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"Mir fehlen die Worte" Sebastien Loeb muss ein weiteres Jahr auf seine Siegchance warten
Dacia

"Mir fehlen die Worte": Loeb ärgert sich über Disqualifikation nach Überschlag

Die FIA-Kommissare untersagten Sebastien Loeb nach dessen Überschlag die Weiterfahrt - Dacia und Loeb können diese Entscheidung nicht nachvollziehen

Für Sebastien Loeb war der Traum vom ersten Sieg bei der Rallye Dakar auch 2025 schon früh vorbei. Der Rallye-Rekordweltmeister überschlug sich schon zu Beginn der dritten Etappe. Er konnte trotz Beschädigungen an seinem Dacia Sandrider weiterfahren und erreichte das Ziel.

Die FIA-Kommissare nahmen das Auto unter die Lupe und entdeckten Beschädigungen am Überrollkäfig. Sie untersagten die Weiterfahrt und disqualifizierten die Startnummer 219. Das Dacia-Team versuchte gegen diese Entscheidung Einspruch zu erheben.

Dienstagabend gab es im Biwak in Al-Henakiyah hitzige Diskussionen. Aber wie zuvor auch schon bei Carlos Sainz drückten die FIA-Offiziellen kein Auge zu. Ihre Entscheidung blieb bestehen und Loeb musste sich auf den Heimweg machen.

"Es ist wirklich frustrierend", ärgert sich der Franzose. "Mit einer Stunde und 15 Minuten Rückstand war noch nichts verloren. Sicher hätten wir weiter hinten starten müssen, aber es hätte Chancen gegeben. Leider ist es, wie es ist."

"Bezüglich des Überschlags fehlen mir die Worte. Ich habe nicht zu hart attackiert. Wir haben einfach eine Kompression erwischt. In diesem Moment konnten wir nichts anderes tun. Diese Dinge passieren, aber es macht es nicht weniger frustrierend."

Im Dacia-Lager war man mit der Entscheidung der FIA-Kommissare nicht glücklich. Denn man war der Meinung, dass die Schäden minimal waren und man weiterfahren hätte können. Laut Dacia hätte es kein Sicherheitsrisiko gegeben.

"Ehrlich gesagt, das ist schwierig zu schlucken", hält Loeb fest. "Ich finde es frustrierend und enttäuschend, denn meiner Meinung nach wurde das nicht auf soliden Argumenten entschieden. Natürlich ist die Sicherheit super wichtig, das verstehe ich."

"Aber die Linie, die sie gezogen haben, passt meiner Meinung nach nicht zu dieser Disziplin. Wir fahren in extremen Bedingungen. Unser Team hat alle Beweise geliefert, dass der Überrollkäfig immer noch solide war."

"Ich vertraue meinem Team komplett. Selbst optisch konnte man sehen, dass die Sicherheit nicht beeinträchtigt war. Ja, das war schwierig zu akzeptieren." Loeb hat sich bereits auf den Weg nach Dschidda gemacht, um von dort nach Hause zu fliegen.

In seiner Motorsport-Karriere hat Loeb praktisch überall gewonnen, wo er angetreten ist. Aber bei der Dakar war er oft nicht von Glück verfolgt. Dreimal wurde er Zweiter und zweimal Dritter. Zwischenfälle verhinderten bisher Siege.

Rallye Dakar 2016 (Südamerika):
Loeb debütierte mit Peugeot und mischte von Beginn an vorne mit. Er gewann vier Etappen und führte die Wertung in der ersten Woche auch an. Aber in der achten Etappe gab es in den Dünen Argentiniens einen Überschlag. Er konnte weiterfahren und beendete die Rallye als Neunter.

Rallye Dakar 2017 (Südamerika):
Zum zweiten Mal war Loeb mit Peugeot am Start und er konnte insgesamt fünf Etappen gewinnen. Aber in der zehnten Etappe, die in Argentinien stattfand, verlor er bei schwieriger Navigation einige Minuten. Das war die Entscheidung um den Sieg. Teamkollege Stephane Peterhansel gewann die Rallye mit fünf Minuten Vorsprung. Loeb wurde Zweiter.

Rallye Dakar 2018 (Südamerika):
Beim dritten Versuch mit Peugeot konnte Loeb die vierte Etappe gewinnen. Aber am nächsten Tag hatte er in Peru einen Unfall und musste aufgeben. Sein damaliger Beifahrer Daniel Elena verletzte sich dabei am Rücken und hätte nicht weiterfahren können.

Rallye Dakar 2019 (Peru):
Wieder trat Loeb mit einem Peugeot an, diesmal im Privatteam PH-Sport. Loeb gewann die zweite und vierte Etappe, aber in der fünften Etappe verlor er mehr als 40 Minuten. Er startete eine Aufholjagd, gewann noch zwei Etappen und kam auf das Podium. Aber Nasser Al-Attiyah und Nani Roma konnte er nicht mehr einholen. Es wurde Platz drei.

Rallye Dakar 2020 (Saudi-Arabien):
Als die Rallye nach Saudi-Arabien übersiedelte, war Loeb im ersten Jahr nicht am Start.

Rallye Dakar 2021 (Saudi-Arabien):
Loeb schloss sich dem Prodrive-Projekt an und fuhr den neuen Hunter. Mechanische Probleme und Schwierigkeiten bei der Navigation raubten ihm jede Siegchance. In der achten Etappe gab es mit zwei Reifenschäden weitere Rückschläge. Schließlich gab Loeb die Rallye auf.

Rallye Dakar 2022 (Saudi-Arabien):
Erneut trat Loeb mit einem weiterentwickelten Hunter an. Es wurde zu einem Duell mit Nasser Al-Attiyah. Loeb gewann zwar zwei Etappen, aber insgesamt verlor er zu viel Zeit auf seinen Gegner. Al-Attiyah gewann mit einer halben Stunde Vorsprung, Loeb wurde Zweiter.

Rallye Dakar 2023 (Saudi-Arabien):
Schon in der zweiten Etappe verlor Loeb aufgrund von Reifenschäden rund zwei Stunden. Er startete eine Aufholjagd und stellte mit sechs Etappensiegen hintereinander einen neuen Rekord auf. Aber Al-Attiyah verwaltete seinen großen Vorsprung von über einer Stunde. Loeb wurde erneut Zweiter.

Rallye Dakar 2024 (Saudi-Arabien):
Im letzten Jahr des Prodrive Hunter kämpfte Loeb bis zum Schluss um den Sieg. Wieder gab es technische Probleme, schon der dritte Tag kostete mit drei Reifenschäden viel Zeit. Aber Loeb griff an und eroberte insgesamt fünf Tagessiege. In der elften Etappe brach ihm die Radaufhängung. Es wurde Platz drei.

Motorsport-Total.com

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