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Rallyshow Santadomenica: Bericht RRA
Fotos: Helmut List, RRA

Großartiger Saisonabschluss - harter Einsatz!

Race Rent Austria startete bei der Rallyshow Santadomenica mit sieben Teams - sechs erreichten die Zielrampe. Für die RRA-„Familie“ war es ein grandioser Saisonabschluss und ein perfekter Event, um die im letzten Jahr modifizierten Protos/Evos einem harten Test zu unterziehen. Die Stimmung war prächtig - auch wenn der eine oder andere sich mehr Schlechtwetter gewünscht hätte...

Von den sieben Race Rent Austria-Teams sind bei der beliebten Rallyshow Santadomenica sechs ins Ziel gekommen - lediglich Alexander Schmollngruber, der Sohn von RRA-Teamchef Wolfgang Schmollngruber, musste seinen Mazda abstellen: „Mein Copilot Christoph Wögerer und ich haben gleich nach der ersten Prüfung gemerkt, dass der Motor nicht mehr rund läuft, er lief nur auf drei Zylindern. Im Service haben wir den Fehler gefunden und festgestellt, dass beim neuen 2,4 Liter Mitsubishi-Motor ein Kipphebel vom Einlassventil gebrochen war. Ein Schaden, der nicht vor Ort repariert werden konnte.“ Was Schmollngruber junior aber freut: „Wir konnten am Samstag im Shakedown mit unserem Mazda 323 GTR die zehnte Gesamtzeit markieren und auf SP1 fuhren wir trotz Motorproblemen die 14. Zeit.“ Bei rund zehn modernen R5-Fahrzeugen und auch World Rally Cars eine vielversprechende Leistung...

Was alle Teilnehmer vereint: Alle loben die Veranstalter - denn die Rallyshow Santadomenica wird immer mehr zu einer wahren Kult-Veranstaltung, bei der auch das Miteinander von Fans und Aktiven hervorgehoben wird. Reini Sampl, der zum ersten Mal bei der Show angetreten ist, sagt stellvertretend für viele: „Das ist ein richtig geiler Event - allein der Zeremonienstart am Vorabend ist richtig gut aufgezogen, eine perfekte Organisation - ich werde im nächsten Jahr sicher wieder dabei sein...“

Stockinger/Moser: Bestes RRA-Team

„Sonst gibt es bei der Rallyshow Santadomenica immer Regen, ‚Gatsch‘ und Weltuntergang - doch diesmal herrschte am Sonntag richtiges Sonnenwetter“, erzählt Markus Stockinger. Er und sein Copilot Johann Rainer Moser erlebten ein nahezu problemloses Wochenende: „Es hat uns einmal den Turboschlauch heruntergedrückt - ansonsten lief das Auto wie am Schnürchen.“ So konnten Stockinger/Moser als Gesamt-Neunte das Podium der Klasse RSSD2 stürmen - als bestplatziertes Race Rent Austria-Team.

Schmollngruber/Fischer: „Ziel verfehlt“

Mit den Spikereifen im Gepäck hatte Wolfgang Schmollngruber in Kroatien Großes vor. In der Qualifikation konnten „Schmolli“ und sein Copilot Christoph Fischer Platz acht belegen - die Top 10 durften gestürzt eine Startposition wählen: „Wir haben die Nummer eins genommen - gleich auf der ersten Prüfung kam uns das zugute. Wie Simon Wagner (der sich für Startplatz 5 entschied) ist es bei dieser Veranstaltung nicht notwendig, eine hintere Startnummer zu wählen, da sich die Strecke in gewissen Passagen gleich nach dem ersten Mal in ein Schlachtfeld verwandelt.“ So konnten Schmollngruber/Fischer auf SP1 trotz einer relativ sicheren Fahrt mit der achten Gesamtzeit glänzen.

Doch auf SP3 dann ein Drama: „Es ist uns hinten eine Halbachse abgerissen - das hat uns zwischen einer halben und einer dreiviertel-Minute an Zeit gekostet. Da es diesmal Trockenwetter gab, konnten wir von den Spikes nicht profitieren, im Gegenteil: So wurde der Verschleiß noch extremer. Auf der letzten Prüfung sind wir auf Schotterreifen umgestiegen, doch zwei Kilometer vor der Ausfahrt ist wieder eine Halbachse gerissen.“

So zieht Wolfgang Schmollngruber folgende Bilanz: „Wir sind dieses Mal mit dem stärksten 650 PS-Motor-Setup gefahren, welches für das Material eigentlich eine Wahnsinnsbelastung darstellt - das war uns im Vorfeld klar. Der Proto mit dem neuen Fahrwerk sowie neuen Diff-Sperren hat perfekt funktioniert und es ist jedes Jahr aufs Neue gewaltig, mit einem solchen Leistungsüberschuss inmitten der ‚unbezwingbaren’ R5- und WRC-Fahrzeuge mitzufahren. Wir konnten trotz der Probleme den elften Gesamtrang belegen - aber unser Ziel, bestes Nicht-R5-Team zu werden, haben wir leider verfehlt.“

Schmollngruber fügt hinzu: „Jetzt werden wir für die Jännerrallye wieder das ursprüngliche Zweiliter-Aggregat einbauen - denn mit diesem Auto wird Stefan Traxler seine Heimrallye absolvieren.“

Sampl/Kalinke: Spikes halfen nicht

Reini Sampl war zum ersten Mal bei der Rallyshow Santadomenica am Start - gemeinsam mit Melanie Kalinke konnte er den 15. Gesamtrang belegen. Sampl wollte die im Vorjahr geborene Idee von Wolfgang Schmollngruber, auf Schlamm mit Spikereifen zu fahren, selbst ausprobieren - und fuhr als einziger neben „Schmoilli“ ebenfalls mit Spikes: „Aber nur hälfte/hälfte - denn während das im Vorjahr genial funktioniert hat, war es im Trockenen kein Vorteil, da es alle Spikes herausgerissen hat.“

Zudem sei der bärenstarke Pantera Titans RX eben ein reines Rallycross-Auto, was sich ebenfalls als Nachteil erwies: „Im tiefen Schotter wird der Unterschied klar: Die R5-Autos tauchen mit ihrer schwereren Vorderseite in den Schotter ein, mit dem Titans RX ist es aber eher so, als würde man mit dem R5 ein Asphaltfahrwerk fahren. Das Auto ist eben für Rallycross konzipiiert worden. Aber egal - den Leuten hat unsere Fahrt sehr getaugt, da wir viel quer und sehr laut dahergekommen sind. Und so soll es schließlich auch sein...“

Denk/Winter: „Einfach ein schönes Wochenende“

„Es war super - wir sind immer schneller geworden, wir waren nicht die Schnellsten aber auch nicht die Langsamsten - und es war eine Gaudi! Es war ganz einfach ein schönes Wochenende“, zieht Michael Denk Bilanz.

Denk, der heuer wenig fuhr, musste sich erst vorarbeiten: „Mein Vertrauen ist von SP zu SP angewachsen. Das Auto war dabei stets perfekt - typisch für Race Rent Austria! Es war ein richtig guter Event, perfekt organisiert.“

Perfekt sei naturgemäß auch die Ansage gewesen - denn wieder fuhr Michael mit seinem Freund Gerald Winter, sonst bei Doppel-Staatsmeister Simon Wagner auf dem „heißen Sitz“ tätig: „Über die Qualität der Ansage brauchen wir kein Wort verlieren - aber was mir auch gefällt: Sobald Gerry ins Auto steigt, läuft der Schmäh! Er ist ganz einfach ein Supertyp!“

Baumgartner/Kaltenberger: Getriebeprobleme

„Grundsätzlich hat es Spaß gemacht“, blickt Alexander Baumgartner zurück auf das vergangene Wochenende. Gemeinsam mit Vera Kaltenberger belegte er im Mitsubishi Lancer Evo III Proto Platz 24 - leider stellten sich schon ab SP2 Getriebeprobleme ein: „Daher waren auch unsere Zeiten nicht berauschend.“

Jetzt wird der Mitsubishi noch einmal überarbeitet, um perfekt vorbereitet bei der Jännerrallye an den Start gehen zu können.

Akgül/Steinbauer: Sieger in der Historic Trophy

Cihan Akgül ist nach seiner Premiere bei der Rallyshow Santadomenica begeistert: „Es war turbulent, witzig und hat sehr viel Spaß bereitet. Es war einmalig - ein richtig geiles Erlebnis! Da kann ich nur jedem empfehlen!“

Der Race Rent Austria-Mechaniker bedankt sich naturgemäß beim Team: „Das Auto hat tadellos funktioniert - ich möchte mich da bei Wolfgang und Alexander ganz besonders herzlich bedanken, denn wir haben viel Arbeit in meinen Mazda 323 GTR investiert.“

Diese Arbeit wurde auch belohnt: Cihan Akgül und Roman Steinbauer konnten als Gesamt-23. die Historic Trophy der Rallyshow Santadomenica gewinnen.

Nach der Rallye ist bekanntlich vor der Rallye! Längst laufen bei Race Rent Austria die Vorbereitungen auf Hochtouren - schließlich steht im neuen Jahr das große Comeback der Jännerrallye auf dem Programm.

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