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Rallye-ÖM: Bosch-Rallye

Sagenhaftes Erfolgswunder

Nur zwei der zehn gestarteten Histo-Boliden kamen über die Distanz, Sepp Pointinger fuhr die Konkurrenz trotz Leistungs-Mankos in Grund und Boden.

Dass Sepp Pointinger ein wichtiger Wegbereiter und Begleiter des historischen Rallyesports in Österreich ist, ist bekannt, aber dass er gleich seinen gesamten Gegnern eine Lektion in Sachen Schnelligkeit erteilt, dass es diese geradezu zum Nachdenken bewegt, ist doch relativ neu. Die BOSCH Super plus-Rallye 2006 erlebte Pointinger in einer Top-Form wie nie zuvor.

Obwohl die Konkurrenz alles andere als dürftig war, behaupteten sich Sepp und Gertrude Pointinger fast über die gesamte Rallye als die führende Histo-Formation. Dabei hätte man sich eher von der Porsche-Fraktion eine Großoffensive erwartet, aber die fand entweder gar nicht oder nur in beschränktem Umfang statt.

Mitentscheidend war hier sicher auch das Wetter, da aufgrund des Regens der Leistungsvorteil der Porsche-Gegner etwas an Bedeutung verloren hatte. Andererseits war die durch die Heckmotor-Bauweise bedingte Traktion unter diesen Verhältnissen sicher kein Nachteil, theoretisch jedenfalls.

Praktisch aber fuhr Sepp Pointinger mit seinem Ford Escort RS 2000 alles in seiner Klasse in Grund und Boden, mochte die Gegenwehr noch so heftig sein.

Während der regnerischen Anfangsphase hatte zunächst noch Gernot Zeiringer mit seinem Porsche 911 SC den Vortritt, aber nur so lange, bis er sich auf SP 3, dem Rundkurs Rohrbach, in einer Bergaufkurve drehte, womit sein Vorsprung gleich einmal dahin war. Von diesem Moment an gehörte die Rallye Sepp und Gertrude Pointinger, aus Sicht der Historischen gesehen.

Am Samstag wäre für die Gegner noch sehr viel möglich gewesen, wiederum mit dem Zusatz „theoretisch“, denn praktisch war auch auf den noch zu fahrenden acht Prüfungen der Escort von Sepp Pointinger das Fahrzeug, das den Ton angab.

Zunächst konnte Pointinger seine Führung gegenüber Zeiringer ein wenig ausbauen, auf Prüfung Nummer Sechs schlug Gernot Zeiringer dann mit einer Bestzeit bei den Historischen zurück. Eine Prüfung später war wieder Pointinger schneller, ehe erneut Zeiringer zum großen Schlag ansetzte, getoppt lediglich durch Christian Rosner, dem eine 10. Gesamtzeit gelang.

Das war für beide aber viel zu wenig, um den Vorsprung von Sepp Pointinger wegzuknabbern. Überdies war dieser auf der nächsten Prüfung schon wieder Schnellster bei den Historischen, trotz der inzwischen längst aufgetrockneten Strecken.

Mittlerweile hatten sich die Konkurrenten reihenweise aufgerieben, lediglich Gernot Zeiringer bäumte sich noch einmal auf, ziemlich heldenhaft zwar, aber hier zeigte sich, was die jahrzehntelange Routine von Sepp Pointinger wert sein kann, wenn es wirklich ans Eingemachte geht.

Hier nützte Zeiringer die beste Motivation nichts, im Gegenteil, auch er und Werner Puntschart mussten den Weg in die Ausfallsliste antreten, da sie des Guten zuviel taten und mit ihrem Porsche kurz vor dem Ende der Rallye von der Fahrbahn abkamen.

Dass Sepp Pointinger zum Schluss nur noch Konrad Friesenegger als Klassenkonkurrent übriggeblieben war, der nach einem Dreher mit leichtem Blechschaden deutlich mit fahrerischer Unsicherheit kämpfte, kann dem Respekt über seine Leistung keinen Abbruch tun, immerhin war er auch 15. in der Gesamtwertung.

Dass er in der Lage ist, den stärksten Gegnern die Stirn zu bieten, die sich zur Zeit in der Castrol Historic Rallye Staatsmeisterschaft tummeln, hat er hinlänglich bewiesen. Und es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass hier die Konkurrenz im Moment besonders stark ist.

Nach diesem zweiten Sieg bei ihrer zweiten Rallye in diesem Jahr stehen die Chancen gut, dass Sepp und Gertrude Pointinger auch bei den kommenden Läufen vorn dabei sein werden, denn wenn im Wechselland gegen die Porsches Chancen bestehen, dann bestehen sie im Prinzip überall.

Ebenfalls sehr gut sieht es in der Wertung der Castrol Historic Rallye Staatsmeisterschaft aus, auch wenn sie aufgrund des Baujahres ihres Wagens etwas benachteiligt sind.

Durch die Teilnahme von Hans-Georg Lindner in der gleichen Klasse gab es jedoch diesmal volle Punkte, sodass sich die Pointingers nun an der ersten Stelle der historischen Meisterschaft befinden, ex aequo mit Konrad Friesenegger und Jürgen Hilmbauer.

Die nächste Herausforderung wartet bereits: Die Ostarrichi-Rallye am 2. und 3. Juni 2006.

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