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Driver Shoot Out 2009

„Müssen technisch ein paar Schritte zurückgehen!“

Gigi Galli spricht über sein Engagement beim Driver Shootout in Freistadt, seine mögliche Zukunft in der Rallye-WM und wie man diese verbessern könnte…

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Daniel Fessl

Am Freitagabend wurde er nach einer Sponsorenveranstaltung extra von Italien nach Freistadt gebracht, im Privatjet. Denn beim Pirelli Star Driver Shootout fungierte der beliebte WRC-Pilot (zuletzt im Jahr 2008 in der WM aktiv, nach einem Oberschenkelbruch in Deutschland musste er die Saison vorzeitig beenden, 2009 war Galli nicht in der WM am Start) als „Taxifahrer“ der besonderen Art: Sechs Menschen hatten das große Glück, neben Galli eine der Shootout-Prüfungen auf dem Sozius zu verbringen.

In der Freistädter Halle war Galli ein begehrtes „Opfer“ der Autogrammjäger, der 36-jährige nahm sich viel Zeit für seine Fans. motorline.cc bat Gigi Galli zum Interview.

Gigi, war das dein erster Auftritt in Österreich?

Ich bin schon einmal in Österreich gewesen, um hier Ferien zu machen – ich hatte eine gute Zeit in der Nähe von Innsbruck. Aber im Zeichen des Rallyesports bin ich zum ersten Mal hier. Und es hat mir sehr gut gefallen, denn ich hatte ein gutes Gefühl, mit all den Leuten hier, die es mögen, all die Leidenschaft für diesen Sport zu teilen. Das ist etwas, das vom Herzen kommt.

Du hast dich mit jedem deiner Beifahrer unterhalten…

Ja. Bei manchen war es vielleicht etwas schwieriger, da ich nicht so gut Deutsch spreche. Bei jenen, die Englisch gesprochen haben, war ich neugierig und ich habe sie gefragt, woher sie kommen, welchen Job sie haben und so weiter. Ich habe ein gutes Gefühl für die Leute, die sich so sehr nach dieser Erfahrung auf dem Beifahrersitz sehnen. Es war eine tolle Aktion – die Organisation war beispielhaft.

Du kannst aber klarerweise nicht ans Limit gehen, wenn Fans auf dem Sozius Platz nehmen…

Klar, das wollte ich auch gar nicht. Mein Ziel bestand darin, den Zuschauern entlang der Strecke und den Fans auf meinem Sozius möglichst viel Freude zu bereiten. Ich wollte nichts riskieren und bin so sicher wie nur möglich gefahren.

Gab es Momente, in welchen sich dein Beifahrer ein bisschen gefürchtet hat?

Ja, hin und wieder habe ich das beobachten können, aber nicht sehr oft. Denn wir waren im Safety Mode unterwegs.

Wir haben dich heuer in der Weltmeisterschaft vermisst – wie stehen die Chancen, dass du 2010 zurückkehren wirst?

Die Chancen stehen ganz gut. Es ist jetzt wichtig, Unterstützung zu finden, einen Sponsor zu finden. Ich hoffe, dass es dazu kommt – aber wir sind nahe dran, etwas auf die Beine zu stellen.

Wirst du dann wieder in einem Ford Focus fahren?

Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Es gibt ja derzeit nur zwei Hersteller in der WM…

Ja, daher stehen die Möglichkeiten 50:50. Wir werden sehen…

Die IRC interessiert dich nicht?

Nein. Weil ich die ganze Zeit all meine Arbeit, all meine Erfahrung und meine gesamte Energie in die Weltmeisterschaft investiert habe – und das ist der Grund, warum ich in der Rallye-WM bleiben möchte. Ich vertraue auch darauf, dass die WM in den nächsten beiden Jahren sehr attraktiv sein wird, auch in punkto Medien.

Da ist es halt verwunderlich, wenn der Promoter ISC erklärt, er wolle maximal vier Hersteller an Bord haben…

Ich glaube nicht, dass er das gesagt hat.

Die WM wird künftig mit Super 2000-Autos bestritten. Du hast bereits einen solchen Boliden getestet – wie war dein Eindruck?

Im Vergleich zu einem World Rally Car ist ein Super 2000 ein ganz anderes Auto – es ist sehr schwer zu sagen. Natürlich, es macht nicht so viel Freude wie mit einem World Rally Car – aber wahrscheinlich ist es mit dem Super 2000 schwieriger, ans Limit zu gelangen.

Weil du die ganze Zeit attackieren musst?

Ja, genau.

Würde dir auch ein historisches Fahrzeug mit Heckantrieb Freude bereiten?

Nein, ich möchte in der WRC fahren – ansonsten bleibe ich zu Hause und kümmere mich um meinen Garten.

In der WM werden derzeit nur zwei oder drei Piloten bezahlt, der Rest zahlt ein. Petter Solberg geht seinen eigenen Weg, indem er mit dem eigenen Team antritt. Wäre eine solche Lösung auch für dich eine Alternative?

Nein, das möchte ich nicht. Denn ich bin nicht in der Lage, das alles alleine zu tun. Ich mag es, einem Hersteller zu vertrauen und den Menschen zu vertrauen, die an meinem Auto arbeiten.

Du bist bei den Fans sehr beliebt, weil du immer für eine gute Show sorgst. Wie glaubst du könnte man die Weltmeisterschaft wieder attraktiver gestalten?

(pfeift) Das ist kompliziert. Da gibt es so viele Dinge zu tun…

Was würdest du als erstes ändern?

Als erstes sollten wir mit dem Technischen Reglement ein paar Schritte zurückgehen. Derzeit sind die Autos so gebaut, um mit ihnen möglichst schnell zu sein, ohne dabei jedoch für eine gute Show zu sorgen. Die Autos fahren wie auf Schienen, das ist für die Zuschauer nicht so attraktiv. Bis vor fünf oder sechs Jahren waren die Autos so gebaut, dass man damit quer fahren konnte. Das ist heute nicht mehr möglich.

Wie könnte man das wieder erreichen?

Ich weiß es nicht. Das ist sehr schwierig. Wenn du heute driftest, ist das so, als würdest du bremsen - du verlierst dadurch nur Zeit. Daher macht es auch niemand mehr. Und das ist sehr schade.

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