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Rallye Weiz: Bericht ARC
Foto: Harald Illmer

Schuller gewinnt spannenden Kampf um den ARC-Sieg

Bei der Rallye Weiz lieferten drei Teams der Austrian Rallye Challenge einen spannenden Kampf um den ARC-Sieg. Am Ende hatte Gerolf Schuller die Nase vorne - doch Hans Georg Lindner bleibt Tabellenleader.

Drei Teams der Austrian Rallye Challenge haben bei der Rallye Weiz um den Sieg in der für die Clubmeisterschaft relevanten Gruppe ARC gekämpft. Davon fuhren zwei im Feld der in Weiz wegen der Historischen Europameisterschaft prominent vertretenen Historischen: Tabellenleader Hans Georg Lindner und seine Copilotin Hermelinde Schütter im Ford Escort RS1600 sowie Alexander Strobl und Cathy Schmidt im Ford Escort Cosworth WRC. Dazu kamen Gerolf Schuller und Kathrin Redlingshofer-Milev in einem Mitsubishi Lancer Evo VI, die erst wesentlich später in die Prüfungen starteten - was sich je nach Wetterlage unterschiedlich auf den Dreikampf auswirkte…

Zunächst eröffnete Lindner mit einer Bestzeit auf der legendären Koglhof-Prüfung, wenige Sekunden dahinter landeten Strobl und Schuller. Doch dann konnte Strobl mit drei Bestzeiten in Folge als Führender in die Mittagspause gehen. Auf der ersten Nachmittags-SP gelang Schuller eine starke Bestzeit, sodass er die Führung übernehmen konnte. Auf dem darauf folgenden Gollersattel brannte zwar Lindner die Bestzeit in den Asphalt, die Führung übernahm jedoch Strobl. Wieder konterte Schuller mit Bestzeit, sodass er vor der letzten Prüfung 2,5 Sekunden vor Strobl in Führung lag. Mit einer neuerlichen Bestzeit konnte Schuller schließlich den Sieg einfahren und dabei auch die Klasse C1 gewinnen. Auf Platz zwei der Gruppe sowie der Klasse C1 landete Strobl, Lindner gewann als Dritter seine Klasse C3 und bleibt in der Tabelle weiterhin unangefochten Führender. Auf Platz vier der ARC landeten die Sieger der Klasse C2, Heinz Kettner und Richard Haberl auf einem Opel Corsa D OPC.

Mit den Plätzen zwei und drei in der ARC konnten Alex Strobl und Hans Georg Lindner auch in den beiden Auszugswertungen für Historische Fahrzeuge gewinnen und jeweils in der ARCH 4WD sowie in der ARCH 2WD ihre Tabellenführungen ausbauen.

Gerolf Schuller startet Aufholjagd

Gerolf Schuller, der erst 2023 im 50. Lebensjahr seine erste Rallye fuhr, startete wie viele ARC-Teams schon am Freitag, um sich für den Rallyetag warm zu fahren. Die „Aufwärmübung“ wurde aber sogleich zu einer ganz eigenen Challenge: „Die erste Freitags-SP im Regen war gleich einmal extrem schwer für uns.“ Auf der ersten Samstags-SP konnten Schuller/Redlingshofer-Milev zudem keine Zeit markieren: „Vor uns hatte ein Elektroauto einen Unfall, wird sind vorbei gefahren, haben langsamer gemacht und bekamen hernach eine nominelle Zeit gutgeschrieben.“

Ab der zweiten Prüfung lief es jedoch immer besser: „Wir wurden immer schneller und konnten auf Strobl Boden gutmachen. Am Nachmittag schließlich kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich da meine bislang beste Rallye fuhr. Die Prüfungen waren wieder sehr selektiv - bergab die Stelle, wo Günther Knobloch abgeflogen ist - das war schon extrem.“ Umso größer war am Ende die Freude über den Sieg in der ARC. Damit konnte Schuller auch den Rückstand auf Tabellenleader Lindner reduzieren. Für die nächste Rallye im ARC-Kalender, die SG Toolbox Mühlstein Rallye powered by Baumentor am 7. und 8. August hat Gerolf Großes vor: „Geplant wäre, dort die Aufholjagd fortzusetzen.“

Alex Strobl begeistert von der Rallye Weiz

Alex Strobl erfuhr erst nach der Rallye, dass er vor der letzten Prüfung lediglich 2,5 Sekunden hinter Schuller lag. Der 63-jährige Hotelier gibt offen zu: „Im Nachhinein betrachtet ist das schon ein Bisschen ärgerlich - aber da bin ich selber schuld, ich habe da einfach nicht auf die Zeiten geachtet. Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich schon noch einen Tick mehr auf Angriff gefahren.“ Doch letztendlich spiele es keine Rolle: „Gerolf wird wohl alle Rallyes fahren - wir starten erst wieder bei der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye. Mir ging es hier darum, die Strecken der Rallye Weiz kennenzulernen - denn im nächsten Jahr werden wir hier auf alle Fälle wieder starten.“

Strobl konnte die Rallye vollends genießen: „Das ist eine schöne Geschichte. Die Menschen hier in Weiz sind sehr toll - auch die Unternehmergruppe, welche die Rallye unterstützt, hat mich beeindruckt. Dass wir hier zusammen mit der Historischen Europameisterschaft gefahren sind, war großartig. Superstars wie Jari Matti Latvala bereichern die Veranstaltung, ich konnte auch kurz mit ihm plaudern. Denn wir haben einen gemeinsamen guten Bekannten: Eero Räikkönen, der das PrintSport Racing Team betreibt und der immer wieder junge Fahrer an die WRC heranbringt. Er hat einst Sami Pajari unterstützt, der nun seine erste WRC-Rallye gewinnen konnte. Ein Jahr nach Pajari kam Oliver Solberg zu ihm. Eero und seine Leute sind sehr entspannte Zeitgenossen und das gefällt mir.“

Hans Georg Lindner bleibt ARC-Leader

Entspannt blickt auch Hans Georg Lindner auf die Rallye Weiz zurück: „Wir hatten eigentlich eine problemlose Rallye. Dass man bei den Wetterkapriolen schon mal mit Slicks im Regen oder mit Regenreifen im Trockenen fuhr - das ist ja vielen so passiert. Spaß hat es aber sowieso immer gemacht - mit den Regenreifen im Trockenen war es richtig lustig.“

Lindner führt in der ARC-Tabelle nun mit 139,5 Punkten vor Schuller mit 110,5 sowie Strobl mit 99 Punkten auf dem Konto.

Aus seiner Pechsträhne nicht heraus kommt zurzeit der 22 Jahre junge Jan Dolzer, der mit Victoria Praschinger einen Subaru Impreza WRX STI R4 pilotierte und nach drei verpatzten Rallyes in Weiz wieder die „Freude am Fahren zurückerlangen“ wollte. Doch es kam anders: „Am Anfang hat es noch ganz gut gepasst. Doch im zweiten Ringerl hatten wir auf der ersten SP einen Dreher über eine Wiese, wobei wir mit dem linken Hinterrad bei einem Betonschacht eingeschlagen sind, wo zum Glück nur die Felge leicht beschädigt wurde. Auf der nächsten SP haben wir beim Cutten etwas mit dem linken Vorderrad erwischt, jetzt war der Reifen jedoch kaputt. Wir fuhren zur Seite, um das Rad zu wechseln, doch kurz davor haben wir uns an einem Linksabzweig auch den rechten Reifen ruiniert. Da wir nur einen Ersatzreifen dabei hatten, haben wir vorsorglich abgestellt. Denn zuletzt im Murtal sind wir mit kaputtem Reifen weitergefahren und haben uns dabei Folgeschäden zugezogen - wir wollten einen neuerlichen Schaden diesmal nicht riskieren.“ Jetzt werde man „Kräfte sammeln“ und bei der Mühlstein Rallye „Vollgas geben“. Und: „Dort wird das Magnus Racing Team einen weiteren Subaru mit Robert Zitta an den Start bringen.“

Christoph Zellhofer übernimmt ARCP-Führung

In der ARCP für Proto- und Produktionsfahrzeuge waren diesmal nur zwei Teams am Start. Christoph Zellhofer und Anna Maria Seidl konnten im Suzuki Swift ZMX Proto einen klaren Sieg einfahren und damit auch in der Tabelle jenen Hermann Gaßner überholen, der in Weiz kurzfristig nicht an den Start ging.

Eugen Friedl und Helmut Aigner wiederum konnten im Ford Fiesta Proto mit dem zweiten Platz auf den vierten Tabellenrang hinter Zellhofer, Gaßner und Lichtenegger vorrücken.

ART2: Gebrüder Neulinger feiern Doppelsieg

Wenig Konkurrenz oder vielmehr gar keine hatten auch Peter Hopf und Stefan Heiland in der Austrian Rallye Trophy ART1 für moderne Allrad-Fahrzeuge - das Ford Fiesta Rally2-Duo konnte so den Vorsprung in der Tabelle weiter ausbauen.

In der ART2 für moderne Fahrzeuge mit Zweiradantrieb konnten die Gebrüder Neulinger einen schönen Doppelsieg einfahren. Marcel Neulinger, der wieder mit Jakob Ruhsam den Lancia Ypsilon Rally4 pilotierte, galt als Topfavorit. Doch Bruder Nico Neulinger und dessen Co Markus Pötscher landeten, ebenfalls auf Lancia, nur sechs Sekunden hinter dem nunmehrigen neuerlichen ORM3-Staatsmeister. Auf vier der acht Sonderprüfungen des Samstags war Nico schneller als sein erfolgreicher Bruder - entsprechend groß war die Freude im Ziel: „Vor allem am Nachmittag haben wir nochmal ordentlich angedrückt - jetzt können wir feiern!“

Auf Platz drei der ART2 landete Lukas Dirnberger, der diesmal mit Bruder Raphael das Fahrzeug getauscht hat und somit einen Opel Corsa Rally4 pilotierte. Dirnberger erklärte: „Seit zwei Rallyes tue ich mir schwer, den Nico zu biegen - am Schluss wollte ich Platz drei sicher ins Ziel bringen.“

In der ART2-Tabelle führt weiterhin Marcel Neulinger mit 120 Punkten vor Max Maier, der mit Bruder Ben diesmal nur den sechsten und vorletzten Platz der ART2 belegen konnte und 98 Punkte auf dem Konto hat. Nur zwei Zähler dahinter liegt Lukas Dirnberger mit 96, gefolgt von Thomas Regner mit 82,5 und Nico Neulinger mit 73 Zählern auf dem Konto.

Nächste Rallye auf dem gut gefüllten Kalender der Austrian Rallye Challenge ist die SG Toolbox Mühlstein Rallye powered by Baumentor am 7. und 8. August - eine von vier reinen ARC-Rallyes.

Aktuelle ARC Wertung 2026:
www.rallye-challenge.at/site/DOK/Wertungen_ARC-2026-05.pdf

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