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35 Jahre Sigi Schwarz
Daniel Fessl

35 Jahre Sigi Schwarz & Raphael Sperrer im Rallyesport - und: „Simon Wagner sensationell“

Im zweiten Teil der Reportage geht es um die Gegenwart, die Zukunft und auch um die Jubiläen von Raphael Sperrer und Kris Rosenberger. Und: Stimmen über Sigi Schwarz...

Noir Trawniczek

Nach dem schweren Unfall mit Gerwald Grössing habe er zwei Jahre benötigt, um seine Finger wieder normal bewegen zu können, erzählt Sigi Schwarz im ersten Teil der Reportage. Dennoch fand man Sigi gleich im Jahr darauf wieder auf dem „heißen“ und manchmal eben auch äußerst schmerzbringenden Sitz auf der rechten Seite des Autos. Eine Rallye mit Gerhard Aigner, zwei Rallyes mit Kris Rosenberger im brüllenden Porsche - Rosenberger schwärmt: „Es war genau so harmonisch mit Sigi wie vor 30 Jahren...“

Mit Jungtalent Simon Wagner siegte er bei der Mühlstein-Rallye - Sigi: „Mit Simon war es sensationell - weil die Jungen das anders leben, er lebt für den Rallyesport und er ist auch menschlich ein Wahnsinn, mit ihm kannst du sehr viel machen. Es gibt auch junge Ralllyefahrer, die sich hinstellen und Geld verlangen - diese Einstellung haben die Wagners nicht, denn die Wagners kämpfen.“

Gasthaus & „Schnee-Gaudi“: Sigi als „Verbinder“

Durch all die Jahre zieht sich ein roter Faden: Es wurde immer wieder gefeiert - in Sigis Gasthaus „Zur Kaiserin Elisabeth“. Sigi erinnert sich: „Steyrling war besonders - wenn die Pyhrn-Eisenwurzen-Rallye war, dann war das ein Highlight.“ An den Wänden des Gasthauses erzählen Bilder von den alten Zeiten: Ski-Jöring auf trockenem Asphalt zum Beispiel.

Sigi Schwarz erzählt: „Wir hatten es immer lustig. Zum Beispiel Kochen mit Angelika Kresch in der Nacht - es waren ja die Spnsoren immer dabei, die Chefin von Remus, der Chef von Pirelli, von Castrol. Einer, der immer bei den Lustigen dabei war - das war der Christoph Dirtl. Er war immer ein Rädelsführer für Lustiges, sei es Eis-Quat um Mitternacht in Steyrling oder Gokart auf der Skipiste. Johann Schachinger und die Gruppe N-Kollegen waren auch immer bei der Gaudi dabei. Dann gab es Ski-Jöring mit Klaus Kröll und Toto Wolff. Am Anfang habe ich auch immer die sogenannte Schnee-Gaudi organisiert - da gab es gerade keine Jännerrallye und da haben wir uns in Steyrling getroffen und haben solche Dinge wie Eis-Quat gemacht oder Downhill-Skirennen. Rodeln in der Nacht, mit Mountainbikes fahren, mit Rodeln auf einem Riesenslalomkurs, der Christoph ist mit einem Gokart die Skipiste hinabgefahren und lauter solche Blödheiten. Das war ein Ersatz für die Jännerallye - sodass sich Fahrer und Mechaniker auch im Wnter getroffen haben.“

Sigi blickt zurück: „Es war alles bei mir was Rang und Namen hatte, bis hin zur Formel 1 mit Karl Wendlinger und Co. Einer meiner wichtigsten Freunde aus dem Motorsport ist der zweifache Dakar-Sieger Andy Schulz, der bereits mit Carlos Sainz gefahren ist mit dem ich nach wie vor Kontakt halte - das ist schon großartig, wenn einer die Dakar gewinnt und am nächsten Tag ist er bei dir. Sepp Haider hat im vorigen Jahr sein 30jährges Jubiläum gefeiert, 30 Jahre deutscher Meister - auch eine Ehre für mich, wenn ein Saalbacher zig Lokale im Umfeld hat und er aber beim Sigi feiern möchte. Mein Job ist es halt Gastwirt zu sein...“

Da sei er dann auch weniger „streng“ respektive konzentriert als auf dem Beifahrersitz: „Nein, überhaupt nicht. Da bin ich dann ganz Gastwirt und rede gerne mit meinen Gästen.“ Zusatz: „Es sind ja alle möglichen Sportler gekommen - vom Skifahrer bis zum Fußballer. Darum ist es mir auch ein Anliegen, dass ich mit den Rallyekollegen einmal im Jahr eine Golferei mache.“

Kann man also im Motorsport auch Freunde fürs Leben gewinnen? Ohne eine Sekunde lang nachzudenken antwortet Sigi: „Ja! Auf jeden Fall!“

„Ziehvater“ Walter Totschnig & Classic-Rallyes

Für den bereits verstorbenen Walter Totschnig hat Sigi Schwarz vor seinem Gasthaus einen Gedenkstein errichtet. Er sagt: „Walter war für mich der große Ziehvater für die Formel 1, den ich bei der Planai Classic kennengelernt habe. Dort hin kam ich mit dem Dieter Quester, da hat mich wieder jemand aus dem Rallyezirkus gefragt, ob ich mit Quester fahren möchte, das war der Harry Minarik. Den Veranstalter Helmut Zwickl kannte ich bereits, weil wir für die erste Ennstal Classic für Pirelli Mehlspeisen geliefert haben.“

Was hält Sigi Schwarz von Classic-Rallyes? Sigi sagt: „Die Gleichmäßigkeit habe ich sehr wohl ernst genommen, denn immerhin konnte ich mit einem Vorkriegsauto Zweiter bei der Ennstal Classic werden ohne elektronische Hilfsmittel und mit Walter Totschnigg die Planai Classic vor Franz Wittmann und Rauno Aaltonen gewinnen.“

Für ihn sei Classic und Rallye wie Klassik und Volksmusik: „Klassik ist die Ennstal Classic, da braucht man sehr viel Feingefühl.

Die Zukunft & Träume

Mit welchen Piloten wäre er gerne gefahren? Sigi: „Mit Franz Wittmann - senior und junior. Da kam es leider nie dazu - aber dafür verbindet uns heute die Golferei.“

Wie sieht Sigi Schwarz die Zukunft des Rallyesports? Sigi denkt nach und sagt: „Es wird schwierig nach der Covid19-Pandemie - man weiß nicht, wie es mit Veranstaltungen aussieht und man weiß auch die wirtschaftliche Lage von den einzelnen Firmen nicht, wie weit sie investieren in Sponsoring.“

Seit Ausbruch der Pandemie hat es in Österreich keine Rallyes mehr gegeben. Als Rallyepilot und Gastromom habe es ihn somit „doppelt erwischt“, sagt Sigi - der dennoch zuversichtlich in die Zukunft blickt: „Es gibt Projekte mit zwei Piloten - in Österreich und vereinzelt andere Rallyes...“

Welche Träume hat der Sigi Schwarz von heute? „Dass es wieder eine Rallye-Staatsmeisterschaft gibt - und dass die jungen Leute hier fahren können. Wir hätten so gute junge Piloten, doch leider mangelt es an Sponsoren....“

35 Jahre Raphael Sperrer

Raphael Sperrer sagt: „1986 fuhren Sigi und ich unsere erste gemeinsame Rallye in einem Citroen, im Jahr darauf im Gruppe N-Lancia - wir waren beide Nackapatzl. Zwei Kremstaler auf der Suche. Das darf man sich nicht so professionell vorstellen. Wir haben einfach nur geschaut, wie weit wir kommen. Nach dem Motto: Was ist außerhalb vom Kremstal sonst noch los?“

„Es war eine unbeschwerte Zeit. Bei Sigi gab es legendäre Abende, wir waren eine eingeschworene Gruppe, wir haben intern versucht, einander weiterzuhelfen. Es war eine ganz eigene Blase. Der Helmut Zíeher ist der Taufpate meine Tochter. Der Wilfried Wiedner hat mir das Allradfahren beigebracht - er ist gemeinsam mit Manfred Stohl der Österreicher mit dem besten Ergebnis in der Rallye-Weltmeisterschaft, denn 1984 in Argentinien und 2006 in Wales waren wertigere Rallyes, weil es da auch Fahrerpunkte gab.“

30 Jahre Kris Rosenberger

Kris Rosenberger eklärt: „ Ich bin an der Autobahn aufgewachsen, mein Vater hatte nicht wirklich einen Bezug zum Motorsport - bei mir kam das Motorsportvirus über das Umfeld, über Freunde. Rallye ist nach dem Motocrossfahren meine zweite große Liebe. Neben dem Meistertitel 1997 war sicher die Safari-Rallye mein Highlight - der Sieg bei der Classic Safari und meine erste.Safari.“

„Neuseeland ist mir gut in Erinnerung geblieben - diese Zeit, die noch ein Bisschen wilder war, erlebt zu haben, da bin ich sehr dankbar dafür. Es waren damals noch die Langstrecken-Rallyes, wo du richtige Abenteuer erleben konntest - heute ist es so, dass du nur noch Sprint-Rallyes hast, wo man auch schneller einmal aufgibt, weil man sagt, dass es sich nicht auszahlt, weil auch die Kosten immer höher wurden...“

Stimmen über Sigi Schwarz

Peter Klein, ORF-Legende: „Zu Sigi gibt es viel zu sagen, als Motivator und als Co - da steigt er ein, ohne zu fragen und helfen tut er sowieso. Der Sponsor schätzt seinen Elan, die Küche in der ‚Kaiserin‘ und auch ein Glaserl dann und wann, dort in dem Tal von Steyrling. Organisieren und parlieren, die Menschen gern zusammen führen, Geselligkeit ist sein Pläsier- und deshalb Sigi, glaube mir: Nicht nur als Co-, als Wirt und Koch, bei allen Deinen Festen, als Mensch, als Co- und auch als Freund, gehörst Du zu den Besten.“

Raphael Sperrer: „Sigi ist ein sehr cooler Kumpel. Da musst du weit gehen, dass du so einen fairen Burschen und Freund findest. Solche Kumpel gibt es nicht viele auf dieser Kugel. Und Sigi kann noch Kartenlesen...“

Kris Rosenberger: „Sigi ist zu einem Zeitpunkt bei mir eingestiegen, als sich das keiner getraut hat. Ich habe im ersten Jahr drei Beifahrer verbraucht, ich hatte in jeder zweiten Rallye einen Unfall - in der zweiten Saison mit dem Sigi bin ich kein einziges Mal ausgefallen. Das liegt sicher daran, dass er damals schon etwas mehr Erfahrungen gemacht hatte, er fuhr ja bereits mit Mörtl und Ramsauer. Er hat da Ruhe reingebracht. Im Vorjahr fuhren wir gemeinsam im Porsche - es war schön, dass es nach 30 Jahren wieder genau so harmonisch war wie damals.“

Gerwald Grössing: „Sigi ist ein Mann mit Handschlagqualität und ein richtig guter Freund. Auf ihn kannst du dich verlassen.“

Ilka Minor: „Mit Sigi ist es immer mit Spaß verbunden, mit ihm ist es immer lustig gewesen. Er hat nie auf meinen Geburtstag vergessen und mir eine Torte gebracht, manchmal auch Monate später - aber ganz vergessen hat er es nie. Ich kann es ja nicht beurteilen, weil ich logischerweise nie mit ihm zusammen fuhr, aber ich glaube auch, dass er seinen Job gut gemacht hat und immer noch gut macht. Immer fair. Über ihn gibt es absolut nichts Negatives zu berichten.“

Ein Interview mit Raphael Sperrer finden Sie demnächst auf motorline.cc

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