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Andy & Samuel Hulak
Foto: Hulak

Ein Comeback auf der anderen Seite

Nicht im Cockpit, sondern als Unterstützer seines Sohne Samuel kehrt Andy Hulak aktiv in den Motorsport zurück. Dank Erich Petrakovits gibt Samuel am 17. Mai sein Debüt im Peugeot 206 RX Cup.

Noir Trawniczek

Am 15. April 2023 hat sich das Leben von Rallyepilot Andy Hulak grundlegend verändert: Ein schwerer Unfall bei der Lavanttal Rallye hatte lebensgefährliche Verletzungen, einen monatelangen Spitalsaufenthalt und die Amputation des linken Beins zur Folge. Was das bedeutet, können wohl nur jene nachvollziehen, die Ähnliches bereits erleben mussten…

Bei der diesjährigen Lavanttal Rallye traf Andy Hulak jene Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, die ihn damals aus dem völlig zerstörten Ford Escort heraus geschnitten haben, eher er per Rettungshubschrauber abtransportiert wurde. In einem Interview mit Rallye Radio Noir hat Andy in Wolfsberg bereits angekündigt, dass sein 19-jähriger Sohn Samuel in den Motorsport einsteigen und er ihn dabei unterstützen möchte. Rallye sei derzeit noch nicht spruchreif, aber Rallycross könne man sich vorstellen. Konkrete Pläne gab es zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht…

Das hat sich nun geändert. Andy Hulak erzählt: „Ich habe vor zwei Wochen Erich Petrakovits vom PS Racing Center Greinbach angerufen und ihn gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, in der National 1600 Klasse einzusteigen.“ Es dauerte nicht lange - und Petrakovits meldete sich: „Erich hat mir erklärt, dass er ein Auto für den Peugeot 206 Rallycross Cup gekauft habe und dass er es Samuel gerne beim nächsten Lauf in Greinbach (17. Mai) zur Verfügung stellen wolle.“

Mittlerweile hat bereits ein Test in Greinbach stattgefunden - Andy erklärt nicht ohne Stolz: „Ich bin total begeistert! Samuel scheint meine Motorsport-Gene geerbt zu haben - denn er hat beim Test alles richtig gemacht und auch Erich zeigte sich zufrieden.“

Samuel Hulak wird also am 17. Mai, beim zweiten Lauf zum Peugeot 206 Rallycross Cup sein Motorsport-Debüt geben - wie es danach weitergeht? Andy Hulak zuckt mit den Achseln: „Das weiß ich noch nicht.“ Sponsoren würden die Sache wohl erleichtern…

Zum Tod von Alex Zanardi

Am vergangenen Wochenende ist der zweifache CART-Champion Alex Zanardi verstorben - ein Kämpfer sondergleichen, der 2001 bei einem schrecklichen Unfall auf dem Lausitzring beide Beine verlor und später dank Prothesen wieder Rennen fuhr und am Handbike bei den Paraolympischen Spielen insgesamt vier Goldmedaillen erringen konnte. Doch damit nicht genug: Zanardi erlitt 2020 bei einem Handbike-Training schwerste Kopf- und Gesichts-Verletzungen, als er unter einen LKW geriet - so richtig erholt hat sich der lebenslustige Italiener davon nicht mehr, am 1. Mai verstarb er 59-jährig im Kreise seiner Familie.

Andy Hulak sagt: „Dass Alex nun gestorben ist, tut mir wahnsinnig leid. Denn er hat extrem viel geleistet.“ War Zanardi eine Art Vorbild für Andy in seinem eigenen Kampf zurück ins Leben? Ehrliche Antwort: „Eigentlich nicht.“ Hat Andy Gedanken, wie Zanardi oder auch Kämpfer wie Reini Sampl oder Niki Glisic mit Prothese aktiv in den Sport zurückzukehren? Andy sagt: „Ab und zu denke ich an eine solche Möglichkeit. Aber schauen wir mal - jetzt ist es mir einmal wichtig, dass Samuel seinen Traum verwirklichen kann, dabei möchte ich ihn maximal unterstützen…“

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