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Es bleibt spannend...

Ein Blick auf die Zeitentabellen der Lavanttal-Rallye macht es deutlich: Sepp Gruber ist bei den Historischen ein Anwärter auf einen Podestplatz.

...unter bestimmten Umständen sogar ein Sieganwärter! Tatsächlich wird es manch einen erstaunt haben, mit welch einer Selbstverständlichkeit der Präsident des MSC Kitzbühel mit dem 150 PS starken (oder vielmehr schwachen) Escort in Kärnten um die Führung gekämpft hatte – er fuhr sogar die erste Bestzeit in der Castrol Historic Rallye-Staatsmeisterschaft des Jahres 2007. Das Duell mit dem späteren Sieger Pointinger mußte zwar aufgegeben werden, da die Zündung ab einer gewissen Phase der Rallye Schwierigkeiten gemacht hatte (ein nochmaliger drastischer PS-Verlust war die Folge), und auch Christian Rosner mit dem Porsche Carrera konnte auf die Dauer nicht gehalten werden, doch der fahrerische Einsatz von Sepp Gruber war mehr als beachtenswert.

Auch über die gesamte bisherige Saison betrachtet, ist die Performance von Sepp Gruber, der bisher alle Rallyes in diesem Jahr mit Gerhard Heger gefahren ist, hoch zu preisen. Auf den fünften Platz bei der Rallye Abu Dhabi – ein absolutes Top-Ergebnis – folgte ein dritter Platz in der Klasse der historischen Rallye-Fahrzeuge bei der Oberland-Rallye, ehe schließlich der schon genannte starke Auftritt bei der Pirelli-Lavanttal-Rallye kam. Dies verschaffte ihnen zusätzlich die Führung in der Historischen-Wertung des Mitropacups!

Wer hier deutliche Parallelen zu Josef Pointinger erkennt, liegt gewiß nicht falsch – die Erfolgskurve von Sepp Gruber ist nicht zu übersehen. Nicht abwegig ist daher auch die Annahme, daß es auch bei der BOSCH Super Plus-Rallye wieder zu einem Zweikampf zwischen den Escort-Oldboys kommen könnte, zumal auch der technische Unterschied zwischen den Fahrzeugen nicht allzu gravierend ausfällt. Vorausgesetzt natürlich, daß diesmal an keinem der beiden Wagen die Technik ausläßt, aber vor allem der Escort von Sepp Gruber ist in Dingen der Zuverlässigkeit nahezu legendär. Da sollten solche Störfälle wie vor einigen Wochen im Lavanttal eine seltene Ausnahme bleiben.

Lediglich mit den Siegesaussichten sollte es diesmal etwas düsterer – eben etwas weniger hoffnungsvoll – aussehen, denn auf den oftmals Highspeed-trächtigen Strecken der Bosch-Rallye sind die Porsches mit ihren bekanntermaßen deutlich mehr PS in ihrem Element. Vor allem Christian Rosner versteht diese bestens zu nützen, und es ist äußerst unsicher, ob die Escort-Piloten, auch Sepp Gruber, dieser geballten Kombination ausreichend Schlagkraft entgegensetzen werden können, um sich im Führungskampf ins Spiel zu bringen.

Aber ein engagiert geführtes Wetteifern zwischen Escort-Piloten ist mit Sicherheit auch ganz lustig, wobei sich hier auch Michael Brandner einschalten könnte. Gegebenenfalls auch Gerhard Openauer, und wenn Koni Friesenegger mit seinem Kadett und Alois Nothdurfter mit dem Ford Cortina entsprechend disponiert sind, dann geht es erst richtig zur Sache. Vor allem Letzterer ist bei den Rallyes der letzten Zeit unübersehbar über sich hinausgewachsen.

Gerade unter diesem Hintergrund wirkt es keineswegs phantastisch, wenn man zu einer Prognose kommt, die da lautet: Es bleibt spannend bei den Historischen. Und fast ebenso wahrscheinlich ist, daß Sepp Gruber dort zu finden sein wird, wo es am spannendsten ist.

Damit würde zweifellos auch eine offene Rechnung mit der Bosch-Rallye aus dem Jahr 2005 beglichen werden, bei der Sepp Gruber mit seinem Porsche dabei war und damit eine äußerst problembehaftete Rallye erlebt hatte. Erfolgshungrig ist auch der neue Beifahrer von Sepp Gruber, nämlich Rudi Nothdurfter.

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