RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Auf der Jagd

Die Rallye-Erfolgsgeschichte von Škoda bekommt mit dem Fabia RS Rally2 ein neues Kapitel. Wir fuhren mit und haben auch die Vergangenheit aufleben lassen.

Mag. Severin Karl

Wie es wohl wäre, eine ganze Rallye an der Seite von Andreas Mikkelsen zu verbringen, können wir uns nach der Mitfahrt in der Nähe von Klatovy kaum vorstellen. Zu kurz ist die Showrunde mit dem amtierenden WRC2-Weltmeister, die eigenen Bedürfnisse wie Luft schnappen und das Verarbeiten der irren Geschwindigkeit, mit der er durch die tschechische Landschaft pflügt, stehen im Mittelpunkt. Sein neues Arbeitsgerät, der Škoda Fabia RS Rally2, dürfte ihm jedenfalls Spaß machen, die Präzision, mit der er die nächste Generation für den Kundensport bewegt, ist ihm anzumerken. „Ich habe schon reichlich Kilometer damit abspulen können“, bestätigt der Norweger. Es wirkt, als würde er Brötchen holen fahren – ohne jede Anstrengung. Kurz davor saßen wir noch bei Kafka. Nicht in ein Buch vertieft, nein, bei Stanislav Kafka im Škoda 200 RS. Der Wagen kommt aus dem Rallyesport fast 50 Jahre früher, es ist der Vorfahr des berühmten 130 RS, mit dem Škoda zahlreiche Erfolge wie Klassensiege in Monte Carlo oder bei der Akropolis Rallye feierte. Auch ein besonderes Erlebnis – das Hantieren am Steuer des rot-weißen Keils erinnert noch an echte Handarbeit.

Breite nutzbare Leistung
Zurück im Basislager klärt uns Andrea Hlavácek, Chefin über die Renn­motoren bei Škoda Motorsport, über die Änderungen zum Fabia Rally2 evo auf. Im Grunde genommen ist der Motor komplett neu, zu den Highlights zählen der Turbolader aus dem Porsche Carrera S (früher Audi S3), die neue Kurbelwelle, welche die Massenkräfte und Gaskräfte im Hauptlager reduziert und der erstmalige Einsatz von intelligenter variabler Ventilsteuerung. Unterm Strich gibt es mehr Drehmoment bei niedrigeren Touren und das Fenster der nutzbaren Leistung wurde vergrößert. Dazu kommen praktische Änderungen wie ein Luftfilter, der besser abgedichtet werden kann und schneller auszutauschen ist. Zum Drüberstreuen standen sämtliche zivile RS-Generationen zur Probefahrt bereit. Schließlich trägt der Rallye-Fabia das sportliche Kürzel jetzt erstmals in seinem Namen. Die faszinierende Entwicklung zeigt der direkte Vergleich der Octavia-RS-Generationen: Leistung, Fahrwerk, Bremsen und auch der Luxus an Bord sind in einer gänzlich neuen Dimension angekommen. Welche das sind, fand Kollege Katzinger erst unlängst beim Test des Kodiaq RS heraus. Und wer die E-Entwicklung nicht verschlafen will, greift entweder zögerlich zum Octavia Plug-in-RS oder gleich zum Enyaq Coupé, das ebenso bereits die Sport-Insignien trägt.

Wie steht es um eine E-Version?
Die Einschätzung von Max Egger, Geschäftsführer Škoda Österreich, zur Neuauflage des Erfolgsrenners mit weltweit 4.641 Podestplätzen zwischen 2015 und heute: „Die Vorfreude auf den neuen Fabia RS Rally2 ist groß. Der aktuelle Fabia ist bei den österreichischen Rallye-Teams sehr beliebt und hat sich bei zahlreichen Meisterschaftsläufen bewährt. Diese Erfolgsgeschichte mit unter anderem sieben Staatsmeistertiteln gilt es fortzusetzen.“ Bei Škoda-Motorsport-Chef Michal Hrabánek haben wir uns nach der Zusammenarbeit mit Kreisel Electric erkundigt: Ja, der Kontakt bleibt aufrecht, es gibt Überlegungen für ein nächstes E-Rallyeauto. Nach heutigem Stand der Dinge hat es jedoch keine Priorität. Auch im Rallyesport sei man von Lieferproblemen betroffen, man will sich vorerst voll darauf konzentrieren, den Fabia RS Rally2 ab November zu den Kunden zu bringen.

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

WRC Italien: Nach Tag 3 (SP13)

Hyundai-Drama sorgt für offenen Titelkampf

Oliver Solberg dominiert auf Sardinien und profitiert vom Pech der Hyundai-Piloten: Elfyn Evans liegt nur noch sechs Punkte vor dem Schweden

WRC Italien: Nach Tag 3 (SP10)

Solberg führt - Titelkampf spitzt sich zu

Oliver Solberg dreht die Rallye Italien: Mit zwei Bestzeiten setzt sich der Toyota-Pilot an die Spitze und verkürzt im WM-Kampf den Rückstand auf Elfyn Evans. Raith 12. der RC2. Masters: Garandos führt.

Fünfmal war Elfyn Evans bereits Vizeweltmeister - Nach einem völlig verrückten Finale bei der Rallye Italien darf er sich nun endlich Rallye-Weltmeister nennen

Monte 2027 ohne Ogier

Ogier lässt WRC-Zukunft offen

Der neunmalige Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier wird erstmals seit 2011 beim Saisonauftakt der WRC in Monte Carlo fehlen - Programm 2027 offen

Austrian Rallye Legends: Bericht

Herbstliches Kaiserwetter bei den ARL

Novum bei der zwölften Ausgabe der Austrian Rallye Legends powered by ARBÖ: Zum ersten Mal musste der Zeremonienstart unter schwerem Regen abgehalten werden - der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch.

WRC-Thriller bei der Rallye Italien auf Sardinien: Elfyn Evans rettet einen minimalen Vorsprung ins Ziel und krönt sich zum Rallye-Weltmeister 2026. Raith/Maier auf Platz 16. Granados WRC Masters Cup-Sieger 2026.