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Kampf um zwei WRC-Titel Ott Tänak oder Thierry Neuville werden am Sonntag neuer Rallye-Weltmeister sein
Motorsport Images

Kampf um zwei WRC-Titel: Balanceakt für Hyundai und Neuville in Japan

Den Fahrertitel holen, Toyota in der Herstellerwertung schlagen: Wie Hyundai und Thierry Neuville diesen Balanceakt bei der Rallye Japan meistern wollen

Hyundai hat nach der Rallye Japan, dem Saisonfinale der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2024, Grund zum Feiern. Denn erstmals wird ein Pilot aus dem Werksteam des südkoreanischen Herstellers den Fahrertitel in der WRC gewinnen. Der Vorteil liegt klar bei Thierry Neuville. Der Belgier geht mit 25 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Ott Tänak ins Finale und kann damit mehr oder weniger auf Ankommen fahren.

Gleichzeitig geht es für Hyundai aber auch noch um den Herstellertitel. Dort liegt das Team vor der Rallye Japan nur 15 Punkte vor Toyota, die im Vorjahr bei ihrer Heimrallye einen Dreifachsieg feierten. Ein schwieriger Balanceakt für das Hyundai-Team, wie Neuville im Gespräch mit Autosport, einer Schwesterpublikation von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, zugibt.

"Es ist wie eine Balance zwischen pushen und Risiken eingehen oder zu langsam fahren und natürlich wollen wir auch da sein und das Team unterstützen, wenn wir für den Herstellertitel hilfreich sein können", sagt Neuville. "Es wird auch viel von meinen Teamkollegen abhängen, ich erwarte, dass sie an diesem Wochenende schneller sind als wir."

Herstellertitel: Tänak und Mikkelsen sollen es richten

Zwischen den Zeilen lässt Neuville durchblicken, dass der Fokus für ihn ganz klar auf dem Gewinn des Fahrertitels liegt. "Ich werde auf den ersten Etappen meinem Gefühl folgen, dann werden wir uns an die Ergebnisse der anderen Fahrer anpassen und dann werden wir es schaffen", so der Belgier.

Anders sieht es bei Teamkollege Tänak aus, der sich angesichts des großen Vorsprungs von Neuville darauf konzentrieren wird, die Toyota-Piloten zu schlagen. "Der Fahrertitel ist eher theoretischer Natur, aber der Konstrukteurstitel ist noch sehr offen, und ich kann Toyota definitiv keinen Dreifachsieg wie im vergangenen Jahr erlauben", sagt Tänak gegenüber Autosport.

"Also müssen wir ganz klar mitmischen und konkurrenzfähig sein. Es gibt also noch viel zu tun, um unsere Position zu verteidigen. Der Druck ist natürlich noch groß", so der Este.

Für Toyota geht es um "alles oder nichts"

Teamchef Cyril Abiteboul hat bereits Verständnis für eine kontrollierte Fahrweise Neuvilles, der im Kampf um den Sieg bei der Rallye Japan keine Rolle spielen dürfte. "Thierry wird sehr risikoscheu sein, und wir müssen verstehen, dass wir nicht frustriert sein dürfen, wenn er nicht so weit vorne steht, wie wir es uns wünschen", sagt er.

"Ich denke, er will zu unserem Ziel für das Wochenende beitragen, nämlich um die Meisterschaft zu fahren", so Abiteboul. Im Kampf um die Herstellerwertung komme es vor allem auf Tänak und Andreas Mikklelsen an. "Für die anderen beiden ist klar, dass sie nichts anderes zu tun haben, als zu pushen, zu attackieren und ihr Bestes zu geben", so Abiteboul.

Etwas klarer ist die Ausgangslage bei Toyota. "Im Moment geht es um alles oder nichts", sagt Teamchef Jari-Matti Latvala. "Wir können nur gewinnen und nicht verlieren, aber dafür müssen wir die Autos auf der Straße halten, also dürfen wir uns keine Fehler erlauben."

"Wir haben uns gestern ein wenig unterhalten und die Fahrer kennen die Situation. Wir müssen zusammenarbeiten und alle Fahrer müssen eine starke Leistung zeigen, dann ist es möglich, den Konstrukteurstitel zu gewinnen", sagt Latvala. "Es ist sehr schwierig, aber nicht unmöglich."

Motorsport-Total.com

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