eh und je das „oberste Gebot“ des Georg Gschwandner - so sieht er zwischen der Rallye-Staatsmeisterschaft (ORM) und der Austrian Rallye Challenge (ARC) alles andere als einen tobenden Konkurrenzkampf - selbst wenn zuletzt die sich dem Breitensport verschrieben habende ARC in gewissen Segmenten wie den Historischen Rallyeboliden die Nase eindeutig vorne hatte: „Wir haben es heuer gleich bei drei ORM-Rallyes geschafft, die ARC sinnvoll in den Zeitplan zu integrieren. Wir müssen in Zukunft genau solche Wege der Kooperation gehen - nur so haben wir eine realistische Chance, unserem so geliebten Sport auch wirkllich langfristig das Überleben zu sichern...“

Das ausführliche Interview mit Blaufränkischland Rallye-Veranstalter Georg Gschwandner im Rahmen der HIGHNOON Sendung finden Sie hier:
mixlr.com/rallye-radio-noir/showreel/blaufrankischland-rallye-highnoon

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