RALLYE

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Auf der Jagd

Die Rallye-Erfolgsgeschichte von Škoda bekommt mit dem Fabia RS Rally2 ein neues Kapitel. Wir fuhren mit und haben auch die Vergangenheit aufleben lassen.

Mag. Severin Karl

Wie es wohl wäre, eine ganze Rallye an der Seite von Andreas Mikkelsen zu verbringen, können wir uns nach der Mitfahrt in der Nähe von Klatovy kaum vorstellen. Zu kurz ist die Showrunde mit dem amtierenden WRC2-Weltmeister, die eigenen Bedürfnisse wie Luft schnappen und das Verarbeiten der irren Geschwindigkeit, mit der er durch die tschechische Landschaft pflügt, stehen im Mittelpunkt. Sein neues Arbeitsgerät, der Škoda Fabia RS Rally2, dürfte ihm jedenfalls Spaß machen, die Präzision, mit der er die nächste Generation für den Kundensport bewegt, ist ihm anzumerken. „Ich habe schon reichlich Kilometer damit abspulen können“, bestätigt der Norweger. Es wirkt, als würde er Brötchen holen fahren – ohne jede Anstrengung. Kurz davor saßen wir noch bei Kafka. Nicht in ein Buch vertieft, nein, bei Stanislav Kafka im Škoda 200 RS. Der Wagen kommt aus dem Rallyesport fast 50 Jahre früher, es ist der Vorfahr des berühmten 130 RS, mit dem Škoda zahlreiche Erfolge wie Klassensiege in Monte Carlo oder bei der Akropolis Rallye feierte. Auch ein besonderes Erlebnis – das Hantieren am Steuer des rot-weißen Keils erinnert noch an echte Handarbeit.

Breite nutzbare Leistung
Zurück im Basislager klärt uns Andrea Hlavácek, Chefin über die Renn­motoren bei Škoda Motorsport, über die Änderungen zum Fabia Rally2 evo auf. Im Grunde genommen ist der Motor komplett neu, zu den Highlights zählen der Turbolader aus dem Porsche Carrera S (früher Audi S3), die neue Kurbelwelle, welche die Massenkräfte und Gaskräfte im Hauptlager reduziert und der erstmalige Einsatz von intelligenter variabler Ventilsteuerung. Unterm Strich gibt es mehr Drehmoment bei niedrigeren Touren und das Fenster der nutzbaren Leistung wurde vergrößert. Dazu kommen praktische Änderungen wie ein Luftfilter, der besser abgedichtet werden kann und schneller auszutauschen ist. Zum Drüberstreuen standen sämtliche zivile RS-Generationen zur Probefahrt bereit. Schließlich trägt der Rallye-Fabia das sportliche Kürzel jetzt erstmals in seinem Namen. Die faszinierende Entwicklung zeigt der direkte Vergleich der Octavia-RS-Generationen: Leistung, Fahrwerk, Bremsen und auch der Luxus an Bord sind in einer gänzlich neuen Dimension angekommen. Welche das sind, fand Kollege Katzinger erst unlängst beim Test des Kodiaq RS heraus. Und wer die E-Entwicklung nicht verschlafen will, greift entweder zögerlich zum Octavia Plug-in-RS oder gleich zum Enyaq Coupé, das ebenso bereits die Sport-Insignien trägt.

Wie steht es um eine E-Version?
Die Einschätzung von Max Egger, Geschäftsführer Škoda Österreich, zur Neuauflage des Erfolgsrenners mit weltweit 4.641 Podestplätzen zwischen 2015 und heute: „Die Vorfreude auf den neuen Fabia RS Rally2 ist groß. Der aktuelle Fabia ist bei den österreichischen Rallye-Teams sehr beliebt und hat sich bei zahlreichen Meisterschaftsläufen bewährt. Diese Erfolgsgeschichte mit unter anderem sieben Staatsmeistertiteln gilt es fortzusetzen.“ Bei Škoda-Motorsport-Chef Michal Hrabánek haben wir uns nach der Zusammenarbeit mit Kreisel Electric erkundigt: Ja, der Kontakt bleibt aufrecht, es gibt Überlegungen für ein nächstes E-Rallyeauto. Nach heutigem Stand der Dinge hat es jedoch keine Priorität. Auch im Rallyesport sei man von Lieferproblemen betroffen, man will sich vorerst voll darauf konzentrieren, den Fabia RS Rally2 ab November zu den Kunden zu bringen.

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