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Neuville: Kein Sinn hinter "Scheiß-WRC-Regeln" 2022 ...
Foto: XPB

"Wir machen einen Rückschritt"

Hyundai-Pilot Thierry Neuville macht keinen Hehl daraus, was er von den neuen WRC-Regeln ab 2022 hält, für ihn haben die "Scheiß-Regeln" keinen Sinn.

Im Jahr 2022 wird die Rallye-Weltmeisterschaft ein neues Kapitel aufschlagen. Dann wird es im Technischen Reglement wesentliche Veränderungen geben. Die vorgeschlagene Formel wird "Rally 1" genannt. Im kommenden Juni soll das neue Reglement vom FIA Motorsport-Weltrat abgesegnet werden. Neben einem neuen Hybrid-Antrieb wird es zahlreiche Standardkomponenten geben.

Es wird eine Crash-Struktur inklusive Überrollkäfig geben, die von der FIA entwickelt wird und bei allen Autos verwendet werden muss. Es wird auch in den Bereichen Getriebe, Bremsen, Radaufhängungen und Aerodynamik Einschränkungen und gewisse Einheitsteile geben. Das Hybrid-System wird ebenfalls von einem Zulieferer kommen.

Insgesamt wird es Einschränkungen bei der Entwicklung der Autos geben. Man will damit erreichen, dass ein Hersteller nicht mit großen Geldmitteln deutlich mehr Entwicklung betreiben kann und dadurch einen Wettbewerbsvorteil hat. Langfristig will die WRC neue Hersteller anlocken und das Teilnehmerfeld vergrößern.

Neuville sieht Rückschritt im Vergleich zur WRC-Generation 2017

Allerdings sind nicht alle glücklich mit der künftigen Richtung. Hyundai-Fahrer Thierry Neuville befürchtet durch die vielen technischen Einschränkungen, dass der Rallye-Sport an Spektakel und Attraktivität verlieren könnte. "Ich habe meinen Chef gefragt, ob er mit diesen scheiß Regeln einverstanden ist. Und es scheint, dass er das ist", sagt Neuville.

Seiner Meinung nach ist das der falsche Weg: "Reduzierung der Kosten, wir machen das Auto technisch weniger interessant - nur noch fünf Gänge, kein Zentraldifferential, weniger Aerodynamik, weniger Federweg bei der Aufhängung - ich sehe ehrlich gesagt nicht den Grund dafür."

"Vor drei Jahren wurde entschieden, dass die WRC aufgewertet werden soll. Der WRC wurde neues Leben eingehaucht und es hat funktioniert", spricht Neuville die aktuelle WRC-Generation an, die seit 2017 im Einsatz ist. Im Vergleich zu den Autos davor gibt es deutlich mehr Motorleistung und mehr Spoiler. Die Autos sind schneller und wirken optisch spektakulärer.

Neuville glaubt deshalb, dass die vorgeschlagenen neuen Regeln ein Rückschritt wären: "Jetzt gehen wir zurück zu R5-Plus. Ich weiß nicht, ob es mich interessieren würde, diese Autos zu fahren. Aber das werden wir noch herausfinden." Denn die Details des neuen Technischen Reglements sind noch nicht festgeschrieben.

Millener: WRC geht nicht den Weg der Formel E

Die Verantwortlichen der Teams sehen die Vorschläge positiv, denn Kostenreduktion ist ein großes Thema. "Es ist sehr klar. Die Regeln wurden von der FIA und den Herstellern erstellt", befürwortet Hyundai-Motorsportchef Andrea Adamo die neue Richtung. Und auch für M-Sport, das einzige Privatteam in der WRC, sind die neuen Regeln wichtig.

"Ich möchte den Fahrern gegenüber nicht unhöflich sein, aber sie bezahlen diese Programme nicht", sagt M-Sport-Chef Richard Millener. "Momentan gibt es Hydrauliksysteme in diesen Autos, die rund 44.000 Euro kosten. Auch ohne solch hoher Kosten können wir spannende Rallyes veranstalten und ein Produkt haben, das die Leute sehen wollen und daran teilhaben wollen."

Als Beispiel nennt Millener die Formel E, wo viele Automobilhersteller engagiert sind, aber es sehr viele Einheitsbauteile gibt. Die Hersteller entwickeln praktisch nur den Elektroantrieb. Der Rest des Fahrzeugs ist bei allen identisch. "Wir wollen nicht diesen Weg gehen. In der WRC ist spezielles Engineering immer wichtig."

"Aber wir müssen unsere Serie zugänglich machen, wenn wir das Ziel von vier bis fünf Herstellern erreichen wollen", hält Millener fest "Auch wenn das in den nächsten zwei oder drei Jahren nicht passieren wird, ist das der richtige Weg, den wir gehen müssen." Subaru hat angekündigt, dass man ein WRC-Comeback 2022 überlegt. Eine Entscheidung müsste bis 18. April in diesem Jahr fallen.

© Motorsport-Total.com

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