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CopilotInnenwertschätzung
Foto: Michael Jurtin

CopilotInnen: Warum wird Leistung nicht honoriert?

Sie sind das Gehirn an der Seite des Piloten - doch oft bekommen CopilotInnen als einzige im Team keine Gage. Auch Ilka Minor findet das nicht okay…

Noir Trawniczek

Gerald Winter, der Ex-Copilot des vierfachen Staatsmeisters Simon Wagner, hat mit einem Interview in der Kärntner Kronenzeitung aufhorchen lassen. Demnach habe Winter erst relativ kurzfristig („vor zwei Wochen“) erfahren, dass er im Cockpit des Simon Wagner durch Hanna Ostlender ersetzt wird. Resignativ, auch ein wenig enttäuscht klingt die Aussage: „Simons Pläne haben sich geändert. Und ich bin ja ein untypischer Beifahrer – 20 Zentimeter zu groß und 30 Kilo zu schwer. Ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist.“

Gerry Winter hat mit Simon Wagner vier Staatsmeistertitel und Podiumsplätze in der Europameisterschaft eingefahren. Ob er sich das mit einem anderen Piloten nochmal antun wolle, bezweifelt Winter: „Der Grat zwischen einer guten Zeit und einer Querschnittslähmung ist einfach extrem schmal. Es dauert, bis man sich im Cockpit gegenseitig vertraut. Und bis man dann wieder auf dieses Niveau kommt, braucht es Jahre. Ich habe vieles erreicht, mein Haus ist voller Pokale.“

Und dann sagt Winter: „Für eine volle Saison hätte ich im letzten Jahr in etwa 50 Urlaubstage gebraucht. Einnahmen hat man keine…“

Ilka Minor: „Es geht um Wertschätzung - auch finanziell!“

Ilka Minor, als Copilotin seit Jahrzehnten Österreichs Aushängeschild im internationalen Rallyesport, erkennt hier eine fragwürdige Tendenz: „Woher dieser Trend kommt, weiß man nicht. CopilotInnen bringen Sponsoren mit und zahlen damit quasi dafür ein, dass sie diesen Job erledigen dürfen. Und dieser Job ist ein Fulltimejob. Lange vor der Rallye studierst du das Umfeld, du bist für den kompletten Zeitablauf bei der Besichtigung und während der Rallye verantwortlich. Während der Rest des Teams bereits beim Abendessen sitzt, bist du auf deinem Hotelzimmer und korrigierst den Aufschrieb…“

Und: „In der Top-Liga, auch national, bekommt jeder im Team eine Gage - es kann nicht sein, dass der- oder diejenige, die als einzige neben dem Fahrer das Leben riskiert, ohne Gage arbeiten muss. Das ist eine Unart, die sich eingebürgert hat.“

International sei es üblich, dass CopilotInnen bezahlt werden - national seien es nur wenige, die ihre BeifahrerInnen auch bezahlen, sagt Minor, die bei der Jännerrallye wieder an der Seite von Johannes Keferböck starten wird. „Abgesehen davon, dass die gebrachte Leistung, die vielen aufgewendeten Stunden, auch belohnt werden sollten, hat es auch etwas mit Wertschätzung zu tun, diese Arbeit zu honorieren. Nicht umsonst werden gute CopilotInnen auch als Lebensversicherung bezeichnet.“ Um- oder zumindest Nachdenken wäre hier also durchaus angebracht…

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