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Achim Mörtl Kolumne: Rückblick Lavanttal
Foto: Harald Illmer

Achim Mörtl: "Lengauer schneller als er kann"

"Simon Wagner fährt so schnell wie er muss, Michael Lengauer fuhr schneller als er kann" - so lautet die Analyse unseres motorline.cc-Kolumnisten, Ex-Staatsmeister Achim Mörtl.

Achim Mörtl

Eine Analyse zur Lavanttal-Rallye ist im Grunde schnell getan. Wagner fährt so schnell wie er muss, Lengauer schneller als er kann und Neubauer zeigt, daß er in der Meisterschaft fehlt und wohl ein ernsthafter Titelaspirant wäre, wenn er es dann auch mit dem nötigen Fokus betreiben würde!

Simon Wagner ist mittlerweile mental so stabil, und das ist im Rallyesport zumindest gleich viel wert wie rohe Geschwindigkeit, dass er exakt weiß, wann er hinhalten muss und wann nicht. Man hat dies zuletzt auch im Rebenland gesehen, wo er trotz gesundheitlicher Probleme auf der Powerstage einen 'rausgehaut' hat!

Natürlich ist er somit mental in einer sehr feinen Position, liegt der Druck viel mehr bei Lengauer. Druck, endlich mal außerhalb der Jännerrallye zu gewinnen. Druck, die Meisterschaft offen zu halten oder auch Druck, sich als größtes (30-jähriges) Rallye-Talent zu beweisen.

Und Lengauer dürfte der Druck wohl zu hoch gewesen sein, riskiert er nach einem neuerlichen Reifenschaden Freitagabends zu schnell zu viel, was in einem heftigen Einschlag an einem Baum endete, womit auch die Meisterschaft wohl schon sehr frühzeitig entscheiden ist!

Und damit bin ich wieder mal bei Einstellung, Erwartungshaltung und Spitzensport! Wenn ich einem Gegner wie Wagner gegenüber stehe, der den Rallyesport lebt und sehr professionell betreibt, dann muss ich mich eben anpassen und ebenso professionell in allen trainierbaren und beeinflussbaren Bereichen agieren oder vielleicht sogar eines drauf setzen!

Das sind Prinzipien - wie Leistungssport funktioniert! Das sind nicht meine Erfindungen! Und die Frage muss er sich wohl selber stellen, ob er diesen Hunger hat oder nicht. Ob er es wirklich will oder ob er an allen Stellen, vor allem an seiner rechten Seite, die richtigen Entscheidungen getroffenen hat! Und im Sport gibt es keine Ausreden, sondern man stellt sich dem Wettbewerb - und man bekommt in Form einer Ergebnisliste auch sehr schnell eine Analyse dazu!

Sehr schön war aber wieder zu sehen, dass es Hermann Neubauer nach wie vor kann, eine konstant sehr saubere Rallye gefahren ist und man sich so wünscht, dass er 2027 für eine gesamte Saison zurückkehrt und er die TEC7 ORM dann wohl zu einem Dreikampf machen könnte!

Bleibt noch der Blick in die hinteren Klassen. Mit Max Lichtenegger holt sich nach 20 Jahren endlich wieder mal ein Kärntner einen Stockerlplatz und gewinnt seine Klasse, was man, glaubt man seinen Zielen, auch voraussetzen muss.

Marcel Neulinger gewinnt überlegen die Rallye4-Klasse - was auch hier, wie bereits bei Lichtenegger, erwartet werden muss!

Für Lichtenegger geht es jetzt nach Spanien zum ERC Lauf, wo auf ihn ein ganz anderer Maßstab und Gradmesser wartet. Denn während wir in Österreich gerne schnell dabei sind, jemanden zum nächsten großen Namen zu erklären, wartet dort doch deutlich mehr Konkurrenz. Konkurrenz, bei der nicht nur Hobbyfahrer den Rahmen definieren, sondern Niveau.

Und genau dort wird sich zeigen, wo man steht!

Fazit zur Rallye Lavanttal:
Wagner fährt so schnell, wie er muss.
Lengauer schneller, als er kann.
Und genau deshalb gewinnt am Ende immer derselbe.

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