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ERC, Rally Liepaja: Bericht
Foto: Wagner Motorsport

Österreicher bei der Liepaja: Kein „Kindergeburtstag“

Österreichs Staatsmeister Simon Wagner, die welterfahrene Ilka Minor und Jungtalent Luca Waldherr erlebten eine schwierige Rally Liepaja...

Noir Trawniczek

„Nicht jeder Pilot würde sich dieser Herausforderung überhaupt stellen, denn es ist klar, dass man hier nicht von vornherein vorne mitfahren kann - Simon hat sich dieser Herausforderung gestellt und das finde ich gut“, sagt Ilka Minor, mit über 300 Rallyes weltweit die österreichische Copilotin mit der größten internationalen Erfahrung. Die schnellen Schotterprüfungen der Rallye Liepjaja, in etwa so schnell wie Finnland, allerdings mit einem weitaus härteren losen Untergrund, sind für skandinavische Fahrer mehr oder weniger vertraut, in unseren Breitengraden jedoch gibt es solche Rallyes nicht...

Österreichs regierender Staatsmeister Simon Wagner, der zuvor bereits in der Rallye-Europameisterschaft (ERC) Siegpotential andeuten konnte (Bestzeiten, Platz drei auf den Azoren), erlebte bei der ebenfalls zur ERC zählenden Rally Liepaja aber auch eine Art „technisches Waterloo“. Von Beginn an stellten sich kleinere Probleme ein, bereits im Qualifying, was wiederum von vornherein eine schlechtere Startposition zur Folge hatte. So konnte man schon am ersten Tag kaum reüssieren. Am zweiten Tag ging es in einer ähnlichen Tonart weiter: „Es waren lauter Kleinigkeiten - es gab wieder einmal Probleme mit der Intercom (Gegensprechanlage mit der Copilotin, Anmerkung) und einmal trafen wir die falsche Reifenwahl.“ Wegen einer Verspätung auf ZK6I gab es zudem 150 Strafsekunden.

Ein erschöpft wirkender Simon Wagenr erklärt im Telefonat mit motorline.cc: „Ich hoffe, dass es das dann war in diesem Jahr - was das Pech anbelangt.“ Dass die Rally Liepjaja einem Piloten alles abverlangt, gibt Simon gerne zu: „Vor allem dann, wenn man nicht aus Skandinavien stammt - du fährst fast immer im vierten oder fünften Gang und dabei steht das Auto immer quer.“ Das sei naturgemäß recht anstrengend, aber auch „richtig geil“ , wie es Simon formuliert. Letztendlich belegten Wagner/Sumer Platz 15 gesamt.

Fünf Rallyes am Stück

Schon am kommenden Wochenende geht es für den Mauthausener und seinen vom ungarischen Eurosol Racing Team eingesetzten Skoda Fabia rally2 schon wieder weiter - mit der Rally Bohemia: „Das ist dann die fünfte Rallye in fünf Wochen. Eigentlich wollte ich danach zur Rallye Weiz meinem Bruder Julian die Daumen drücken - doch vielleicht werde ich diesmal zuhause bleiben, denn fünf Rallyes am Stück gehen schon auch an die Substanz...“

Großes Lob gibt es noch für seine noch wenig erfahrene Copilotin Pia Sumer: „Sie hat allles richtig gemacht - da kann ich mich nur sehr bedanken bei ihr.“ Und auch die erfahrene Ilka Minor applaudiert der 33-jährigen Quereinsteigerin aus Slowenien: „Sie hat im Vorjahr bei der Rally Show Santa Domenica ihr Debüt gegeben - das hier war erst ihre fünfte Rallye...“

“Durchwachsen“

Während des Telefonats mit Ilka Minor befindet sich die in Wien lebende Kärntnerin bereits wieder auf der Heimreise, denn für sie und ihren Piloten Vaidotas Zala war bereits nach SP7 Schluss: „Wir haben bei einem Rechtsabzweig zu spät gebremst und sind in einen Graben geschlittert, in dem wir leider hängengeblieben sind. Doch bis dahin ist Vaidotas super gefahren.“ Für Ilka steht nun die Rallye Weiz (14. bis 16. Juli) auf dem Programm - mit Johannes Keferböck im K4 Skoda Fabia rally2.

„Weiterhin durchwachsen“ - so beschreibt Luca Waldherr den zweiten Tag der Rally Liepaja: „Wir haben bei dieser Rallye so ziemlich alles erlebt. Am Vormittag habe ich eine konträre Reifenwahl getroffen, nämlich die härtere Mischung. Doch wegen eines Unfalls wurde die Prüfung neutralisiert und auf der kurzen SP brachte der harte Reifen nichts.“ Danach stellte sich auch noch ein Reifenschaden ein. „Daher haben wir am Nachmittag nur noch darauf geachtet, die Rallye zuende zu fahren und so möglichst viele Kilometer abzuspulen um dazuzulernen.“ Luca Waldherr und seine Copilotin Claudia Maier beendeten im Opel Corsa rally4 des Opel Junior Rally Teams die schwierige Rally Liepaja auf Platz zwölf der ERC4.

Den Sieg holte sich Lokalmatador Martins Sesks (Co Renars Francis) vor seinen Skoda-Markenkollegen Efren Llarena (Sara Fernandez) und Mikko Heikkilä (Samu Vaaleri).

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