Der "verrückte Traum" | 26.01.2026
Wie Solberg die WRC-Elite schockte
Oliver Solberg schreibt WRC-Geschichte: Als jüngster "Monte"-Sieger aller Zeiten triumphiert der Toyota-Pilot bei extremen Bedingungen gegen die Weltelite
Oliver Solberg hat bei der Rallye Monte-Carlo, dem Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, einen sensationellen Sieg eingefahren und die schwierigste Rallye seines Lebens als einen "verrückten Traum" bezeichnet, den er noch immer nicht ganz begreifen kann.
"Es ist unglaublich und ich bin ehrlich gesagt sprachlos, es ist ein wahr gewordener Traum. Es ist die verrückteste Sache, die ich je in meinem Leben gemacht habe", sagte Solberg nach dem Erfolg. Er dankte Toyota für das Vertrauen, ihn als Werksfahrer zu verpflichten. "Die zweite gemeinsame Rallye und der zweite Sieg sind bemerkenswert. Ein erstaunlicher Start für eine hoffentlich lange Reise."
Vor dem Wochenende waren die Erwartungen des Schweden noch bescheiden. Für seinen ersten Start als Werksfahrer bei Toyota in der WRC hatte er sich ein Top-5-Ergebnis zum Ziel gesetzt. Das änderte sich jedoch schnell, nachdem er eine beeindruckende Leistung bei einer "Monte" ablieferte, die als die härteste seit einer Generation galt.
Gemeinsame Feier mit "Held" Ogier
Extreme winterliche Bedingungen prägten das Asphalt-Event und sorgten auf den 17 Wertungsprüfungen für unglaublich schwierige, schnee- und eisbedeckte Straßen. Solberg und sein Beifahrer Elliott Edmondson meisterten die Bedingungen über die vier Tage hinweg am besten und übertrafen bei ihrem ersten Einsatz auf Asphalt im Toyota GR Yaris Rally1 die Erwartungen.
Dass er seine erfahreneren Teamkollegen Elfyn Evans und den zehnfachen Monte-Carlo-Sieger Sebastien Ogier schlug und gleichzeitig zum jüngsten Monte-Sieger der WRC-Geschichte wurde, unterstrich die Bedeutung dieser Leistung.
Der Schlüssel zum Erfolg lag laut Solberg in der Zusammenarbeit mit dem Team und seiner Fahrzeugbeherrschung auf rutschigem Untergrund. "Es waren tückische Bedingungen, die den Unterschied ausmachen konnten. Ich habe versucht, auf Schnee und Eis mein Bestes zu geben und dort wirklich zu pushen. Ich denke, das war entscheidend."
Besonders emotional war für ihn der Moment auf dem Podium: "Es war ein Traum, das Podium mit Sebastien Ogier zu teilen, da er mein Held ist. Estland war schon schwierig, aber im Vergleich hierzu war Estland einfach."
Lob von Sebastien Ogier und Dank an die Crew
Auch Ogier sparte nach dem Ziel nicht mit Lob für den jungen Teamkollegen. "Es ist eine erstaunliche Leistung von ihm, also Hut ab, er hat diesen Sieg verdient", so Ogier. Es sei eine Bereicherung für die Meisterschaft, einen jungen, aufstrebenden Fahrer mit so viel Motivation zu haben, der sofort einen großartigen Job macht. "Das ist das Zeichen eines Champions", fügte der Routinier hinzu.
Beifahrer Edmondson betonte zudem die Bedeutung der Helfer im Hintergrund. "Ich muss den Hut vor Oliver ziehen, es war ein Vergnügen, an diesem Wochenende einem wahren Meister bei der Arbeit zuzusehen", sagt er.
Er verwies aber auch auf die Eisspione Bryan Bouffier und Denis Giraudet. "Diese Jungs waren an diesem Wochenende absolut unbezahlbar. Man kann bei diesen Bedingungen einfach nicht so schnell fahren, ohne jeden Zentimeter der Straße zu kennen." Die Kombination aus Solbergs Ruhe im Auto und den präzisen Informationen der Crew habe diesen Erfolg erst möglich gemacht.


















