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Rallye: Hintergrund

Julian Wagner setzt auf neues Crowdfunding-Portal

Der jüngere Bruder von Simon Wagner, Julian, nützt als erster Rallyepilot das neue Crowdfunding-Portal „I believe in you“.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: ibelieveinyou.at, Wagner privat

Die Sponsorensuche gehört zu den schwierigsten Aufgaben, die ein junger Rennfahrer für die Verwirklichung seines Traums zu bewerkstelligen hat – selten, aber doch, können junge Talente auch heutzutage ausschließlich mit ihrem Können punkten: Der 19-jährige Julian Wagner beispielsweise konnte sich beim Ford Racing Rookie 2014 gegen 400 Mitbewerber durchsetzen, der Bruder von Senkrechtstarter Simon Wagner darf heuer auf einem Ford Fiesta R1 drei Rallyes der Austrian Rallye Challenge (ARC) bestreiten.

Zwar sind aller guten Dinge immer noch drei – doch Jungtalent Julian würde lieber die gesamte ARC-Saison absolvieren: „Ich möchte so viele Kilometer wie möglich zurücklegen, um möglichst viel zu lernen. Die beiden anderen Rallyes muss ich mir jedoch selbst finanzieren.“

Im Internet fand Wagner vor kurzem eine Plattform, die auf diese Art und Weise neu in Österreich ist: „I believe in you“ ist ein Crowdfunding-Portal, das sich auf die Finanzierung von österreichischen Sportprojekten spezialisiert hat. Das Projekt ist blutjung: Im Juni 2013 wurde „I believe in you“ in der Schweiz von zwei Olympia-Teilnehmern und einem sportbegeisterten Internet-Spezialisten gegründet.

Hinter der im November 2014 gegründeten österreichischen Plattform stehen auch das „Österreichische Olympische Comité“ und die „Österreichische Sporthilfe“. Projektleiter Philip Haller erklärt gegenüber motorline.cc: „‚I believe in you‘ soll dem österreichischen Sport Zugang zu bisher nicht erschlossenen Mitteln verschaffen, den Athleten Hilfe zur Selbsthilfe bieten und Eigeninitiative der Athleten sowie die Solidarität der Bevölkerung für den österreichischen Sport fördern. Die Sportler haben es selbst in der Hand – je mehr Fans sie aktivieren können, desto größer sind ihre Chancen, das gesteckte Ziel zu erreichen.“

„Alles oder nichts-Prinzip“

Auf der Website ibeliveinyou.at wird das Grundprinzip erklärt: Als Unterstützer kann man ein beliebiges Projekt auf der Plattform ganz einfach und sicher über Kreditkarte oder Erlagschein finanziell unterstützen. Jeder Kampagne stehen wahlweise 50 oder 80 Tage zur Verfügung. ‚I believe in you‘ funktioniert nach dem ‚Alles-oder-nichts-Prinzip‘. Wird das Finanzierungsziel in der definierten Zeit erreicht, gehen alle Unterstützungsbeiträge an das Projekt. Als Gegenleistung erhält man ein spezielles, frei wählbares ‚Dankeschön‘ der Initianten. Wird das Sammelziel verfehlt, bleibt das Geld bei den Unterstützern.

Julian Wagner hat sich 4.000 Euro als Ziel gesteckt, als Zeitspanne hat er 80 Tage gewählt. Auf seiner Projekt-Seite schreibt Julian: „Geplant ist die diesjährige ARC mit fünf Rallyes zu bestreiten und die Juniorenwertung auf dem Podium abzuschließen. Um dieses Ziel zu erreichen, benötige ich noch geeignetes Reifenmaterial und finanzielle Mittel für Service und Reparaturen. Dafür bitten wir um Eure Unterstützung!“

Wagner fügt hinzu: „Gute Tipps bekomme ich von meinem älteren Bruder Simon Wagner der bereits eine Sonderprüfungsbestzeit bei der Jännerrallye (Europameisterschaft) erreichen und die ARC 2013 gewinnen konnte. Wertvolle Erfahrung bringt mein Co-Pilot Fred Winklhofer mit, der schon einigen Fahrern zum Erfolg verholfen hat.“

Philip Haller freut sich über den ersten Initiator aus dem Bereich Automobilrennsport: „Wir freuen uns, dass wir mit Julian einen jungen Motorsportler dabei haben – ich drücke ihm die Daumen, dass er sein Ziel erreicht, denn dann wäre er der erste erfolgreiche Motorsportler auf unserer Plattform.“

„Erfolgsquote 60 bis 70 Prozent“

Wie stehen die Chancen, dass Julian Wagner die beiden fehlenden Rallyes über das neue Crowfunding-Projekt finanziert bekommt? Haller sagt: „Die Zugriffszahlen auf unsere österreichische Plattform steigen kontinuierlich – bislang hatten wir in Österreich 14 erfolgreiche Projekte, das entspricht einer Erfolgsquote von 60 bis 70 Prozent.“ Nur im Erfolgsfall verrechnet die Plattform dem Sportler eine Administrationsgebühr von acht Prozent des gesammelten Betrags sowie vier Prozent Transaktionsgebühr für den Zahlungsverkehr.

Dass er mit seiner Aktion womöglich auch die Türen für weitere Motorsportler öffnet, ist Julian Wagner bewusst: „Ich glaube, dass es eine neue und gute Möglichkeit ist, Unterstützung zu erhalten – man muss es einfach probieren.“

Mit einem Mindestbeitrag von 20 Euro ist man bereits als „Sponsor“ mit an Bord. Julian erklärt: „Jeder Unterstützer wird mit seinem Namen auf dem Ford Fiesta R1 verewigt.“ Höhere Beträge werden entsprechend belohnt – signierte Handschuhe, Reifen und natürlich Autogrammkarten stehen ebenso zur Verfügung wie eine Einladung in den Servicepark einer Rallye oder zu einem Reifen- oder Fahrwerkstest inklusive einer Mitfahrt im R1-Boliden.

Zur Projektseite von Julian Wagner.

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