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Rallye: Kommentar
Foto: Harald Illmer

Judenburg als kräftiges Ausrufezeichen

Die ET König Judenburg Rallye und der Promotor der TEC7 ORM haben mit dem Stadtkurs und dem Live TV einen wichtigen Impuls gesetzt. Warum manche dennoch und vor allem JETZT schimpfen, ist dem Autor ein Rätsel…

Kommentar von Noir Trawniczek

Schon im Vorjahr konnte die von Peter Hopf und Willi Stengg wiederbelebte Judenburg Rallye überzeugen - heuer jedoch setzte man in Kooperation mit dem gemeinnützigen Promotor der TEC7 ORM ein Ausrufezeichen. Schon am Freitag wurden zwei Prüfungen in ORF Sport plus live übertragen, am Samstag folgte die Übertragung des Stadtkurses Judenburg. Über zwei Stunden Rallye im Live-TV via ORF Sport plus respektive ORF ON - aufgeteilt auf die beiden Rallyetage. Und: Am Sonntag, rechtzeitig vor dem Formel 1-Grand Prix von Spanien gab es in „Sport-Bild“ einen rund 3,5 Minuten langen Kurzbericht zu sehen.

Der neue Seriensponsor TEC7 zeigt also Wirkung. Es gehört unbestritten zu den wesentlichen Aufgaben eines Promotors, eben die Serie zu promoten - TV-Präsenz steht da naturgemäß ganz oben. Und: In Zeiten wie diesen einen solchen Stadtrundkurs überhaupt abhalten zu können, ist ein großes Kunststück der Veranstalter. Das Ganze dann auch noch live im TV zu zeigen - da kann man nur sagen: Alles richtig gemacht! Die ET König Judenburg Rallye und ihre Medienpräsenz waren ein kräftiges Ausrufezeichen. Das vergangene Wochenende hat dem Rallyesport gut getan! Der neue Seriensponsor investiert rund 30.000 Euro pro Saison - ohne zu wissen, wie viel davon für das Live-TV der ET König Judenburg Rallye verbraucht wurde - es war, so scheint es, gut investiertes Geld.

Ein „Attentat“?

Sie lesen hier gerade einen Kommentar - und ein solcher spiegelt lediglich die Meinung des Autors wieder. Und selbstverständlich können Meinungen auch divergieren - und ja, auch innerhalb von motorline.cc. denken nicht alle das Gleiche. So hat der Autor dieser Zeilen mit Verwunderung einen Kommentar von motorline.cc-Kolumnist Peter Klein („Erinnerungen eines Sportreporters“) im Forum von motorline.cc, dem „Meeting Point“ gelesen. Der höchst geschätzte Kollege war über Jahrzehnte jener Mann, der für den ORF über den nationalen und internationalen Rallyesport berichtete, der für die Sendung „Sport am Montag“ sensationelle TV-Bilder von den Abenteuern österreichischer Rallye-Ikonen in die heimischen Wohnzimmer lieferte. Jetzt das Verwunderliche. Unter der Headline „Attentat auf den heimischen Rallyesport“ ärgert sich Peter Klein über den oben erwähnten Judenburg-Kurzbericht für die Sendung „Sport-Bild“. Dieser sei „lieblos“ und „stümperhaft“ gestaltet worden, überhaupt würden „The Streamers“, die seit der Gründung des gemeinnützigen ORM Promotors für die ORF-Berichterstattung verantwortlich zeichnen, laut Klein „derart katastrophal berichten, dass man schon von einem Attentat sprechen kann“, schreibt der geschätzte Kollege….

Natürlich: Besser kann man es immer machen und gerade motorline.cc ist bekannt dafür, keinen unreflektierten „Schönwetterjournalismus“ zu betreiben, sondern sich auch durchaus kritisch mit den Vorgängen rund um den heimischen Rallyesport auseinanderzusetzen. Doch ausgerechnet JETZT, wo mit der ET König Murtal Rallye und deren großzügiger TV-Präsenz ein rundum positiver Impuls gesetzt wurde, erscheint zumindest dem Autor dieser Zeilen eine solch radikale Kritik wenig nachvollziehbar. Bei dieser Rallye waren gerade einmal drei konkurrenzfähige Rally2-Teams am Start, deren Reihenfolge aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen eigentlich vom ersten Meter an feststand. Für einen spannenden Kurzbericht nicht unbedingt die besten Voraussetzungen. Und natürlich: Dahinter, in der ORM3 beispielsweise, gab es einen spannenden Wettkampf der Jungpiloten, und ein sensationelles Debüt des Maximilian Lichtenegger. Und auch bei den Historischen fiel die Entscheidung auf den allerletzten Metern. Nur: Das alles in einen 3,5 Minuten-Clip unterzubringen, ist nahezu unmöglich - wenn es auch für Nicht-Spezialisten verständlich bleiben soll….

Besser geht immer…

Und weil Kritik immer auch konstruktiv sein sollte - hier ein paar Ideen für einen eventuell noch folgenden langen Bericht. Hier könnte man ein Erfolgsrezept des Kollegen Peter Klein zur Anwendung bringen und sogenannte Sidestorys einfließen lassen. Themen gäbe es genug. Eine Hintergrundstory über das Planen, Organisieren eines solchen Stadtrundkurses wie in Judenburg in Zeiten wie diesen. Oder ein Portrait von Peter Hopf, der als Initiator/Mit-Organisator der Rallye und als Pilot eine schwierige Doppelfunktion zu erfüllen hatte. Ein Portrait des Maximilian Lichtenegger, der in Judenburg seine jungen Mitbewerber ins Schwitzen brachte. Oder ein Interview mit einem Vertreter von Hyundai Österreich, die heuer erstmals Simon Wagner unterstützen. Oder auch eine Story zu dem „No Roadrunners“-Projekt der Easy Drivers Fahrschulen - wo man mit der Teilnahme eines jungen Fahrlehrers in einem kostengünstigen Volvo-„Schlachtschiff“ und dem Abhalten von „Schnuppertagen“ versucht, junge Menschen „von der Straße“ auf die Rallyepisten zu holen. Und, und, und - an „Stoff“ mangelt es nicht…

Nur eben: An den Taten sollt ihr sie erkennen. Und hier gab es bereits Taten - ein Highlight in der heurigen Rallyesaison: Über zwei Stunden Live-TV, in dem auch Mittelfeldteams Präsenz hatten . Wo mit dem Stadtrundkurs mitunter auch neue, junge Fans abgeholt werden konnten. Der von Peter Klein so wütend kritisierte Kurzbericht in „Sport-Bild“ wird vielleicht nicht als „Kurzbericht des Jahrtausends“ in die Annalen eingehen, doch es wurde das Wesentliche gebracht. Und das bestand darin, dass man in Zeiten des politischen Gegenwinds in Judenburg ein starkes Lebenszeichen setzen konnte. Genau dafür, nämlich den Rallyesport bestmöglich zu promoten, hat der Seriensponsor TEC7 investiert. Und genau das hat man am vergangenen Wochenende erfolgreich umgesetzt….

Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.

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