RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Zuerst Probieren & dann erst Raunzen

Achim Mörtl hat sich den Skoda Kreisel RE-X1 näher angesehen und am heißen Sitz von Raimund Baumschlager Platz genommen. Wie er die E-Mobilität im Rallyesport sieht? Lesen!

Achim Mörtl

Ich konnte ja in letzter Zeit einige „E–Sprudler“ testen und musste im Zuge dessen leider feststellen, dass es wohl ein Zeichen der Zeit ist, viel über etwas, wo man wenig bis gar nix weiß, zu Raunzen! Und da ich ja selbst eher aus der Dinosaurierzeit stamme und mich auch gerne in Nostalgie und Romantik vergangener Rallyezeiten suhle, musste ich natürlich den ultimativen Test antreten! Also Elektro-Rallye, in diesem Fall den von Kreisel und BRR Baumschlager Rallye & Racing GmbH entwickelten Skoda Kreisel RE–X1 näher unter die Lupe nehmen!

Und gleich vorweg, na bumm!! Der Sound ist zu Beginn zwar ungewohnt, ist mir aber sehr bald herzlichst wurscht. Vielleicht fragen sich jetzt einige, warum? Ganz einfach, weil der E-Skoda wirklich geil anschiebt, weil er, wie auch der R5 einige Minuten davor, genauso quer um die Ecke kommt und weil es einfach gleich spektakulär und megageil ausschaut, wie eben die fossile Verwandschaft!

Und auch aus der Innensicht ändert sich da nix, und gleich vorweg, es ist wirklich wurscht was die Räder antreibt, solange es „gscheit“ anschiebt! Und auch das macht der Skoda Kreisel RE–X1, auch wenn nur in der Rallyespezifikation mit rund 280 kW, ganz zu Schweigen, wenn der Raimund da mal in den RX-Modus mit 700 PS schaltet!

Auch vom Fahrgefühl gibt es da kaum Unterschiede, lässt sich der Skoda Kreisel RE-X1 präzise steuern, setzt Korrekturen am Lenkrad als auch kleinste Bewegungen am rechten (Gas)-Hebel exakt um! Jammern auf hohem Niveau ist angesagt, und natürlich werden im Zuge weiterer Tests über die Feinabstimmung der Software, die in erster Linie die Antriebseinheit kontrolliert und steuert, der Diffs und die Rekuperation weitere Verbesserungen erreicht werden! Aber eines sei gesagt, die Leute von Kreisel und BRR haben da schon feine Arbeit geleistet!

Und auch im Sinne der Nachhaltigkeit – wichtig in Sachen Glaubwürdigkeit – muss man das Projekt vor den Vorhang holen! Keine Dieselaggregate und sonstige CO2–Burner, sondern durchdachte Energiebereitstellung. So wird über die hauseigene Photovoltaik–Anlage auf den Dächern des Kreisel-Headquarters Strom in „Second–Life“ Batterien gespeichert. Die Energie wird dann in mobile Speichereinheiten zu den Rallyes gebracht und dort mittels mobiler Ladestation mit bis zu 200kW in den Skoda gepumpt – Chapeau!!

Der erste Start hätte am kommenden Wochenende im Zuge der Red Stag Extreme Rallye erfolgen sollen, Unstimmigkeiten mit einigen Punkten der Ausschreibung sorgen jedoch für das verspätete Rallyedebüt ein bei der Weiz Rallye! Und Rallyes wird man brauchen, um weitere rallyerelevante Erfahrungen zu sammeln und in die Entwicklung einfließen zu lassen! Reichweite sollte mit der verbauten 55 kWh–Batterie, zumindest in Österreich, kein Problem sein! Und sollte es nicht reichen, war es ja auch in meiner Zeit NIEMALS eine Diskussion, wenn der Veranstalter mal einen Refuelling-Point im Roadbook hatte!

Schlussendlich möchte ich nun die Lanze für dieses Projekt brechen und jedem Rallyefan ans Herz legen, hier eine Chance zu sehen! Eine Chance für ein weiteres Antriebskonzept, eine Chance für neue Sponsoren im eh sehr spärlichen Sponsorenfeld und auch eine Chance dadurch zusätzliche interessante und geile Autos am Start einer Rallye zu sehen! Schaut‘s Euch das zuerst an bevor wieder gejammert und geraunzt wird, seht das Positive und die Chancen und seids nicht verbohrt!

Der Philipp Kreisel ist es auch nicht, der hat nämlich die Größe, selbst als Besitzer von Kreisel Elecric, trotz einiger Unstimmigkeiten, mit einem herkömmlichen Skoda R5 EVO2 bei der Red Stag Extreme an den Start zu gehen. Und ganz ehrlich: Das taugt mir! Danke auch an Raimund Baumschlager, der ja auch den Chauffeur spielte, und Philipp Kreisel für die Einladung zum Test!

Euer Achim Mörtl

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Peter Klein Kolumne

Wenn das Leben in die Jahre kommt

Am 11.11. wird es exakt 25 Jahre her sein, dass Franz Wittmann noch einmal Staatsmeister wurde . ORF-Legende Peter Klein erinnert sich in einer zweiteiligen motorline-Kolumne. Hier Teil 1.

Sebastien Ogier 2027

Nur zwei WRC-Starts für Toyota?

Sebastien Ogier wird in der WRC-Saison 2027 nicht mehr um den Titel fahren - Jari-Matti Latvala bestätigt aber, dass die Karriere des Franzosen noch nicht zu Ende ist

MRC, Rallye du Valais: Bericht

Starker Sieg von Albert von Thurn und Taxis

Albert von Thurn und Taxis und Jara Hain gewinnen bei der Rallye Internationale du Valais das Saisonfinale des Mitropa Rally Cup. Manuel Kößler verteidigt mit Copilot Benedikt Hofmann seine Meisterschaftsführung und gewinnt den Mitropa Rally Cup in seiner 61. Saison.

Darunter gleiche Technik

Warum Toyota auf Celica und Yaris setzt

Die Celica kehrt in die WRC zurück, der Yaris bleibt: Toyota erklärt, warum künftig zwei verschiedene Modelle zum Einsatz kommen und wer sie fährt

EHRC Gravel, Brunello: Vorschau Schindelegger

Eine große Karriere endet bald

52 Jahre! Seit Helmut Schindelegger den Führerschein besaß, war er auch Teil der österreichischen Rallyeszene. Und nun, nach 52 Jahren, erklärt er seinen Rücktritt vom aktiven Motorsport und fährt damit auch die letzte Rallye in Österreich.

Offiziell: Rallye Dakar 2027

Rallye Dakar 2027 in Portugal und Marokko

Nach der Absage in Saudi-Arabien steht der neue Plan für die Rallye Dakar 2027 fest: Mit einer Route in Europa und Afrika kehrt die "Dakar" zu ihren Wurzeln zurück