ORM, Rallye Weiz: Vorschau | 10.07.2026
Tage der Wahrheit beim Rallye-Feuerwerk
Während Staatsmeister Simon Wagner nächste Woche seinen sechsten Titel in Serie fixieren könnte, geht es auch in den weiteren TEC7 ORM-Formaten in die heiße, weil entscheidende Phase
Die oststeirische Bezirkshauptstadt Weiz und deren Umgebung hat nächste Woche am 17. und 18. Juli den fünften Akt im sechsteiligen Ratespiel zur Österreichischen TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft 2026 auf dem Programm. Wobei das Wort Ratespiel mehr auf eine Ermittlung nach dem diesjährigen Sieger der schnellsten Rallye Österreichs zutrifft. Für die Suche nach dem neuen Staatsmeister trifft wohl eher die Prognose Wiederholung zu. Denn der alte Champion, der Oberösterreicher Simon Wager, ist punktetechnisch wohl schon sehr weit weg von seinen Konkurrenten. Drei Saisonsiege (Jännerrallye, Rebenland, Lavanttal) hat er am Konto. Dass er rein rechnerisch noch nicht endgültig durch ist, liegt an seinem Fehlen beim letzten Lauf im Murtal, wo er stattdessen in der tschechischen Meisterschaft aktiv war. In Weiz kann Vorjahrssieger Simon Wagner jedoch die erste Möglichkeit auf sein sechstes Championat in Folge wohl nur selbst verspielen.
TEC7 ORM
Einem sportlich hochklassigen Ablauf bei der Rallye Weiz steht also nichts im Weg, weil es mittlerweile für jeden Rallye-Piloten einer Art Ritterschlag gleichkommt, der Simon Wager auf heimischem Boden besiegen kann. Dementsprechend motiviert werden die dafür in Frage kommenden Akteure ans Werk gehen. So zum Beispiel der aktuelle Vizestaatsmeister und noch immer in Wagners Reichweite liegende Michael Lengauer oder der zweifache Staatsmeister und Judenburg-Rallye-Sieger Hermann Neubauer, der theoretisch ebenfalls noch eine Titelchance hat. Und auch dem immer gern gesehenen Deutschen Albert von Thurn und Taxis, der nach seinem heftigen Crash in Leutschach erstmals wieder in Österreich fährt, ist von einem Podestplatz bis zur absoluten Überraschung alles zuzutrauen.
Die Stimmen der Toppiloten
Simon Wagner (Hyundai i20 Rally2): „An Weiz verbinden mich aus dem Vorjahr natürlich die besten Erinnerungen. Da konnten wir ja alle Sonderprüfungen für uns entscheiden. Dass heuer eine komplett neue Prüfung dabei ist, macht die Sache umso spannender. Wir sind an diesem Wochenende noch in der tschechischen Meisterschaft im Einsatz, dann gilt unsere Konzentration der Rallye Weiz. Wir freuen uns dort auf die großartigen Fans, eine tolle Organisation, starke Konkurrenten und hoffentlich keine Unwetter wie vor zwei Jahren, als es das Fahrerlager praktisch weggefegt hat.“
Hermann Neubauer (Toyota Yaris Rally2): „Ich habe die Rallye Weiz schon fünf Mal gewonnen. Jeder, der mich kennt, weiß, dass das meine absolute Lieblingsrallye ist, was auch auf coole Veranstalter und die super Fans zurückzuführen ist. Eigentlich sehe ich das als meine Heim-Rallye. Ich komme mit dem positiven Gefühl meines Sieges in Judenburg nach Weiz. Deshalb werde ich auch heuer alles geben und vor allem auch die Veranstaltung absolut genießen. Was am Ende dann herausschaut, werden wir sehen.“
Michael Lengauer (Citroen C3 Rally2): „Ich freue mich, dass ich wieder mit meinem neuen Untersatz, dem Citroen C3 Rally2, am Start sein kann. Die Judenburg-Rallye war ein guter Test für uns. Dort haben wir witterungsbedingt von Trocken bis Nass gleich alle Bedingungen vorgefunden. Das waren sehr wertvolle Kilometer. In Weiz will ich versuchen, die Lücke, die auch durch den Fahrzeugwechsel zwischen Simon Wagner, Hermann Neubauer und uns entstanden ist, wieder zu schließen. Der Vorsprung von Simon in der Meisterschaft ist schon sehr groß, und unter normalen Umständen bringt er das auch ins Ziel. Aber noch ist er dort nicht, noch besteht eine, wenn auch nur sehr kleine Chance. Deshalb werden wir kämpfen bis zum Schluss und den wie immer fantastischen Fans in Weiz hoffentlich eine gute Show liefern.“
Jara Hain, Copilotin von Albert von Thurn und Taxis (Skoda Fabia Rally2): „Wir freuen uns, dass wir zum dritten Mal jetzt in Weiz dabei sein dürfen. Voriges Jahr waren wir mit unserer Performance auf dem doch sehr rutschigen Asphalt ja nicht ganz so zufrieden. Dadurch dass wir unsere letzten Rallyes auf dem guten alten High-Grip-Asphalt in Italien gefahren sind, wird das auch heuer wieder eine große Umstellung werden. Da tut uns ein Testtag vorher sicher gut. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben, um vielleicht vorne ein Wörtchen mitreden zu können, auch wenn wir sowohl körperlich als auch mental noch von unserem Unfall im Rebenland zehren. So ganz spurlos geht so etwas halt doch nicht an einem vorbei.“
Weitere Rally2-Piloten in Weiz sind Peter Hopf und Andreas Höfler. Die beiden Steirer lenken jeweils einen Ford Fiesta. Peter Hopf kann dabei Kraft aus einem starken sechsten Gesamtplatz bei der zuletzt abgehaltenen ET König Rallye im Murtal schöpfen. Andreas Höfler war letztes Jahr in Weiz noch mit einen Renault Clio Rally3 in der ORM 2 am Start und holte dort Platz zwei.
Punktestand in der TEC7 ORM nach bisher vier Saisonläufen
TEC7 ORM 2
In der TEC7 ORM 2, dem ehemaligen Rallye Cup, für den heuer auch die leistungstechnisch starken Rally3-Fahrzeuge zugelassen sind, versucht der Grazer Günther Knobloch (Renault Clio Rally3) seine Gesamtführung zu verteidigen, was ein heißes Duell verspricht. Denn nur fünf Punkte hinter ihm lauert der Niederösterreicher Christoph Zellhofer (Suzuki Swift ZMX) auf seine also durchaus intakte Chance.
Einer der um den Sieg mitreden will und vom Können her dazu sicher auch fähig ist, trägt den Namen Fabian Zeiringer. Der schnelle Steirer aus Birkfeld gibt in Weiz mit einem Renault Clio Rally3 ein kurzfristiges, aber umso erfreulicheres Comeback.
Stark einzuschätzen sind unter anderen freilich auch die beiden ausländischen Starter Hermann Gassner aus Bayern (sofern das überhaupt Ausland ist ;) ) in einem Renault Clio Rally3 und Tomas Gajdosik (Ford Fiesta Rally3) aus Tschechien.
Punktestand in der TEC7 ORM 2 nach bisher vier Saisonläufen
TEC7 ORM 3
Fast alles klar ist in der zweirad-getriebene Kategorie ORM 3. Hier spricht praktisch alles für den vierfachen Saisonsieger Marcel Neulinger. Rein rechnerisch fehlen dem Oberösterreicher im Lancia Ypsilon R4 nur noch fünf Punkte für seine erfolgreiche Titelverteidigung. Einzig sein oberösterreichischer Landsmann Lukas Dirnberger könnte ihm die Trophäe noch abknöpfen. Dazu müsste jedoch schon alles für ihn und alles gegen Neulinger laufen.
Podest-Kandidaten sind in der ORM 3 die Oberösterreicher Nico Neulinger (Lancia Ypsilon R4), Raphael Dirnberger (Opel Corsa R4) oder auch der Kärntner Thomas Traußnig, der wie Lukas Dirnberger einen Peugeot 208 R4 pilotiert.
Punktestand in der TEC7 ORM 3 nach bisher vier Saisonläufen
RP TOOLS Rallye Junioren-Staatsmeisterschaft
Für die Titeljagd in der RP-TOOLS Rallye Junioren-Staatsmeisterschaft ist die Ausgangslage fast identisch mit jener in der ORM 3. Auch hier steht der 21-jährige Marcel Neulinger vor der erfolgreichen Verteidigung seiner Staatsmeister-Ehren. Auch hier ist sein schärfster Konkurrent und erster Verfolger der 23 Jahre junge Lukas Dirnberger.
Komplettiert wird das Junioren-Quintett in Weiz durch Thomas Traußnig sowie die beiden Steirer Florian Knoll (Renault Clio Sport) und Leander Pfleger (Opel Adam R2).
Punktestand in der RP-TOOLS Junioren-Staatsmeisterschaft nach vier Saisonläufen
TEC7 HRM und HRM Classics
In der nationalen Historischen Staatsmeisterschaft bzw. HRM Classics sind prinzipiell alle Teilnehmer der FIA Historic Rally European Championship (mit den Superstars Jari-Matti Latvala und Francois Delecour) punkteberechtigt. Die einheimischen historischen Piloten tragen prominente Namen und sind auch in der EHRC vertreten durch den fünffachen Europameister Karl Wagner (Porsche 911), Peter Klamminger (VW Golf IV Kit Car), Martin Karlhofer (Lancia Delta Integrale) und Andreas Schögler (Volvo 142).
Nicht für die EM, sondern allein für die TEC7 HRM (Fahrzeuge bis Bj. 1992 und früher) hat der Tiroler Alois Nothdurfter (Ford Sierra Cosworth) genannt.
In der HRM Classics (Fahrzeuge Bj. 1993 bis Bj. 2000) stehen der Salzburger Alexander Strobl (Ford Escort WRC), der Niederösterreicher Bernd Haiderbauer (BMW E36 M3) und der Steirer Manuel Neureiter (Seat Ibiza GTI) am Start.
Punktestand in der TEC7 HRM nach bisher vier Saisonläufen
TEC7 ORM Trophy
Dadurch, dass in der TEC7 ORM Trophy, also Piloten, die das 50. Lebensjahr bereits überschritten haben, auch die EHRC-Starter gewertet werden, ist die Teilnehmerliste in Weiz sehr groß und dementsprechend multikultig. Auszugsweise Beispiele gefällig? Francois Delecour (Frankreich/Peugeot 306 Maxi), Guy Trolliet (Schweiz/Porsche 911), Ernie Graham (England/BMW M3), Abdullah Al Thani (Katar/Ford Escort WRC), Enrico Brazzoli (Italien/Porsche 911), Hermann Gassner (Deutschland/Renault Clio Rally3), Karl Wagner (Österreich/Porsche 911) und natürlich weitere heimische Evergreens wie Peter Klamminger, Martin Karlhofer, Peter Ölsinger, „Tessitore“, Gerolf Schuller, Alois und Alfons Nothdurfter, Eugen Friedl, Franz Schulz, Kurt Ruhringer, Josef Lammer und Heinz Kettner.
Neben der Historischen Rallye-Europameisterschaft (FIA EHRC) und den hier vorgestellten Formaten der Österreichischen TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft zählt die Rallye Weiz 2026 vom 16. bis 18. Juli auch zur Austrian Rallye Challenge (Vorschau dazu folgt am Montag) sowie zum ADAC Opel GSE Rally Cup (Vorschau dazu folgt am Dienstag).
Nennliste der Rallye Weiz:
www.rallye-weiz.at/2026/nennliste.html

















