RALLYE

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Jännerrallye: Bericht Stürmer
Foto: Christa Feichtner

Ein Winter wie damals

Von allen aktuell bestehenden Rallye-Veranstaltungen in Österreich ist die Jännerrallye wohl sicher die geschichtsträchtigste. Ihr historischer Background ist auch sehr stark verbunden mit dem Aufkommen und der Glanzzeit der vierradgetriebenen Rallyewagen von Audi. Eine Legende, die bis heute mit einem sehr kräftigen Leben erfüllt ist. Auch dank Horst Stürmer und Rene Zauner, die auch bei der bisher 39. Jännerrallye dazu beigetragen haben, daß die zahlreichen Rallye-Besucher mit bester Quattro-Action auf Schnee beglückt wurden.

Wenn vom historischen Background der Jännerrallye die Rede ist, der zweifellos sehr viele eindrucksvolle Geschichten erzählen kann, dann stehen natürlich die Quattros von Audi an ganz vorderster Stelle. Franz Wittmann und Dr. Kurt Nestinger hatten gerade hier einige ihrer größten Erfolgserlebnisse, unter Anderem dadurch, daß sie vor genau 45 Jahren den ersten Rallye-Gesamtsieg mit einem Audi Quattro geschafft hatten. Audi blieb auch bis zur großen Pause nach dem Jahr 1986 durchgehend die alleinige siegreiche Marke im Mühlviertel.

Der Glanz und die Ausstrahlung von dieser starken Action von damals wirken bis heute unverändert nach. Kein Wunder somit, daß die heute noch fallweise eingesetzten Rallyewagen, die den Namen „Quattro“ tragen, wie in alten Tagen gerne gesehen werden. Horst Stürmer, der mit zwanzig Jahren nach seinem ersten Rallye-Start (auch der führte damals nach Freistadt) ebenfalls ein wichtiges persönliches Jubiläum feierte, war auch dadurch stark motiviert, die Rallye-Saison 2026 stilvoll einzuleiten. Und wo wäre das wohl besser möglich als im klassisch winterlichen Mühlviertel?

Wie so oft erfolgreich mit dabei war Rene Zauner als zuverlässiger Ansager. Und zwar diesmal zum dreißigsten Male, was auch ein durchaus feierlicher Anlaß ist. Wie in den alten Zeiten der Audi-Herrschaft an der Spitze, kam es auch diesmal zu einem Quattro-Duell. Nun halt eben in der Subwertung der 6.3-Boliden, die von ihren Anhängern auch mit großer Spannung bestaunt werden. Zwar setzten sich zu Beginn hier schon Patrik und Verena Gaubinger an die Spitze, aber mit knapp fünf Sekunden Zeitdifferenz bestanden für Horst Stürmer und Rene Zauner durchaus noch gute Hoffnungen. Auf der zweiten Prüfung, die über die winterlich romantische Windhaager Umgebung führte, konnten sich Horst und Rene zeitenmäßig durchsetzen und einen hauchdünnen Vorsprung auf ihre Quattro-Kollegen herausfahren. Zurück in Pierbach, mußte das Team Stürmer/Zauner den Gaubingers den Vortritt lassen. Noch durfte man guter Hoffnung sein, das Markenduell siegreich zu entscheiden, zumal Horst auch auf der zweiten Windhaag-Prüfung etwas schneller war. Danach allerdings war es meist das Ehepaar Gaubinger, das in der direkten Auseinandersetzung vorne war. Und trotz der unverändert sehr beherzten Fahrt von Horst Stürmer und Rene Zauner am Ende die Kategorie 6.3 sicher gewinnen konnte.

Ein wenig Ehrgeiz ist naturgemäß immer dabei, dennoch hat es sich von selbst verstanden, daß der immer noch Tempo-begeisterte Unternehmer aus dem Traunviertel und sein getreuer Begleiter auch mit dem zweiten Platz innerhalb der Audi-Gemeinschaft sowie in der Klasse 6.3 sehr glücklich waren. Ebenso beachtlich ist der dritte Platz in der offiziellen Wertung der historischen Rallye-Meisterschaft, wo auch Fahrzeug-Legenden wie der Porsche 911 vertreten sind. Mit dem Heckantrieb ist es natürlich gegen die meisten Vierrad-Autos enorm schwer, für einen guten Stil war dank des engagierten Einsatzes von Karl Wagner und Gerda Zauner dennoch gesorgt.

Horst Stürmer und Rene Zauner können somit ein zufriedenstellendes Resümee von der Jännerrallye ziehen, das auch dank der guten Haltbarkeit des Jahrzehnte alten Audi so positiv ausfällt. Bis auf fallweise Leistungsschwächen aufgrund einer etwas fehlerhaften Benzineinspritz-Anlage und teilweise mangelhaften Ladedruckes gab es keine Funktionsstörungen. Ein bißchen erhöht wird die anfallende Materialrechnung zwar durch leichte Karosserieschäden, die durch einen verlorenen Heckspoiler und eine etwas beschädigte Seitenwand auf der Superspecial Freistadt im wörtlichen Sinn aufgerissen wurden – offensichtlich ein Tribut des dort bestehenden Spikeverbotes in Verbindung mit winterlichen Fahrbahnen. Dennoch eben: Der Spaß und der Zusammenhalt unter den Teams, wo vor Allem das Mechanikerteam von David Gebesmair das Team Stürmer mit unterstützt hat, haben Vieles an nötigen Investitionen wieder wettgemacht, sodaß auch solche gelegentliche Aufwände gerne in Kauf genommen werden.

Auch für die weitere Saison 2026 haben die Traunviertler Einiges vor. Aus derzeitiger Sicht gilt die erste ÖRM-Hälfte als ziemlich gesichert, wobei der Rebenland-Rallye als Premieren-Veranstaltung für das langjährige Erfolgsteam besonders gespannt entgegengesehen wird. Ist ein Kräftemessen beendet, steht das nächste eben bereits bevor. Auch bei den Historischen.

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