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WM-Führung ein Vor- oder Nachteil?

Durch seine Auftaktsiege hat Sébastien Ogier auch weiterhin eine schlechte Startposition, trotzdem sieht er Vorteile zu seinen Gunsten.

Titelverteidiger Sébastien Ogier ist mit zwei Siegen in die Rallye-WM-Saison 2015 gestartet. Obendrein sicherte sich der VW-Werksfahrer in Schweden drei Bonuspunkte auf der PowerStage. Somit kommt er nach zwei Läufen bereits auf 53 WM-Punkte. Thierry Neuville (Hyundai) und Andreas Mikkelsen (Volkswagen) halten bei je 30 Punkten, Vizeweltmeister Jari-Matti Latvala (ebenfalls VW) hat erst 19 Zähler auf dem Konto. Ogiers Erfolg könnte bei den kommenden Rallyes in Mexiko und Argentinien negative Auswirkungen auf seine Titelambitionen haben.

In diesem Jahr ist neu, dass der WM-Führende nicht nur am ersten Tag die Prüfungen eröffnen muss, sondern auch am zweiten. Ogier kritisierte diese Regelung von Beginn an und betonte auch im Laufe der Schweden-Rallye mehrfach, wie schlecht seine Startposition im Vergleich zur Konkurrenz sei; doch auch in Mexiko und wahrscheinlich noch in Argentinien wird Ogier auf den Schotterpisten den "Straßenfeger" spielen müssen.

"Wenn ich in die Zukunft blicke, sieht es für uns nicht sehr gut aus, aber was soll ich machen? Ich wollte in Schweden die maximalen WM-Punkte holen. Ich wollte gewinnen und bin voll gefahren. Ich wollte die Punkte und die WM-Führung", wird Ogier von Autosport zitiert. "Jetzt weiß ich, dass ich es bei den nächsten zwei oder drei Rallyes schwer haben werde."

Die aktuelle Situation spielt potentiell seinem Teamkollegen Latvala in die Karten. Der Finne ist nach Schweden nur WM-Vierter und sollte dadurch an den ersten beiden Rallyetagen in Mexiko einen Vorteil gegenüber Ogier haben. Vor diesem Hintergrund agierte Volkswagen in Schweden auch taktisch und nahm Latvala nach der PowerStage aus dem Bewerb. Somit hat er die Rallye offiziell nicht beendet.

Hintergrund ist eine Regel, die die Verwendung bestimmter Fahrzeugkomponenten zeitlich beschränkt. Für Latvala wären die Rallyes in Schweden, Mexiko und Argentinien diesbezüglich miteinander verbunden gewesen; die Aufgabe hebt diese Regelung auf und gibt ihm nun mehr Freiheit bei der Abstimmung des Polo WRC.

"Im vergangenen Jahr bin ich als WM-Führender nach Mexiko gereist und habe am Ende den Titel nicht gewonnen. Da ich jetzt nicht führe, gewinne ich hoffentlich diesmal den Titel", scherzt Latvala. "Meiner Meinung nach muss man in Polen nahe der Tabellenspitze sein, denn anschließend wird es schwierig. Man kann in der ersten Saisonhälfte Fehler machen, aber nicht in der zweiten."

Ogier sieht die Situation anders. Obwohl die nächsten Rallyes für ihn schwierig werden könnten, würde er das Ergebnis in Schweden nicht tauschen wollen. "Jari-Matti steht schon unter Druck, denn er darf sich in Mexiko keinen Fehler erlauben. Ansonsten wäre sein Punkterückstand schon zu groß. Ich habe psychologisch den Vorteil auf meiner Seite", ist der zweimalige Weltmeister überzeugt.

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