WRC, Sardinien: Vorschau Raith | 28.09.2026
Ein Herzenswunsch wird Wirklichkeit
Der Steirer Kevin Raith steht am kommenden Wochenende in Sardinien zum zweiten Mal in seiner Karriere am Start einer WM-Rallye / Im Cockpit seines Ford Fiesta Rally2 sitzt Claudia Maier als Copilotin
Kevin Raith und Claudia Maier sind abgefahren – nicht charakterlich, dazu sind der 32-jährige Steirer und die „nur eine Spur ältere“ Oberösterreicherin viel zu bodenständig. Nein, Raith und Maier stiegen gestern ins Auto Richtung Livorno in Italien, von wo es per Fähre nach Sardinien weiterging. Zum zweiten Mal nach 2021, als Kevin Raith (damals mit Copilot Christoph Wögerer) in Kroatien mitwirkte, wagt dieser einen Start bei einer WM-Rallye. Und wählte dazu eben Claudia Maier als Beifahrerin im Ford Fiesta Rally2, der während des Abenteuers auf der Mittelmeerinsel vom niederösterreichischen ZM-Racing-Team bestens betreut wird. Die Rallye Sardegna mit Start und Ziel in der nordwestlich gelegenen Küstenstadt Alghero findet als 13. und vorletzter WM-Saisonlauf am kommenden Wochenende von Donnerstag bis Sonntag (1. bis 4. Oktober) statt.
In der nationalen wie internationalen Rallye-Szene in Kevin Raith längst kein Unbekannter. So feierte er 2025 und 2026 in seiner Heimat Weiz souveräne Siege in der ORM 2, im Rebenland holte er heuer mit Platz drei in der Gesamtwertung seinen ersten Podestplatz bei einer ORM-Rallye. Zudem zieren die Erfolgsbilanz seiner weiteren Liebe, der Bergrallye, zwei Staatsmeistertitel (2024, 2025) mit seinem Porsche 992 GT3 Cup sowie der bisherige Höhepunkt im heurigen Jahr, der Gesamtsieg in der Kategorie 1 der FIA European Hill Climb Championship sowie der Vize-Champion-Titel in der Best Performer Class.
Kevin Raith: „Dadurch, dass ich dieses Jahr durch meine vermehrten Bergrallye-Einsätze fast keine klassische Rallye bestritten habe, hat es mich gejuckt, noch einmal meinen Ford Fiesta Rally2 zu starten. Und weil ich Schotter bekanntlich gerne mag, ist mir die Sardinien-Rallye auch zeitlich sehr entgegengekommen. Ich war schon vor vielen Jahren einmal dort zuschauen und habe mir schon damals vorgenommen, dass ich bei dieser spektakulären Rallye irgendwann selber mitfahren möchte. So gesehen erfülle ich mir also heuer einen echten Herzenswunsch.“
Die Erwartungshaltung für den direkten Vergleich mit der Weltklasse beim dreitägigen Schotter-Event, am Donnerstag findet nur der Shakedown statt, ist naturgemäß tief angesetzt. „Ich habe rund 140 Schotter-Testkilometer auf der ehemaligen Schneebergland-Rallye-Königsprüfung Haraseben als Vorbereitung intus. Mein Ziel ist, dass wir am Sonntag ins Ziel kommen“, sagt Kevin Raith, und Claudia Maier hebt bestätigend den Daumen. Wissend, dass die Klasse dazu beide allemal haben.


















