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Rallye Weiz: Bericht TEC7 HRM
Fotos: Harald Illmer

Karl Wagner kämpft um EHRC-Sieg und wird vorzeitig Staatsmeister!

In der nationalen Historischen Staatsmeisterschaft bzw. HRM Classics sind prinzipiell alle Teilnehmer der FIA EHRC (mit den Superstars Jari-Matti Latvala und Francois Delecour) punkteberechtigt. Die einheimischen historischen Piloten tragen prominente Namen und sind auch in der EHRC vertreten durch den fünffachen Europameister Karl Wagner..

Der fünffache Historische Rallye-Europameister Karl Wagner und seine Copilotin Gerda Zauner hätten sich für ihre Krönung keine bessere Bühne aussuchen können als die zur Historischen Rallye-EM (EHRC) zählende Rallye Weiz. Die EHRC-Piloten vom Schlage eines Jari-Matti Latvala oder François Delecour waren auch in der TEC7 HRM und bei den Österreichischen Rallye Classics (ORC) voll punktberechtigt – schließlich fuhren alle in einem Block. Österreichs Historic-Teams konnten in dem illustren Umfeld durchaus glänzen.

Mit einem zweiten Platz hinter dem Polen Maciej Lubiak holten sich Wagner/Zauner schon vor dem großen Finale der TEC7 HRM bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye (28. und 29. August) den Titel – für Wagner ist es die dritte Meisterschaft nach 2011 und 2012. Doch Karl Wagner und Gerda Zauner hatten in ihrem knallgelben Porsche 911 durchaus auch Chancen auf den EHRC-Sieg. Bis zum Schluss kämpften vier Teams um die drei Podiumsplätze, stets innerhalb weniger Sekunden: Der spätere Sieger Maciej Lubiak (Copilot Grzegorz Dachowski/ebenfalls Porsche 911), der Italiener Renato Travaglia (Copilot Lorenzo Lamanda/BMW M3 E30) sowie die Österreicher Martin Karlhofer/Gunter Lenk (Lancia Delta Integrale) und das Duo Wagner/Zauner.

Zunächst jedoch übernahm Jari-Matti Latvala in seiner bildhübschen Toyota Celica auf dominante Art und Weise das Zepter – allerdings nur bis zu einem Ausrutscher auf der letzten Freitagsprüfung, der ihn rund zehn Minuten und jede Siegchance kostete. Wagner/Zauner gingen nun als Führende in die Nacht – doch nur wenige Sekunden dahinter lauerten Lubiak, Travaglia und Karlhofer, der zuletzt in Judenburg mit einem starken Rallye-Comeback nach mehr als 20 Jahren Pause aufhorchen ließ.

Doch am Samstagmorgen schlug die Stunde des Polen Lubiak. Wagner vergriff sich bei der Reifenwahl und sprach den wunderbaren Satz: „Es hat am Koglhof geregnet, obwohl es dort eigentlich trocken war – wir waren die einzigen mit Trockenreifen, alle anderen waren mit Wet unterwegs. Auf der nächsten SP gab es ein Problem mit der Kupplung, was wir aber reparieren konnten.“

Am Samstagvormittag sicherte sich Lubiak für den Nachmittag an der Spitze ab – doch dahinter kämpften Wagner, Travaglia und Karlhofer um die Podestplätze. Vor der letzten Prüfung lag Karlhofer auf Platz zwei, nur wenige Sekunden dahinter lauerten Travaglia und Wagner. Erst auf der letzten SP entschied sich der spannende Sekundenkampf – ein Fehlstart kostete Karlhofer nicht nur zehn Strafsekunden, sondern auch einen möglichen Podestplatz. Wagner/Zauner wiederum kassierten wegen eines Stempelfehlers ihrerseits 20 Strafsekunden, brannten auf den letzten beiden Prüfungen noch einmal eine gute Zeit in den Asphalt und sicherten sich so Platz zwei hinter Lubiak und vor Travaglia – das Porsche-Duo kürte sich wie erwähnt zum Staatsmeister. Karl Wagner zeigte sich als Sportsmann: „Im Vorjahr haben wir gewonnen und Maciej war ein sportlicher Verlierer – heuer hat er verdient gewonnen und da können wir nur gratulieren. Es wäre sich auch ohne die 20 Strafsekunden nicht ausgegangen. Dass wir hier Staatsmeister wurden, ist natürlich genial …“

Martin Karlhofer nimmt Platz vier mit Fassung und erklärt: „Aus welchem Grund auch immer, ich habe auf der letzten Prüfung einen Fehlstart produziert und damit einen Podiumsplatz hergeschenkt. Aber egal – auch der vierte Platz ist für uns großartig. Ebenfalls gute Figur im illustren EHRC-Feld machten die Österreicher Alois Nothdurfter/Marcel Baumgartner (Ford Sierra Cosworth) auf Platz acht sowie Andreas Schögler/Sabine Pailer (Volvo 142S) auf Platz zwölf.

ORC: Legende François Delecour gewinnt

François Delecour und Fabrice Gordon konnten trotz technischer Probleme am Peugeot 306 GTi die Österreichischen Rallye Classics (ORC) überlegen gewinnen. Der charismatische Franzose zeigte sich von den Weizer Prüfungen angetan: „Ich habe so viele Sonderprüfungen auf dieser Welt gesehen – aber was Asphaltrallyes anbelangt sind diese Prüfungen der Rallye Weiz absolut unglaublich. Das sind Fahrerstrecken, wo du auch mit einem schwächeren Auto gute Zeiten fahren kannst – ich werde nächstes Jahr gerne wieder hier fahren.“

Auch in den ORC konnten sich Österreicher bewähren – etwa Peter und Tobias Klamminger, die nach SP5 in Führung lagen, dann jedoch ihren VW Golf abstellen mussten. Bestplatzierte Landsleute: Alex Strobl und Cathy Schmidt in ihrem Ford Escort Cosworth WRC.

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