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WRC Safari-Rallye: Nach Tag 2 (SP10) Oliver Solberg liegt in Kenia nur noch hauchdünn in Führung
Toyota Gazoo Racing

Solberg rettet knappe Führung

Oliver Solberg führt die Safari-Rallye nach dem Freitag an, doch Sebastien Ogier kämpft sich bis auf eine Sekunde herarn - Toyota weiter in eigener Liga

Der Kampf um den Sieg bei der Safari-Rallye in Kenia, dritter Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, bleibt nach einem dramatischen Freitag völlig offen. Toyota-Pilot Oliver Solberg konnte die Spitzenposition nur knapp verteidigen und liegt nach einem ereignisreichen Tag nur noch eine Sekunde vor seinem Toyota-Teamkollegen Sebastien Ogier.

Der Sieger des Saisonauftakts in Monte Carlo war mit einem komfortablen Vorsprung von 33,3 Sekunden auf Elfyn Evans (Toyota) in den Tag gestartet. Ogier lag zu diesem Zeitpunkt mehr als eine Minute zurück. Doch die unerbittlichen Pisten Kenias sorgten dafür, dass Solbergs Polster fast vollständig dahinschmolz.

Die Wende im Duell um die Spitze leitete die achte Wertungsprüfung ein. Bei der zweiten Durchfahrt der steinigen "Geothermal" erlitt Solberg einen Reifenschaden hinten rechts. Der Toyota-Pilot musste das Tempo drosseln und verlor dabei 32,6 Sekunden. Damit schrumpfte sein Vorsprung auf Ogier auf eine einzige Sekunde zusammen.

Der Franzose hatte sich zuvor mit einer beeindruckenden Aufholjagd zurückgemeldet. Er machte den Zeitverlust wett, den er am Donnerstag durch einen heftigen Regenschauer erlitten hatte. Zwar handelte sich auch der amtierende Weltmeister in der sechsten Prüfung einen Reifenschaden ein, doch dieser kostete ihn weniger Zeit als befürchtet.

Nach der Bestzeit in der siebten Prüfung schob sich Ogier an Evans vorbei auf Rang zwei. Nach Solbergs Missgeschick verringerte er den Abstand zeitweise auf 0,7 Sekunden. Solberg, der bewusst eine vorsichtige Strategie gewählt hatte, um das Auto zu schonen, konterte in der letzten Prüfung des Tages und nahm Ogier wieder 0,3 Sekunden ab.

"Mit Seb fangen wir jetzt quasi wieder bei Null an", erklärte Solberg am Abend. Angesprochen auf das Duell mit Ogier fügte er hinzu: "Ich habe schon früher gegen ihn gekämpft und in diesem Jahr führe ich 1:0, also mal sehen. Er hatte einen unglaublichen Tag, wirklich sehr beeindruckend. Ich habe versucht, clever zu agieren und mein eigenes Ding zu machen. Offenbar waren wir zu vorsichtig und hatten Pech mit dem Reifenschaden. Morgen greifen wir wieder an."

Taktische Überlegungen bei Ogier und Evans

Ogier zeigte sich trotz des knappen Rückstands zufrieden und sieht sich für den Samstag, der als härtester Tag der Rallye gilt, in einer guten Position. "Es war ein guter Tag. Es ist eigentlich besser, heute Abend nicht in Führung zu liegen, weil wir wissen, dass es am Samstag nachmittags meistens regnet und die hinteren Fahrzeuge dann oft am meisten leiden. Morgen ist ein wichtiger Tag und es wird eine gewaltige Herausforderung, den zu überstehen", so Ogier.

Evans beendete den Tag auf dem dritten Rang mit 20,5 Sekunden Rückstand. Sein größtes Problem war ein verbogenes Rad. "Ich denke, es war wichtig, ohne größere Zwischenfälle durchzukommen. Morgen wird auf den Prüfungen und beim Wetter sicher die Hölle losbrechen. Wir sind in einer ordentlichen Position, aber es ist noch ein langer Weg. Wenn man nach den vergangenen Jahren geht, kann morgen alles passieren", sagte der Waliser.

Starke Leistung von Pajari und Giraffen-Stopp für Lappi

Die wohl beeindruckendste Leistung des Tages zeigte Sami Pajari (Toyota). Der Finne sicherte sich vier Prüfungssiege und kletterte auf den vierten Gesamtrang. Er profitierte dabei auch vom Pech seines Teamkollegen Takamoto Katsuta, der in der siebten Prüfung gleich zwei Reifenschäden vorne erlitt. Da Katsuta beide Ersatzräder brauchte, musste er das Tempo drastisch drosseln und fiel auf den siebten Platz zurück.

Zwischen Pajari und Katsuta reihten sich die Hyundai-Piloten Thierry Neuville und Adrien Fourmaux ein. Neuville kämpfte mit einem beschädigten Kühler, den er nach einem Steinschlag notdürftig reparieren musste. Dennoch rettete er einen Vorsprung von 1,2 Sekunden auf seinen Teamkollegen Fourmaux ins Ziel.

Einen ungewöhnlichen Grund für einen Zeitverlust gab Esapekka Lappi an. Der Finne im dritten Hyundai verlor nicht nur Zeit durch ein Problem mit dem Differenzial, sondern musste in der neunten Prüfung auch einer Giraffenfamilie den Vorrang lassen.

"Da war eine Giraffenfamilie auf der Straße und ein Jungtier war das letzte Mitglied der Gruppe. Ich musste in den ersten Gang runterschalten und bin ihnen 200 bis 300 Meter gefolgt. Dabei habe ich etwa 15 bis 20 Sekunden verloren. Ich wollte wegen der Tiere nichts riskieren", berichtete Lappi.

Ein schwarzer Tag war es für das Team M-Sport-Ford. Josh McErlean musste die Rallye wegen eines Getriebeschadens vorzeitig beenden. Sein Teamkollege Jon Armstrong verlor viel Zeit durch Reparaturen an der Strecke und schleppte seinen Ford Puma am Ende nur noch mit Zweiradantrieb ins Ziel.

Motorsport-Total.com

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