RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Zentraleuropa-Rallye: Bericht Wagner
Foto: Martin Butschell

Weltmeisterschaftsdebüt für Rallye Staatsmeister Simon Wagner

Nach bereits einigen erfolgreichen Einsätzen in der Rallye Europameisterschaft debütierte der frisch gebackene dreifache Österreichische Rallye- Staatsmeister Simon Wagner am letzten Oktoberwochenende endlich auch bei einem Lauf zur Rallye Weltmeisterschaft und erfüllte dort mit einem siebten Platz in der WRC2 Kategorie die hohen Erwartungen. Der Start des Oberösterreichers und seines Kärtner Beifahrers Gerald Winter war dabei gleich eine doppelte Premiere, gingen die beiden doch bei der allerersten Ausgabe der Central European Rallye an den Start.

Zum vorletzten Lauf der Rallye Weltmeisterschaft (WRC - World Rallye Championship) versammelte sich die Weltspitze des Rallye-Sports in diesem Jahr erstmals im bayrische Passau, dem Dreh- und Angelpunkt der seit diesem Jahr als Central European Rallye ausgetragenen, deutlich erweiterten und in den Rang eines WM-Laufes beförderten ehemaligen Drei Städte Rallye. Vom spektakulären Showstart in Prag aus führte der Streckenverlauf die Teilnehmer quer durch Tschechien, Oberösterreich und Bayern bis zur Zielrampe in der Drei-Flüsse-Stadt Passau, und dabei ganze zwölf Mal über eine Bundesgrenze.

„Dieses Format ist in der Rallye Weltmeisterschaft einmalig.“, sagt Simon Wagner. „Es gab zwar in Skandinavien schon WM-Läufe, bei denen Grenzen überquert wurden, das Konzept einer Veranstaltung mit vollwertiger Beteiligung dreier Staaten und deren Motorsportverbänden war aber ein absolutes Novum und wirklich außergewöhnlich.“, so Wagner weiter.

Noch spektakulärer macht das Event dabei aus Sicht des Oberösterreichers natürlich, dass Österreich eben einer der Staaten ist, die an diesem inklusiven Konzept beteiligt sind und dass die längste der insgesamt 18 zu absolvierenden Sonderprüfungen sogar im heimischen Mühlviertel ausgetragen wurde. Wo sonst hätte Österreichs aktueller Rallye Champion seine WM-Premiere also stilvoller feiern können, als bei der Central European Rallye.

„Schon als wir von der Idee dieser Rallye und deren Bewerbung als WRC Lauf aufgenommen zu werden erfuhren, war für uns klar, dass wir alles daran setzen würden hier an den Start zu gehen.“, berichtet Simon Wagner. „Einen WRC Lauf in der Heimat, vor Fans, Freunden und unseren Unterstützern und Gönnern – besser kann man die Saison doch gar nicht abschließen.“, so Wagner weiter.
Gesagt, getan schrieb sich Wagner also in die WRC2, die höchste Klasse der Privatfahrer innerhalb der WRC ein, und nahm es dort mit gleich 28 Kontrahenten aus der ganzen Welt auf. Als wären der erste Start im Rahmen der Rallye WM, die bärenstarke Konkurrenz und der unbedingte Wille vor den heimischen Fans eine gute Performance abzuliefern dabei nicht schon Herausforderung genug, musste Wagner reglementbedingt auch was die Reifenwahl an seinem Skoda Fabia Rally 2 eingeht eine Premiere feiern. Nachdem die Serienausschreibung der WRC2 Einheitsreifen von Pirelli vorschreibt, konnte der Michelin Förderpilot diesmal nicht auf seine entsprechenden Pneus und die damit verbundene Erfahrung zurück greifen.

„In der WRC2 sind nur zwei verschiedene Gummimischungen von Pirelli, sowie deren Regenreifen zugelassen. Nachdem die härtere der beiden Mischungen für die aktuellen Temperaturen eh nicht mehr in Frage kam, habe ich meinen kurzen Test am Montag vor der Rallye genutzt, um mich so gut wie möglich mit dem weichen Reifen vertraut zu machen. Als es am ersten vollen Rallyetag dann aber massiv geregnet hat und die Prüfungen auch an den anderen Wertungstagen teilweise sehr nass und schlammig waren, mussten wir die Rallye fast ausschließlich auf dem Regenreifen bestreiten, den ich noch nie zuvor gefahren war.“, berichtet Wagner.

Trotz dieser Schwierigkeit, gelang es Wagner und Beifahrer Winter aber von Anfang an solide Zeiten in den Top 10 des WRC2 Klassements zu setzen, ohne dabei im Verlauf der Rallye auch nur einen Kratzer an ihren wie gewohnt von Eurosol Racing eingesetzten Boliden zu machen. Einzig drei Reifenschäden werfen einen kleinen Schatten auf die tolle Performance der Österreicher und verhindert am Ende ein noch besseres Ergebnis.

„Wir sind mit dem siebten Platz sehr zufrieden und haben unsere Erwartungen, in die Top 10 einzuziehen, damit deutlich erfüllt. Ohne den Patschen wäre vielleicht noch ein bisschen mehr drin gewesen aber wir haben bewiesen, dass wir auch im WM-Feld durchaus mitfahren können und mit unserer Steigerung im Verlauf der Rallye gezeigt, dass mit ein bisschen mehr Erfahrung auf den für uns neuen Reifen noch mehr mit uns zu rechnen ist.“, freut sich Wagner. „Der WM-Lauf in der Heimat war die Kirsche auf dem Sahnehäubchen, dass unsere heurige Saison mit dem dritten Staatsmeistertitel eh schon getragen hat und die Emotionen die wir von Fans und Freunden an der Strecke und im Service Park mitbekommen haben waren einfach grenzgenial. Sowas beflügelt und macht definitiv Lust auf mehr. An diesem „mehr“ für die kommende Saison arbeiten wir mit unseren Partnern bereits jetzt auf Hochdruck, für den Moment sind wir aber einfach nur froh, dass wir das hier miterleben durften und dankbar gegenüber allen, die das möglich gemacht haben.“, sagt ein sichtbar bewegter Simon Wagner abschließend.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

WRC, Sardinien: Vorschau Raith

Ein Herzenswunsch wird Wirklichkeit

Der Steirer Kevin Raith steht am kommenden Wochenende in Sardinien zum zweiten Mal in seiner Karriere am Start einer WM-Rallye / Im Cockpit seines Ford Fiesta Rally2 sitzt Claudia Maier als Copilotin

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Mayer

Neues Geschäftsmodell im Hause Mayer

Die Familie Mayer aus Gießhübl hat ihr Portfolio erweitert: Neben dem Autohaus in Gießhübl und der Landwirtschaft in Kaltenleutgeben wurde nun die Mayer Motorsport S.R.O. ins Leben gerufen.

WRC Italien: Nach Tag 3 (SP13)

Hyundai-Drama sorgt für offenen Titelkampf

Oliver Solberg dominiert auf Sardinien und profitiert vom Pech der Hyundai-Piloten: Elfyn Evans liegt nur noch sechs Punkte vor dem Schweden

Albert von Thurn und Taxis/Jara Hain beim 8. Lauf zum Mitropa Rally Cup 2026 mit Start-Ziel-Sieg in Slowenien. Rino Muradore/Cristina Delbello (ITA) siegen in der Wertung für historische Fahrzeuge.

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht RRA

Proto-Chefsache in Horn

Race Rent Austria-Boss Wolfgang Schmollngruber wollte es wissen: Was kann er trotz langer Wettkampfpause in einem Proto ausrichten? Gemeinsam mit Gerry Winter gelang bei der Grasl Rallye Horn mit Gesamtrang sieben die optimale Standortbestimmung.

Peter Klein Kolumne

3580 Mörtersdorf

ORF-Reporterlegende und motorline.cc-Kolumnist Peter Klein hat sich die neue Toyota Keusch Grasl Rallye Horn vor Ort angesehen und dort einen schönen Tag verbracht…