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Kolumne: Alles wie gehabt?!

Kolumne: Alles wie gehabt?!

Max Verstappen bügelt wieder alle in Japan her und Simon Wagner arbeitet seine Gegner im Lavanttal auf! Und der Rest? Mit zu wenigen Ambitionen und zu farblos.

Achim Mörtl

Der Doppelerfolg der Wagner-Brüder ist natürlich eine sensationelle Geschichte und so auch erst- und einmalig in Österreich und dürfte vor allem den Eltern zu verdanken sein. Denn gerade die haben es wohl beiden Kindern seit Kindheitstagen ermöglicht, ihre Träume und Ziele verfolgen zu können. Und beiden Kindern eine solche, nahezu gleichberechtigte Chance zu bieten, in Form moralischer und wohl auch finanzieller Unterstützung, ist nicht nur großartig, sondern auch weltweit fast einmalig. Also eine Riesengratulation an die Eltern, Chapeau!

Sportlich gesehen gab es nicht viel Neues, Simon fährt so schnell wie er muss, der Rest entweder so schnell wie er kann oder auch über den Verhältnissen. Einzig Hermann Neubauer konnte vom Speed her mitgehen, müsste aber den Rallyesport wieder zu 100 Prozent leben und ernsthafter betreiben, sich intensiver damit beschäftigen und vorbereiten, dann könnte er auch im Ziel wieder ganz vorne sein.

Luca Waldherr zeigte auch im Lavanttal eine weitere Steigerung, zum Siegfahrer fehlen aber noch ein paar Zehntel am Kilometer, und Julian Wagner – obwohl hier Zweiter – als auch Michael Lengauer agierten wohl aufgrund ihrer Unfälle bei der Rebenland-Rallye eher farblos und mit mehr Rückstand auf Simon als noch zuletzt. Um dem Ruf als Supertalent gerecht zu werden, würde ich mir von beide – insbesondere aber von Lengi – einfach das eine oder andere Ausrufezeichen, die eine oder andere SP-Bestzeit, jedenfalls einfach mehr erwarten.

Die Chance ein Ausrufezeichen zu setzen, hat aber auch Simon kommendes Wochenende beim ersten Lauf zur ERC in Ungarn, wo er mit Paddon, Sesks, Heikkilä, Cais oder Östberg aber auch auf ganz andere Kaliber an Gegnern trifft! Hier hat er auch die Chance, seinen eher bescheidenen Auftritt aus dem letzten Jahr in Portugal wieder gut zu machen und sich auch international wieder mehr ins Rampenlicht zu fahren.

Ganz so easy wie in Österreich wird das nicht sein, um dort aufzuzeigen, wird er dann auch mehr aus seiner Komfortzone austreten müssen und wahrscheinlich wie der Rest des Feldes bereit sein müssen, auch etwas mehr Risiko zu gehen!

Zu wünschen ist ihm dies ohnehin, ist er doch der Einzige in Österreich, der nur annähernd internationale Ambitionen zeigt und vielleicht auch den Speed dazu hat. Wenn nicht, kann er ja noch immer zigfacher Österreichischer Meister werden, denn da hat er zur Zeit keinen ernsthaften Gegner …

Bis zum nächsten Mal!

Euer Achim

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