ERC, Rally Portugal: Bericht | 26.10.2026
Sesks gewinnt- Schulz Junior Europameister
Während Martins Sesks das ERC-Finale gewinnen konnte, krönte sich Stohl/Waldherr-Pilot Tom Schulz zum neuen Junior Europameister.
Noir Trawniczek
In Abwesenheit des bereits feststehenden Europameisters Teemu Suninen wurde am vergangenen Wochenende das Finale der Rallye-Europameisterschaft (ERC) im Rahmen der Rally Six Cities North of Portugal abgehalten.
Nach der ersten Etappe führte der Lette Martins Sesks 10,5 Sekunden vor seinem Team MF Tyres Teamkollegen Roope Korhonen - doch als sich am Skoda Fabia RS Rally2 von Sesks ein Dämpferproblem einstellte, zog Korhonen davon, lag nun, drei Prüfungen vor dem Ziel, seinerseits 10,6 Sekunden voran. Doch dann schlug der „Defektteufel“ am Toyota GR Yaris Rally2 von Korhonen zu, dessen Allradantrieb ausfiel. So konnte Martins Sesks den Sieg einfahren, seinen fünften in der ERC. Sesks erklärte: „Es war nicht leicht für Roope und mich - wir beide hatten technische Probleme an unseren Autos. Am Ende hatten wir ein Bisschen mehr Glück…“ Sesks gewann letztendlich über eine Minute vor Pablo Sarrazin, dem Sohn von Stephane Sarrazin, Korhonen landete auf Platz drei.
Mit Martins Sesks hat die ERC 2026 den siebten Sieger in sieben Rallyes - die Siege gingen an Jose Antonio Suarez (Rally Sierra Morena), Mikko Heikkilä (Rallye Skandinavien), Roberto Dapra (Rallye Rom), Teemu Suninen (Rallye Polen), Adam Brezik (Barum Rallye), Kris Meeke (Ralli Ceredigion) und schließlich Martins Sesks.
Österreichs Simon Wagner fuhr heuer nur die Barum Rallye und landete mit den dort errungenen elf Punkten auf Jahresrang 36. In der ERC3 landete Maximilian Lichtenegger mit seinen in Spanien und Schweden errungenen 30 Punkten auf Jahresrang elf. In der ERC4 landete der leider in Polen schwer verunfallte und an seiner Rehabilitation arbeitende Marcel Neulinger auf Jahresrang 17 (Platz zwölf Junior ERC), Luca Pröglhöf auf Platz 22 (Platz 18 Junior ERC).
Junior ERC/ERC4: Großer Erfolg für Stohl & Waldherr
In der Junior ERC respektive auch der ERC4 konnte erneut das von Stohl Racing und Waldherr Motorsport geführte ADAC Opel Rally Junior Team den Titel einfahren. Beim Finale in Portugal konnten nur noch die beiden Fahrer des Teams, Timo Schulz (Copilotin Maresa Lade) und Tom Heindrichs (Copilot Jonas Schmitz) Junior Europameister werden.
Doch schon auf der dritten Sonderprüfung fiel die Vorentscheidung - ein Stein zerstörte den Kühler am Opel Corsa Rally4 von Heindrichs - obwohl er am Sonntag noch einmal mit fünf Bestzeiten brillieren konnte, war das Titelrennen für Heindrichs verloren. Heindrichs zeigte sich als Sportsmann: „Wir haben wie immer alles gegeben. Es war von vornherein klar, dass es im Titelkampf gegen Timo schwierig werden würde. Herzliche Gratulation an ihn und Maresa! Wir wollten am Sonntag nochmal beweisen, dass wir hier um den Sieg hätten mitfahren können. Ich denke, das haben wir auch geschafft. Wir hatten eine starke Saison, haben zwei Rallyes gewonnen und können mit uns und unserer Leistung zufrieden sein. Unser Dank gilt Opel Motorsport und Stohl Racing für ihre perfekte Arbeit. Sie haben den Re-Start am Sonntag überhaupt erst möglich gemacht. Wir sind gespannt, was als nächstes kommt.“
Sieger Timo Schulz erklärte: „Mir fehlen etwas die Worte, um meine Gefühle zu beschreiben. Wir haben in den vergangenen Jahren so hart für diesen Erfolg gearbeitet. Und nun die Junior-Europameisterschaft gewonnen zu haben, ist ein fantastisches Gefühl. Ich bin extrem dankbar für alles, was Opel und Opel Motorsport für mich getan haben. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Mein Dank gilt auch Maresa sowie dem ADAC Opel Rally Junior Team und Waldherr Motorsport für ihre großartige Arbeit während der gesamten Saison.“
Lediglich bei Claire Schönborn (Copilot Michael Wenzel) im dritten Opel des Junior Teams wollte es an diesem Wochenende nicht klappen. Ebenfalls schon auf der dritten Prüfung streikte die Servolenkung - weil der Schaden im Remote Service nicht behoben werden konnte, musste die Deutsche ohne Servo fahren, kugelte sich dabei die Schulter aus. „Sie sprang zwar wieder rein, aber am Sonntag hatte ich extreme Schmerzen. Ich wollte mich nur irgendwie ins Ziel retten“, erklärte Schönborn. Doch auch das war ihr nicht vergönnt - zwei Kilometer vor dem Ziel musste man mit abgescherter Antriebswelle aufgeben…


















