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WRC, Chile: Nach Tag 3 (SP12)
Foto: Toyota

Solberg hält knappe Führung - drei Überschläge

Oliver Solberg führt die hart umkämpfte Chile-Rallye weiter knapp an - Heftige Unfälle von Thierry Neuville, Jon Armstrong sowie im WRC2- und WRC3-Feld

Oliver Solberg (Toyota) hat am Samstag bei der Rallye Chile, dem drittletzten Saisonlauf 2026 der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), seine Führung vom Freitag verteidigt, aber hinter ihm ging es turbulent zu.

Sechs Wertungsprüfungen (WP7 bis WP12) über eine Gesamtdistanz von 140 Kilometern auf Zeit standen auf der zweiten Etappe auf dem Programm. Die Bedingungen waren einmal mehr alles andere als einfach. Das wurde nicht zuletzt daran deutlich, dass es drei Überschläge gab und einen weiteren heftigen Unfall gab.

Nachdem es auf der Freitagsetappe in den Top 6 extrem eng zugegangen war, begann Solberg die Samstagsetappe als Spitzenreiter der Rallye, und zwar mit 10,1 Sekunden Vorsprung auf Toyota-Teamkollege und WM-Spitzenreiter Elfyn Evans.

Am Vormittag holte sich Solberg eine WP-Bestzeit (WP9). Zuvor waren die ersten zwei WP-Bestzeiten des Tages an Sebastien Ogier (Toyota) gegangen. Auch am Nachmittag, als die selben drei Prüfungen ein zweites Mal befahren wurden, holte sich Ogier zwei WP-Bestzeiten und Solberg eine (WP12).

Nach Abschluss der Samstagsetappe hat Oliver Solberg nun 19,1 Sekunden Vorsprung auf Elfyn Evans. Als dritter Toyota-Fahrer hat sich Sebastien Ogier mit seinen vier WP-Bestzeiten auf den dritten Rang nach vorn geschoben und Adrien Fourmaux (Hyundai) damit auf Rang vier verdrängt. Es geht weiterhin eng zu. Nach insgesamt 240 Kilometern Wertungsprüfung, verteilt auf Freitag und Samstag, liegen die Top 4 innerhalb von 32 Sekunden.

Fünfter ist weiterhin Sami Pajari (Toyota), der aber nach einem Ausrutscher am Vormittag mittlerweile mehr als eine Minute Rückstand aufweist. Sechster ist Esapekka Lappi (Hyundai), gefolgt von Joshua McErlean (M-Sport-Ford). McErlean verlor Zeit am Vormittag, weil es an seinem Ford Puma Rally1 einen Reifenschaden gab. Zu Mittag kam für noch eine Zeitstrafe hinzu, weil er den Service-Park zu spät verlassen hat.

Überschläge von Neuville, Armstrong, Gryazin

Nicht nur im Kampf um die Spitzenpositionen, auch dahinter verlief der Samstag in Chile turbulent. Thierry Neuville (Hyundai) legte direkt auf der ersten Prüfung des Tages (WP7) einen Überschlag hin. Jon Armstrong (M-Sport-Ford) zeigte auf der folgenden Prüfung eine ganz ähnliche Szene. Und auch Lancia-Pilot Nikolay Gryazin, der die WRC2-Wertung angeführt hatte, verzeichnete einen Überschlag.

Der Überschlag von Hyundai-Werkspilot Neuville war der zeitlich erste. Er und Beifahrer Martijn Wydaeghe hielten zum Zeitpunkt des Crashs den sechsten Rang im Klassement der Rallye. Beide sind unverletzt geblieben. Weil der Hyundai i20 N Rally1 aber massiv beschädigt wurde, werden sie am Sonntag nicht mehr ins Geschehen eingreifen.

Ich war einen Tick zu schnell und wurde in einer Spurrinne ausgehoben", berichtet Neuville. "Zum Glück geht es mir und Martijn gut. Wir hatten versucht, Tempo zu machen, um Positionen gutzumachen. Wir hatten nichts zu verlieren. Wir haben alles gegeben, waren aber offensichtlich ein bisschen zu schnell."

Das Hyundai-Team bestätigt in einem Statement, dass die Rallye für Neuville vorzeitig beendet ist: "Aufgrund von schweren Beschädigungen, die das Auto beim Überschlag auf WP7 erlitten hat, werden Thierry Neuville und Martijn Wydaeghe die Rallye Chile nicht mehr aufnehmen. Das Team wird sich darauf konzentrieren, das Auto für die Sardinien-Rallye in Italien vorzubereiten."

Nach dem Überschlag von Neuville auf WP7 rückte M-Sport-Ford-Pilot Jon Armstrong im Klassement der Rallye Chile auf die sechste Position nach vorn. Auf WP8 aber überschlug auch er sich. Auch Armstrong und Beifahrer Shane Byrne (nicht zu verwechseln mit dem Motorradrennfahrer Shane Byrne) sind unverletzt geblieben.

Armstrong berichtet voller Enttäuschung: "Das Auto untersteuerte und geriet in einer Kurve nach außen, wo wir eine Böschung getroffen und uns überschlagen haben. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Ich versuche ja schon, vorsichtig zu fahren. Trotzdem nehmen die Probleme kein Ende. Es ist wirklich eine ausgesprochen schwierige Phase."


Den dritten Überschlag des Tages gab es WRC2-Feld, wo Nikolay Gryazin das Klassement nach der Freitagsetappe angeführt hatte. Gryazin war es, der sich mit Beifahrer Konstantin Aleksandrov im Lancia Ypsilon HF abrollte. Auch diese Besatzung kam mit dem Schrecken davon. Neuer WRC2-Spitzenreiter ist Yohan Rossel (Lancia). Im Gesamtklassement der Rallye bedeutet das aktuell Rang acht.

Abbruch der vorletzten WP des Tages nach schwerem Unfall

Auf der vorletzten Prüfung des Tages (WP11) gab es dann auch im WRC3-Feld einen heftigen Crash. Und dieser hatte einen Abbruch der Prüfung zur Folge. Das Feld der Rally1-Autos und der Großteil des WRC2-Feldes hatte die Prüfung zu diesem Zeitpunkt bereits komplettiert und war schon auf WP12 unterwegs.

Das FIA-Statement zum WRC3-Unfall: "Nach einem schweren Unfall der Besatzung des Fahrzeugs mit der Startnummer 51 (Calle Carlberg/Jörgen Eriksen) auf WP11 ("Lota 2") hat der Rennleiter eine rote Flagge für diese Prüfung angeordnet. Die Besatzung wurde sofort von den medizinischen Teams vor Ort versorgt und wird per Hubschrauber in ein örtliches Krankenhaus gebracht, um dort vorsorglich weiteren medizinischen Untersuchungen unterzogen zu werden."

Am Sonntag geht die Rallye Chile mit den letzten vier der insgesamt 16 Wertungsprüfungen zu Ende.

(Motorsport-total)

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