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WRC Kanaren: Nach Tag 2 (SP8) Sebastien Ogier führt die Kanaran-Rallye nach dem Freitag an, aber es geht eng zu
Massimo Bettiol / Getty Images

WRC Kanaren-Rallye 2026: Toyota-Fünffachspitze, aber enge Abstände

Toyota hat die zweite Auflage eines Rallye-WM-Laufs auf den Kanarischen Inseln bislang absolut im Griff, aber der Kampf in den Top 5 ist spannend

Auf den Kanarischen Inseln (Kanaren) ist Sebastien Ogier (Toyota) aktuell der Spitzenreiter beim fünften Saisonlauf 2026 der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Ihm auf den Fersen sind gleich vier seiner Teamkollegen, denn Toyota besetzt nach der Freitagsetappe komplett die Top 5 im Klassement der Rallye.

Los ging die Asphaltrallye auf der zu Spanien gehörenden Inselgruppe bereits am Donnerstag mit einer weniger als zwei Kilometern kurzen Auftaktprüfung (WP1) im Stadion von Las Palmas de Gran Canaria. Auf dieser hatte der aktuelle WM-Spitzenreiter Takamoto Katsuta die Bestzeit gesetzt.

Die Freitagsetappe war dann auf sieben WPs angesetzt, wobei die WP im Stadion ein zweites Mal gefahren wurde und den Schlusspunkt des Tages bildete. Anders als noch am Donnerstagabend, wurde am Freitagabend im Stadion in direkten Duellen gefahren. Entscheidend war aber wie tags zuvor die gefahrene Zeit. Die Bestzeit auf dieser letzten Prüfung des Tages markierte abermals Katsuta, wobei Sami Pajari in diesem Fall exakt gleichschnell war.

Autos im Parkverbot: WP3 abgesagt

Tatsächlich wurden am Freitag von den sieben geplanten Prüfungen nur sechs gefahren. WP3 am Vormittag wurde abgesagt. Der Grund: Mehr als 100(!) Autos von Zuschauern waren in einem Bereich geparkt, in dem Parken verboten war. Weil sich dieser Bereich in unmittelbarer Nähe zur Wertungsprüfung befand, wurde abgesagt und die Zuschauer wurden aufgefordert, ihre Autos umzuparken.

Von den sechs gefahrenen WPs hat Sebastien Ogier letztlich vier für sich entschieden und damit die Führung im Klassement der Rallye übernommen. In die Samstagsetappe geht Ogier mit einem Vorsprung von lediglich 8,9 Sekunden auf Oliver Solberg.

Dritter ist derzeit Sami Pajari, Vierter ist Elfyn Evans. WM-Spitzenreiter Katsuta ist im Verlauf der Freitagsetappe zwar von der ersten bis auf die fünfte Position zurückgefallen, aber nach Bestzeit auf der Stadion-WP am Abend fehlen selbst ihm gerade mal 29,7 Sekunden auf Spitzenreiter Ogier.

Ogier, der die Rallye seit WP2 am Morgen anführt, hatte zu Mittag im Servicepark zu Protokoll gegeben: "Im Vergleich zu den anderen haben wir bei Toyota noch immer ein wenig Spielraum für Verbesserungen. Es geht da um Details. Unser Fahreraufgebot ist stark, aktuell liegen wir zu fünft in den Top 5. Wenn man da nur ein wenig nachlässt, ist man ganz schnell mal nur noch Fünfter."

Hyundai und M-Sport kämpfen um Anschluss an Toyota

Während Toyota auch am Ende der Freitagsetappe die Top 5 weiterhin komplett für sich beansprucht, kämpfen Hyundai und M-Sport um den Anschluss. In Reihen des Hyundai-Werksteams hat Dani Sordo seit der Auftaktprüfung die Oberhand. Der Spanier ist nach mehr als eineinhalb Jahren erstmals wieder in der Rallye-WM am Start.

Während Sordo P6 im Klassement hält, ist Thierry Neuville nur Achter, noch hinter Adrien Fourmaux in einem weiteren Hyundai i20 N. Neuville spricht von einem "schwierigen Tag" und erklärt: "Wir haben Probleme, auf Tempo zu kommen. Ich bin jemand, der viel Vertrauen in die Front des Autos braucht. Wenn ich die nicht habe, dann kann ich nicht schnell fahren. Gegen Ende [der Etappe] war die Balance etwas besser, aber wir müssen weiter arbeiten."

Die beiden Ford Puma von M-Sport, pilotiert von Josh McErlean und Jon Armstrong, werden aktuell auf P9 und P11 geführt. Einziges Rally2-Auto in den Top 10 ist derzeit der Lancia Ypsilon HF von Yohan Rossel auf P10. Größere Zwischenfälle gab es bislang nicht.

Die Samstagsetappe auf den Kanaren umfasst sechs Wertungsprüfungen (WP9 bis WP14), bevor die dritte Asphaltrallye der Saison (nach Monte Carlo und Kroatien) am Sonntag mit den letzten vier WPs zu Ende geht.

Motorsport-Total.com

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