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Rallye-ÖM: Ostarrichi-Rallye

Löwenjagd mit Hindernissen

Positive Rallye für Andreas Kiesenebner, der Peugeot-Pilot legte eine tadellose Leistung an den Tag und holte sich Rang sieben in der Gruppe H.

Außerordentlich viel Stehvermögen forderte die Ostarrichi-Rallye von Andreas Kiesenebner, denn bei ihm verlief die Veranstaltung alles andere als störfrei. Eine Reihe von Zwischenfällen kostete ihm und Beifahrer Martin Egger wertvolle Plätze und machte die Rallye zu einem mühsamen Unterfangen.

Trotzdem zeigte das junge Team mit dem Peugeot 309 eine gute Kampfmoral und überwand bis zum Schluß alle Hindernisse. Nicht das gnadenlose Attackieren, sondern das Durchhalten gehört zu den großen Tugenden der echten Rallyefahrer. Daß Andreas Kiesenebner auch angreifen kann, wenn es nötig ist, daran besteht kein Zweifel.

Es war schon rein grundsätzlich keine sehr gute Rallye für den frontgetriebenen Peugeot 309 GTI, wo ja doch auch in der Gruppe H sehr viele Allradkonkurrenten mit dabei sind, und die hatten bei dieser durch und durch verregneten Ostarrichi-Rallye, wo es in der Folge auch sehr viel Schmutz und Erdreich auf der Strecke gab, ein deutlich leichteres Spiel.

Dennoch gelang Andreas Kiesenebner ein verhältnismäßig guter Start, und so war er nach der zweiten Prüfung Fünfter in der Gruppe H, womit er bereits einige Allradkonkurrenten in der Klasse hinter sich gelassen hatte.

Auf Prüfung Nummer Drei begannen schließlich die Dramen: Das Schaltgestänge hatte sich ausgehängt und mußte von Andreas Kiesenebner, der bei technischen Dingen den Durchblick hat, persönlich instandgesetzt werden.

Der Zeitverlust war im Grunde genommen nicht weiter schlimm, aber es wäre beinahe zu einem Desaster gekommen, da durch das Stehen im Dreck die Schuhe verunreinigt wurden, was beinahe zu einem Abflug geführt hätte. Nur allzu leicht konnte man vom Bremspedal abrutschen, die Katastrophe konnte aber gerade noch verhindert werden.

Es ging danach eine Weile sehr gut, ehe im Lauf des Samstages die Antriebswellen am Kaputtgehen waren, sodaß auf den Prüfungen 8 bis 10 die Warnblinkanlage gebraucht wurde. Es kam zum Glück aber zu keinem Stillstand und erstaunlicherweise auch zu keinem erkennbaren Nachteil hinsichtlich der Zeiten.

Dank der guten Arbeit der Mechaniker, die innerhalb von elf Minuten beide Wellen wechselten, konnte auf der elften Prüfung noch einmal richtig angegriffen werden, was auch gelang. Auf der letzten Prüfung ging es noch besser, trotz eines Verbremsers und eines leichten Ausrittes. Überdies mußte zweimal der Citroën Saxo von Manfred Meindl überholt werden.

Es war also doch eine ganz ordentliche fahrerische Leistung, vor allem in der Schlußphase, aber auch das starke Finale konnte am Ergebnis nichts Wesentliches mehr ändern. Es wurde ein siebenter Platz in der Gruppe H, durchwegs hinter lauter Allradfahrzeugen, die wohl auch mehr PS haben.

Mit etwas mehr Glück wäre ziemlich sicher ein sechster, vielleicht sogar ein fünfter Platz möglich gewesen, aber bei dem starken Regen, der teilweise Sturzbäche über der Fahrbahn entstehen ließ, muß man auch mit diesem Endstand sehr zufrieden sein. Bei trockenem Wetter wären Andreas Kiesenebner und Martin Egger wahrscheinlich weiter nach vorne gekommen.

Was aber viel mehr zählt als das, ist der Erfahrungsgewinn. In dieser Hinsicht konnte ein junger Fahrer bei dieser Veranstaltung sehr viel gewinnen, wenn er es schaffte, bis zum Schluß dabeizusein und sich nicht vorzeitig wegzuschmeißen.

Andreas Kiesenebner war fehlerlos genug, um es über die gesamte Distanz zu schaffen, was sicher als aussagekräftiger Qualitätsbeweis seines Talentes angesehen werden kann. Auch wenn die Zeitenjagd im Zeichen des Löwen nicht ganz ohne Hindernisse war.

Ein Wiedersehen mit dem jungen Peugeot-Team aus Oberösterreich wird es voraussichtlich bei der ADAC-Niederbayern-Rallye und der Herbst-Rallye geben.

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