RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
ORM Lavanttal Rallye: Nachbericht  Keferböck
Foto: pressfoto.at/Markus Tobisch

Abgerissene Radbolzen sorgen für seltenen Ausfall schon auf SP2

Johannes Keferböck genoss gerade das gute Gefühl im ŠKODA FABIA Rally2 evo Edition 120, als sich ein immer stärker werdendes Rattern einstellte - leider war es das, was Experten diesem Geräusch zuordnen: Die Radbolzen sind gerissen, das Rad flog weg, glücklicherweise in keiner Highspeedpassage. Das K4 RALLY TEAM entschloss sich schweren Herzens abzustellen, um die Kroatien-Rallye in zwei Wochen sicherzustellen.

Das Rallye-Wochenende im Lavanttal hat für das K4 RALLY TEAM gut begonnen: Der bildhübsche ŠKODA FABIA Rally2 evo Edition 120 des tschechischen Keane Motorsport Teams war startklar für den Rollout am Donnerstag. Johannes Keferböck und Ilka Minor waren top motiviert - der kurze Test, einen Tag vor der Lavanttal-Rallye, bot Johannes eine gute Gelegenheit, sich wieder an sein „rasendes Office“ zu gewöhnen: „Ich bin ja seit der Monte Carlo Rallye nicht mehr im Rallyeauto gesessen, das waren dann doch drei Monate - da war der Rollout eine willkommene Möglichkeit, mich wieder warmzufahren - ich hatte ein gutes Gefühl im Auto, Ilka und ich haben uns schon sehr auf den Rallyestart gefreut.“

Auch die ersten beiden Sonderprüfungen wollte sich Johannes Keferböck noch Zeit geben, um wieder vollends auf Renntempo zu gelangen: „Ich wollte den ersten Durchgang dafür nützen, um wieder komplett ins Rennfeeling zu kommen und danach wollten wir dann Tempo machen.“ Keferböck/Minor markierten auf der ersten Sonderprüfung die sechstschnellste Zeit der die Top 10-Platzierungen komplett „beschlagnahmenden“ rally2-Teams.

Und plötzlich Rattatata...

Auf SP2, dem Rundkurs Vorderlimberg, erlebte Johannes zunächst Erfreuliches: „Ich habe früher als erwartet bereits wieder ein gutes Renngefühl und Vertrauen aufbauen können, denn das Auto war gut abgestimmt. Gleich die erste Runde war gefühlt sehr gut, doch in der zweiten Runde kam in Linkskurven ein Geräusch hinzu - es hörte sich an wie ein Schrubben, ein Rattern - wie wenn man den Reifen ‚überfährt‘, ihn verbrennt, da hast du auch so ein Geräusch. Weil mir das nicht ganz geheuer war, habe ich mich schon auf die Rundkurs-Ausfahrt gefreut, die wir zügig genommen haben - jetzt wurde das Geräusch in den Linkskurven stärker, ich habe noch zu Ilka gesagt: ‚Fühlt sich an wie ein Plattfuß‘. Da haben wir seit der Ausfahrt rund einen Kilometer zurückgelegt - wir haben dann eine Stelle gesucht, wo wir stehenbleiben können, ohne andere Teams zu behindern. Wir wollten das Rad wechseln, doch Ilka meinte: ‚Da ist gar kein Rad mehr, keine Felge, aber die Bolzen stecken noch im Radträger‘. Wir sind dann noch 30 bis 40 Meter auf der Bremsscheibe an eine Stelle gefahren, wo wir das Auto endgültig abstellen konnten. Aus irgendeinem Grund sind die Radbolzen gerissen - wir hatten Glück, dass wir dabei nirgends angeschlagen sind. Wenn dir das an einer Highspeedstelle passiert, ist das gar nicht lustig.“

Fokus liegt bei WM-Rallye in Kroatien

Offen war nun die Frage, ob man den zweiten Tag der Lavanttal-Rallye als Testfahrt nützt. Johannes Keferböck erklärt: „Wir haben das ausführlich im Team besprochen - doch der ŠKODA FABIA Rally2 evo Edition 120 muss in zwei Wochen beim Weltmeisterschaftslauf in Kroatien sein. Zugleich gab es für den Samstag schlechte Wetterprognosen. Wir haben uns daher schweren Herzens für die sichere Variante entschieden, um den Kroatien-Einsatz keinesfalls zu gefährden. Schließlich sind Ersatzteillieferungen zurzeit generell ein schwieriges wirtschaftliches Thema. Jetzt liegt unser Fokus bei der Kroatien-Rallye, auf die ich mich schon sehr freue.“

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.

Nachgefragt bei AMF & Manfred Stohl

Streitfrage: Rallye schon ab 13?

Der 19-jährige Este Jaspar Vaher zeigte in der ERC gehörig auf - er fuhr schon ab 13 als Vorausauto, ab 14 im Bewerb. Soll man auch bei uns das Mindestalter für Rallye-Teilnahmen herabsetzen?

ET König Rallye: Bericht TEC7 HRM & ORC

Wagner siegt - Karlhofer mit Sensations-Comeback

Karl Wagner und Gerda Zauner gewinnen eine turbulent-großartige ET König Judenburg-Rallye - für Aufsehen sorgte Lancia-Spezialist Martin Karlhofer, der erstmals seit 2004 wieder bei einer Rallye an den Start ging und prompt mit einigen Bestzeiten aufhorchen ließ. Bei den Österreichischen Rallye Classics gewannen Alex Strobl und Cathy Schmidt.

ARC, ET König Rallye: Vorschau Zellhofer

Christoph Zellhofer kommt mit viel Kampfgeist

Der Niederösterreicher braucht ORM2-Sieg um noch Titelchancen zu besitzen - Anna Maria Seidl ist voll motiviert, der SUZUKI SWIFT ZMX bestens vorbereitet

ARC, ET König Rallye: Bericht Neulinger

Marcel Neulinger triumphiert auch in Judenburg!

Marcel Neulinger setzte seine beeindruckende Siegesserie bei der ET KÖNIG Judenburg Rallye 2026 fort und holte den vierten Saisonsieg in der Steiermark!